Regierung · Prag
Zehntausende protestieren in Prag gegen den Plan, die tschechischen öffentlich-rechtlichen Sender aus dem Staatshaushalt zu finanzieren
Zehntausende Menschen haben am Sonntag, 25. Oktober, im Zentrum von Prag demonstriert – gegen den Plan der Regierung, die Rundfunkgebühr abzuschaffen und öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen aus dem Staatshaushalt zu finanzieren.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von De Morgen, G4Media.ro, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Zehntausende Menschen haben am Sonntag, 25. Oktober, im Zentrum von Prag demonstriert, organisiert von der Bürgerinitiative Eine Million Momente für die Demokratie.
Die Regierung Babiš will die Gebühr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen und das Tschechische Fernsehen sowie den Tschechischen Rundfunk aus dem Staatshaushalt finanzieren – bei einer Kürzung der Mittel um mehr als 15 Prozent.
Das Gesetz passierte in einer ungewöhnlichen Nachtsitzung in den frühen Morgenstunden des 24. Oktober die erste Lesung im Abgeordnetenhaus und geht nun in die Parlamentsausschüsse.
Präsident Petr Pavel sagte, eine Debatte über das Gesetz in der Nacht und am Wochenende untergrabe das Vertrauen in die guten Absichten seiner Befürworter.
- 24.10.Das Gesetz passiert in einer ungewöhnlichen Nachtsitzung die erste Lesung im Abgeordnetenhaus
- 25.10.Zehntausende protestieren im Zentrum von Prag
Zehntausende ziehen durch Prag
Zehntausende Menschen versammelten sich am Sonntag, 25. Oktober, im Zentrum von Prag, um die Pressefreiheit zu verteidigen und sich gegen einen Regierungsplan zur grundlegenden Umgestaltung der Finanzierung von öffentlich-rechtlichem Radio und Fernsehen zu stellen. Die Kundgebung wurde von der Bürgerinitiative „Eine Million Momente für die Demokratie“ organisiert. Die Teilnehmer trugen Schilder mit der Aufschrift „Stoppt die Regierung der Arroganz und Zerstörung“ und „Wir wollen keine Zensur zurück“. Kleinere Proteste zu demselben Thema hatte es in den Tagen zuvor bereits in Prag, Brünn und anderen tschechischen Städten gegeben. Die Demonstranten argumentieren, die Änderung könne die redaktionelle Unabhängigkeit des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks untergraben.
Was das Gesetz vorsieht
Die rechtspopulistische Regierung von Ministerpräsident Andrej Babiš, einem Milliardär, will die Gebühr abschaffen, die Haushalte für öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen zahlen. Stattdessen sollen die Sender direkt aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Die Reform kürzt ihre Mittel zudem um mehr als 15 Prozent. Kritiker befürchten, dies mache die Sender von der Regierung abhängig und verwandle sie in Sprachrohre der Regierungskoalition. Das Gesetz passierte in den frühen Morgenstunden des 24. Oktober in einer ungewöhnlichen Nachtsitzung die erste Lesung im Abgeordnetenhaus, der Kammer der Abgeordneten. Nun geht es in mehrere Parlamentsausschüsse.
Kritik des Präsidenten
Präsident Petr Pavel, ein ehemaliger General, der als Unabhängiger gewählt wurde, kritisierte die Eile, mit der die Regierung das Gesetz durch das Parlament treibt. Seine Kritik richtete sich eher auf das Verfahren als auf den Inhalt des Vorschlags. Er argumentierte, eine Debatte in der Nacht und am Wochenende anzusetzen, untergrabe das Vertrauen in die guten Absichten der Befürworter des Gesetzes. Pavel sagte zudem, öffentliche Medien gehörten zu den Pfeilern der Demokratie. Seiner Ansicht nach brauche jede bedeutende Reform vorab eine breite fachliche und öffentliche Debatte.
Reaktion der Regierung und Kritiker
Babiš wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Regierung habe keine solche Absicht.
„Niemand beabsichtigt, in die Programmgestaltung oder die Nachrichtenberichterstattung einzugreifen.“
Kritiker, darunter die Europäische Rundfunkunion, die Europäische Journalisten-Föderation und Reporter ohne Grenzen, werfen Babiš vor, die Unabhängigkeit der öffentlichen Medien beschränken zu wollen. Ihre Warnungen stehen im Kontext der Beispiele des slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico und des ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Die Demonstranten teilen die Sorge, dass die öffentlichen Medien von den Behörden abhängig würden, sobald der Staatshaushalt ihre wichtigste Finanzierungsquelle sei.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- De MorgenZehntausende Tschechen gehen auf die Straße, um nach umstrittenem Gesetzentwurf die Pressefreiheit zu verteidigenTienduizenden Tsjechen komen op straat om persvrijheid te verdedigen na omstreden wetsvoorstel · Original auf Niederländisch
- G4Media.roZehntausende Tschechen protestierten in Prag gegen die Reform der Finanzierung öffentlicher MedienZeci de mii de cehi au protestat la Praga împotriva reformei finanțării presei publice · Original auf Rumänisch
- Deutsche WelleZehntausende protestieren in Prag gegen die Reform des öffentlich-rechtlichen RundfunksВ Праге десятки тысяч протестуют против реформы общественного вещания · Original auf Russisch
- Bloomberg BusinessTausende protestieren in Prag gegen Änderung der Finanzierung öffentlicher MedienThousands Protest in Prague Against Public Media Funding Change · Original auf Englisch
- Andrej Babiš
- Tschechischer Ministerpräsident und Chef der rechtspopulistischen Regierung, die vorschlägt, die öffentlich-rechtlichen Sender aus dem Staatshaushalt zu finanzieren
- Petr Pavel
- Tschechischer Präsident, ein ehemaliger General, der als Unabhängiger gewählt wurde und die Eile bei dem Gesetz kritisierte
- Orte
- Prag, Tschechien
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen