Regierung · Madrid, Barcelona und Waterloo

Spanisches Verfassungsgericht will Amnestiegesetz auf katalanische Untreuefälle anwenden

Das spanische Verfassungsgericht lehnte am 22. September 2026 einen Entscheidungsentwurf gegen die Amnestierung katalanischer Separatisten ab und setzte eine formelle Plenarabstimmung für den 6. Oktober 2026 an, um anhängige Untreuefälle zu klären.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL PAÍS, 20 minutos, El Confidencial und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Madrid, Barcelona, Waterloo · Spanien, Belgien
Wie es dazu kam
  1. Juli 2026Der Gerichtshof der Europäischen Union bestätigt die Vereinbarkeit der Amnestie mit dem EU-Recht
  2. 22.09.Mehrheit des Verfassungsgerichts lehnt Entwurf gegen Amnestie für Jordi Turull ab
  3. 6.10.Verfassungsgericht setzt Plenarabstimmung über Entscheidungen zu Turull und Dolors Bassa an

Verfassungsgericht lehnt konservativen Vorschlag ab

Das spanische Verfassungsgericht begann am 22. September 2026 mit formellen Beratungen über Beschwerden gegen die Weigerung des Obersten Gerichtshofs, das Amnestiegesetz auf Untreuevorwürfe anzuwenden. Die sieben progressiven Richter des Gerichts lehnten einen vom konservativen Richter José María Macías ausgearbeiteten Entwurf ab, der als Berichterstatter für die Beschwerde des ehemaligen katalanischen Regionalministers Jordi Turull fungierte. Macías hatte empfohlen, die Position des Obersten Gerichtshofs zu bestätigen, dass öffentliche Ausgaben für das Unabhängigkeitsreferendum von 2017 eine nicht amnestierbare Untreue darstellten. Anstatt sein Amt als Berichterstatter niederzulegen, erklärte sich Macías bereit, einen überarbeiteten Text zu verfassen, der die Mehrheitsposition übernimmt. Gerichtspräsident Cándido Conde-Pumpido setzte eine endgültige Abstimmung über Turulls Beschwerde für die Plenarsitzung am 6. Oktober 2026 an und bereitete gleichzeitig einen separaten Entwurf zur Beschwerde der ehemaligen Ministerin Dolors Bassa vor, um eine übergeordnete Rechtsdoktrin zu etablieren.

Streit um Untreuevorwürfe im Zusammenhang mit dem Referendum

Der Rechtskonflikt beruht auf unterschiedlichen Auslegungen des im Juni 2024 verabschiedeten Amnestiegesetzes. Die Strafkammer des Obersten Gerichtshofs unter der Leitung von Manuel Marchena hatte entschieden, dass katalanische Führer sich bereichert hätten, indem sie staatliche Gelder zur Finanzierung des Referendums vom 1. Oktober 2017 verwendeten, anstatt private Mittel einzusetzen. Während der zweistündigen Beratung am 22. September 2026 kam die progressive Mehrheit des Verfassungsgerichts zu dem Schluss, dass dieser Maßstab unangemessen angewandt wurde, um das Gesetz zu blockieren. Die Richter stellten fest, dass das vom Parlament verabschiedete Gesetz darauf abzielte, Straftaten im Zusammenhang mit dem Sezessionsversuch von 2017 zu vergeben, sofern keine persönliche Aneignung öffentlicher Vermögenswerte vorlag. Der Gerichtshof der Europäischen Union hatte das Gesetz bereits im Juli 2026 geprüft und die Amnestieregelung als mit dem EU-Recht vereinbar befunden.

Haftbefehle gegen Puigdemont und ehemalige Minister

Dem Verfassungsgericht liegen derzeit sieben Beschwerden ehemaliger katalanischer Amtsträger vor, die entweder wegen Untreue verurteilt (Bassa, Turull, Oriol Junqueras und Raül Romeva) oder in Abwesenheit angeklagt wurden (Carles Puigdemont, Lluís Puig und Toni Comín). Quellen aus der Strafkammer des Obersten Gerichtshofs zufolge plant der Ermittlungsrichter Pablo Llarena, den Haftbefehl gegen Puigdemont aufzuheben, sobald das Verfassungsgericht seine Entscheidungen vom 6. Oktober 2026 veröffentlicht, ohne auf eine Entscheidung des Gerichts über Puigdemonts individuelle Petition zu warten. Diese Entscheidung würde es Puigdemont, der seit Ende 2017 in Waterloo, Belgien, lebt, ermöglichen, nach Spanien einzureisen, ohne mit einer Inhaftierung rechnen zu müssen.

Junts hält Distanz zur Zentralregierung

Trotz der Fortschritte des Gerichts in Richtung Amnestiegewährung signalisierte die katalanische Separatistenpartei Junts per Catalunya, dass das Urteil nicht in parlamentarische Unterstützung für Ministerpräsident Pedro Sánchez umschlagen werde. Nach der Gerichtssitzung wies Junts-Generalsekretär Jordi Turull Andeutungen zurück, dass die Entwicklung die Minderheitsregierung in Madrid stabilisieren würde.

„Die Amnestie ist eine vollständige Änderung für all jene Menschen, die das Strafgesetzbuch des Feindes auf die Unabhängigkeitsbefürworter angewandt haben.“

Jordi Turull, Generalsekretär von Junts per Catalunya und ehemaliger Regionalminister

Turull bekräftigte, dass die Partei die Amnestieregelung als eine unerfüllte Verpflichtung aus dem Investiturpakt vom November 2023 betrachte und nicht als eine fortlaufende Koalitionsvereinbarung, was die Zentralregierung ohne garantierte Stimmen für anstehende Gesetzesinitiativen zurücklasse.

„Ich hoffe, dass wir am 6. Oktober sagen können: Ja, jetzt ist es klar und endgültig.“

Jordi Turull, Generalsekretär von Junts per Catalunya und ehemaliger Regionalminister

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