Regierung · Madrid

Spanien verabschiedet Pflegereform: Bearbeitungszeit auf drei Monate verkürzt und 50 % Staatsfinanzierung garantiert

Der Kongress der Abgeordneten verabschiedete ein Gesetz, das den Staat zur Kofinanzierung von 50 % der Pflegekosten verpflichtet, zusätzlich 6,2 Milliarden Euro an Regionalmitteln bis 2027 bereitstellt und die Begutachtungsfristen auf drei Monate verkürzt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von RTVE.es, ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, LaVanguardia und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Madrid · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 17.09.Veröffentlichung im Staatsanzeiger bringt erste Maßnahmen sofort in Kraft
  2. 2027Zieldatum zur Halbierung der Wartelisten für Pflegebegutachtungen
  3. 2028Zieldatum zur vollständigen Beseitigung der Wartelisten für Pflegebegutachtungen
  4. 1.01.Frist für die Autonomen Gemeinschaften zur Anpassung der Vorschriften und Abschaffung von Leistungsausschlüssen

Parlamentarische Zustimmung und Finanzierungsrahmen

Der Kongress der Abgeordneten erteilte am Mittwoch der Reform des spanischen Pflege- und Behindertenrechts die endgültige Zustimmung. Das Gesetz wurde in seiner Fassung aus dem Unterhaus verabschiedet, nachdem die Abgeordneten Änderungsanträge des Senats von der Partido Popular und Junts abgelehnt hatten, darunter einen Vorschlag zur Aufhebung der Altersgrenze von 26 Jahren für die CUME-Leistungen für Eltern schwer kranker Kinder. Die Gesetzesnovelle ändert zwei grundlegende Gesetze: das Gesetz über die persönliche Autonomie und Pflegeabhängigkeit, das erstmals unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero im Jahr 2006 eingeführt wurde, und das Allgemeine Gesetz über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Um die langjährigen regionalen Finanzierungsunterschiede zu korrigieren, verpflichtet das neue Gesetz den Zentralstaat, 50 % der Systemkosten zu finanzieren. Die Autonomen Gemeinschaften Spaniens erhielten im Juli und August 517 Millionen Euro aus einem früher im Jahr verabschiedeten Dekret, das Teil von 6,2 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln ist, die für 2026 und 2027 veranschlagt sind.

Der Minister für soziale Rechte, Pablo Bustinduy, verteidigte die Maßnahme während der Parlamentsdebatte und wandte sich direkt an die Regionalregierungen.

„Es gibt keine Ausreden mehr: Die Wartelisten müssen 2027 halbiert und 2028 verschwunden sein.“

Pablo Bustinduy, Minister für soziale Rechte

Verwaltungsfristen und Behindertenstatus

Das neue Gesetz verkürzt die gesetzliche Höchstfrist für die Bearbeitung von Pflegeanträgen von sechs auf drei Monate. Zur Beschleunigung der Bearbeitung führen die öffentlichen Verwaltungen eine einheitliche Anlaufstelle ein, die sowohl persönlich als auch online erreichbar ist, um Doppelbearbeitungen zu vermeiden. Das Gesetz führt eine automatische Feststellung der Behinderung in Verbindung mit dem Pflegegrad ein: Personen mit diagnostiziertem Pflegegrad I erhalten einen Behinderungsgrad von 33 %, Personen mit Pflegegrad II oder III einen Grad von 65 %. Diese Verfahrensänderungen folgen auf Berichte der Asociación de Directoras y Gerentes de Servicios Sociales, deren Studie von 2025 feststellte, dass 42 % Spaniens mit schwachen Sozialdiensten arbeiteten und 50.000 Pflegeplätze für schwere Pflegebedürftigkeit benötigt wurden. Der Verband berechnete, dass in den ersten Monaten des Jahres 2026 über 13.500 Menschen starben, während sie auf Wartelisten standen, was durchschnittlich 90 Todesfällen pro Tag entspricht.

Automatische Anerkennung des Behinderungsgrades nach Pflegestufe%
Pflegegrad I
33 %
Pflegegrad II oder III
65 %

Daten aus dem Artikeltext

Ausbau der häuslichen Pflege und Schutz von Pflegekräften

Das Gesetz ändert die Struktur der häuslichen Hilfe, indem es die Dienstleistungen über die reine Haushaltsführung hinaus auf die Begleitung in der Gemeinschaft ausweitet und es den Pflegekräften erlaubt, Pflegebedürftige zu Arztbesuchen oder auf den Markt zu begleiten. Telepflege wird zu einem einklagbaren universellen Recht für alle registrierten Pflegebedürftigen; das Gesetz legt fest, dass es als ergänzende Leistung neben anderen direkten Unterstützungen fungieren muss. Darüber hinaus erkennt der Katalog formell die persönliche Assistenz außerhalb des Arbeits- und Schulumfelds an, um ein unabhängiges Leben in der Gemeinschaft zu fördern. Die Definition von nichtprofessionellen Pflegekräften umfasst nun neben Familienangehörigen auch Nachbarn und enge Bekannte, was unterschiedlichen Lebensformen Rechnung trägt. Die Zentralregierung übernimmt die Sozialversicherungsbeiträge für die hauptsächlichen Pflegepersonen und erhält den Pflegeschutz aufrecht, wenn eine Pflegeperson ins Krankenhaus eingeliefert wird oder schwer erkrankt.

Leistungskompatibilität und Umsetzungszeitplan

Die verabschiedete Reform beseitigt das 2012 unter Ministerpräsident Mariano Rajoy eingeführte Ausschlusssystem, das den Bezug mehrerer Leistungen gleichzeitig untersagte. Im Rahmen der neuen individuellen Pflegeprogramme können die Nutzer den Besuch einer Tagespflegeeinrichtung mit häuslicher Pflege oder Pflegegeld kombinieren. Die Sozialdienste müssen die geäußerten Wünsche der Nutzer priorisieren und jede Abweichung schriftlich begründen. Die regulatorische Überholung betrifft schätzungsweise über vier Millionen Menschen mit Behinderungen, 1,7 Millionen Nutzer des Pflegesystems und 500.000 Beschäftigte im Pflegesektor. Die Autonomen Gemeinschaften müssen ihre lokalen Vorschriften bis zum 1. Januar 2030 an den Kompatibilitätsrahmen anpassen, während erste Bestimmungen nach der Veröffentlichung im Staatsanzeiger (Boletín Oficial del Estado) am Donnerstag in Kraft treten.

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