Makroökonomie · Warschau

S&P senkt Ausblick für Polens Rating auf negativ – wegen Defiziten und steigender Schulden

S&P hat Polens Rating für Fremdwährungswährungen bei A- belassen, den Ausblick aber auf negativ gesetzt und das Rating für Inlandswährung auf A- gesenkt – am Freitag, 6. November.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von wpolityce.pl, NIEZALEZNA.PL, polsatnews.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. Mai 2026S&P bestätigte das A--Rating mit stabilem Ausblick
  2. September 2026Moody's senkte das Rating auf A3 von A2
  3. 6.11.S&P setzte den Ausblick auf negativ und senkte das Inlandswährungsrating auf A-

Die Ratingentscheidung

S&P Global Ratings gab seine Entscheidung am Freitag, 6. November, bekannt. Die Agentur beließ Polens langfristiges Fremdwährungsrating bei A-, änderte den Ausblick für dieses Rating jedoch von stabil auf negativ. Beim Inlandswährungsrating senkte sie die langfristige Note um eine Stufe von A auf A- und setzte auch dort den Ausblick auf negativ. Das Finanzministerium veröffentlichte die Begründung der Agentur in einer Mitteilung; die Erläuterung der Agentur selbst lautet:

„Der negative Ausblick spiegelt das Risiko wider, dass hohe Haushaltsdefizite und steigende Staatsverschuldung den politischen Spielraum bei künftigen Schocks einschränken könnten.“

S&P Global Ratings

S&P erklärte, eine Herabstufung könne folgen, falls anhaltende fiskalische Ungleichgewichte und steigende Schulden in Verbindung mit politischer Polarisierung die Finanzierungskosten erhöhen oder eine drastische fiskalische Anpassung erzwingen. Die Agentur nannte zudem eine mögliche Eskalation des russischen Kriegs gegen die Ukraine als Risiko für die öffentlichen Finanzen. Für eine Rückkehr zu einem stabilen Ausblick wäre eine dauerhafte und substanzielle Verringerung der hohen Defizite nötig.

Defizit- und Schuldenpfad

S&P erwartet, dass das durchschnittliche Defizit des Gesamtstaatssektors in den kommenden Jahren über 6 % des BIP liegen wird. In der Mitteilung des Ministeriums wird ein Defizit von über 7 % des BIP bis 2027 genannt, weil die bevorstehenden Wahlen die Konsolidierungsbemühungen voraussichtlich begrenzen werden. Die Netto-Staatsverschuldung soll von 53 % des BIP im Jahr 2025 auf mehr als 70 % bis 2029 steigen. Das reale BIP-Wachstum wird für 2027 bis 2029 im Schnitt bei etwa 3 % pro Jahr gesehen, was das Ministerium als wesentliche Stütze für das Rating darstellte. Die Agentur schrieb:

„Die Haushaltslage in Polen wird in den kommenden Jahren außergewöhnlich schwach bleiben.“

S&P Global Ratings

Frühere Ratingentscheidungen

Im Mai bestätigte S&P Polens A--Rating mit stabilem Ausblick. Im September senkte Moody's das Rating um eine Stufe auf A3 von A2 und stellte es damit auf eine Stufe mit den A--Ratings von S&P und Fitch. Moody's verwies auf eine dauerhafte Verschlechterung der fiskalischen Lage Polens und die begrenzte Bereitschaft der Regierung, bei günstigen wirtschaftlichen Bedingungen fiskalische Puffer wieder aufzubauen. Fitch hat den negativen Ausblick für das Rating beibehalten und verweist auf das Fehlen eines glaubwürdigen Konsolidierungsplans sowie das Risiko einer populistischen fiskalischen Lockerung.

Politischer Kontext und offizielle Reaktionen

Das Ministerium zitierte S&P mit der Aussage, die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk stoße bei der Durchsetzung ihrer Gesetzesvorhaben und Konsolidierungspläne weiterhin auf Hindernisse, weil Präsident Karol Nawrocki über ein Vetorecht verfügt. Das Ministerium erklärte, politische Entscheidungsfindung sei in der Zeit vor den Parlamentswahlen schwieriger. Vor der Entscheidung hatte Szymon Fabiański von PKO BP gesagt, nach den jüngsten günstigen realwirtschaftlichen und fiskalischen Daten dürfte das Rating unverändert bleiben. Mateusz Dadej, Chefvolkswirt für Polen und Mittel- und Osteuropa bei Coface, hatte vor der Entscheidung eine andere Auffassung vertreten und gesagt:

„Die Regierung hat die Haushaltsdefizite so lange hoch gehalten, dass selbst die geduldigsten Analysten langsam die Geduld verlieren.“

Mateusz Dadej

Das Ministerium erklärte, die Änderung des Ausblicks spiegele ein höheres Risiko wider, dass die rasch steigende Verschuldung den Spielraum der Regierung für Reaktionen auf Schocks einschränken und das Wachstum belasten könnte. Zudem bleibe offen, ob die Schuldenbremsen den Anstieg der Verschuldung tatsächlich stoppen können.

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