
Paloma Sánchez-Garnica stellt in New York ihren Roman Un hombre de honor vor
Die spanische Autorin Paloma Sánchez-Garnica hat ihren zehnten Roman, Un hombre de honor, auf einer Pressetour zu den Schauplätzen des Jahres 1968 in New York City vorgestellt.
Pressetour zu den Schauplätzen in New York
Die spanische Autorin Paloma Sánchez-Garnica hat ihren jüngsten Roman, Un hombre de honor, im Verlag Editorial Planeta veröffentlicht und während einer Pressetour in New York City vorgestellt. Die 1962 in Madrid geborene Autorin legt damit nach dem Premio Planeta 2024 für Victoria ihren zehnten Roman in einer zwanzigjährigen Schreiblaufbahn vor. Die Werbetour führte Kulturjournalisten zu konkreten Schauplätzen der Handlung: vom Ostufer des Sees im Central Park über die Straßen von Little Italy und das Finanzviertel bis zur Strivers' Row in Harlem. Erzählerisch wechselt sie vom Nachkriegs-Berlin ihres vorigen Buches ins Manhattan des politischen und sozialen Umbruchs von 1968. Das Buch verbindet Polizeiermittlung, journalistische Recherche und die internen Geheimnisse einer prominenten New Yorker Familie.
Ermittlungshandlung und das Attentat auf Robert F. Kennedy
Die Handlung entstand, nachdem Sánchez-Garnica einen Pressebericht über die wiederholt abgelehnten Bewährungsanträge von Sirhan Sirhan gelesen hatte, des Mannes, der 1968 in Los Angeles des Attentats auf Senator Robert F. Kennedy für schuldig befunden wurde. Der Bericht veranlasste sie, Fallakten zu prüfen; dabei stieß sie auf ballistische Widersprüche zu dem tödlichen Schuss, der hinter Kennedys rechtem Ohr abgefeuert wurde, und sichtete Archivmaterial zum MKUltra-Programm der CIA zur Gedankenkontrolle. Im Roman arbeitet die junge Journalistin Nicole Donaldson in einer von Männern dominierten Redaktion der New York Times in der 43rd Street und erlebt das Attentat in der Küche des Ambassador Hotel mit. Donaldson begegnet Frank Bernstein, einem jüdischen Kriminalbeamten, der sich mit Korruption und Bestechung in einem Polizeirevier in Harlem auseinandersetzt.
Es war ein Jahr enormer Umbrüche, eine Epoche, in der viele der Pfeiler, auf denen die amerikanische Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet worden war, zu bröckeln begannen.
Organisierte Kriminalität und die Routen am Wasser
Der Roman rückt zudem die Aktivitäten der sizilianischen Mafia in den Mittelpunkt und zeichnet Heroinvertriebswege nach, die mit dem Vietnamkrieg und dem Schiffsverkehr auf dem Hudson River zusammenhängen. Unterweltfiguren wie Gordo Farelli, Russell Torino, Fabrizio Donatti und ein nie gezeigter Boss mit dem Spitznamen God tragen die Kriminalhandlung. Sánchez-Garnica machte mit Journalisten Station im Da Gennaro in der Mulberry Street in Little Italy, jenem Ort, an dem der Mobster Joe Gallo 1972 erschossen wurde. Zur Route gehörte auch das 1907 errichtete Fährterminal im Beaux-Arts-Stil am Ufer von Hoboken in New Jersey, das auf der anderen Flussseite nahe einer 24 Meter hohen Skulptur von Jaume Plensa liegt, die eine Figur mit dem Finger an den Lippen zeigt.
Die Mafia ist die Mafia, und sie treibt ihre Schulden immer ein.
- Das Fährterminal von Hoboken wird am Ufer des Hudson River errichtet.
- Senator Robert F. Kennedy wird im Ambassador Hotel in Los Angeles ermordet.
- Der Mobster Joe Gallo wird im Restaurant Da Gennaro in Little Italy erschossen.
- Paloma Sánchez-Garnica gewinnt den Premio Planeta für ihren Roman Victoria.
- Editorial Planeta veröffentlicht Un hombre de honor.
Gedanken zu Institutionen und Migration
Sánchez-Garnica verknüpfte die Kulisse von 1968 – geprägt vom Vietnamkrieg und den Protesten in den Städten nach dem Attentat auf Martin Luther King Jr. – mit den fortbestehenden Fragen nach der Glaubwürdigkeit von Institutionen. Sie argumentierte, dass demokratische Systeme in ihren Grundfesten schwer belastet werden, wenn Bürger beginnen, staatlichen Institutionen zu misstrauen. Beim Gang durch die Wohnstraßen Harlems, die die Namen von Malcolm X und Martin Luther King Jr. tragen, sagte die Autorin, die politische Führung der Vereinigten Staaten solle bedenken, dass das Land wie schon zwei Jahrhunderte zuvor auf Einwanderung gebaut sei.
Ich schreibe, um zu lernen und meine unmittelbarste Vergangenheit zu verstehen, um zu verstehen, wer wir sind und wie wir hierher gekommen sind.

