
Schweizerischer Fußballverband entzieht Gianni Infantino die Unterstützung für seine Wiederwahl
Der Schweizerische Fußballverband hat seine im Juni abgegebene Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino nach einer Abstimmung des Zentralvorstands am 25. September 2026 zurückgezogen und dabei ungeklärte Fragen zu Governance und Transparenz angeführt.
Umkehr der Unterstützung für den Präsidenten
Der Schweizerische Fußballverband (SFV) gab am Mittwoch, dem 30. September 2026, bekannt, dass er seine offizielle Unterstützung für die Wiederwahl Gianni Infantinos zum FIFA-Präsidenten zurückzieht. Der Beschluss wurde vom Zentralvorstand des SFV in seiner Sitzung am 25. September 2026 formell gefasst und anschließend in einer Medienmitteilung veröffentlicht. Die Abstimmung bedeutet eine direkte Umkehr der Position, die der Schweizer Verband im Juni 2026 eingenommen hatte, als er Infantino ursprünglich seine Unterstützung für eine weitere Amtszeit an der Spitze des Weltfußballs erklärte. Nach Angaben des Verbands folgt der Rückzug auf eine umfassende Neubewertung der organisatorischen Entwicklungen der vorangegangenen Monate. Der Schritt entzieht dem amtierenden FIFA-Präsidenten die Unterstützung seines Heimatverbands, während seine Wiederwahlkampagne voranschreitet.
- Der SFV erklärt seine offizielle Unterstützung für Gianni Infantinos Kandidatur zur Wiederwahl als FIFA-Präsident
- Die FIFA sendet ein Schreiben mit geplanten internen Schritten an die Mitgliedsverbände
- Der Zentralvorstand des SFV stimmt für den Rückzug der Unterstützung für Infantinos Kandidatur
- Der SFV veröffentlicht eine Medienmitteilung und gibt den Rückzug der Unterstützung öffentlich bekannt
Governance-Probleme und konkrete Kontroversen
Der Zentralvorstand des SFV erklärte, seine Neubewertung habe mehrere Vorgänge geprüft, die grundlegende Bedenken hinsichtlich Führung, Governance, Transparenz und Entscheidungsprozessen innerhalb der FIFA betrafen. Die Vertreter des Schweizer Verbands benannten konkrete operative Bereiche, in denen regulatorische Standards hinter den Erwartungen zurückblieben. Namentlich nannte der Vorstand ungeklärte Fragen zur Klarheit der Regeln und zur Integrität des Wettbewerbs im Zusammenhang mit dem Fall Balogun. Der Schweizer Dachverband verwies zudem auf ernste Fragen zur institutionellen Einbindung und Rechenschaftspflicht im Rahmen der Initiative FIFA Forward Enterprise. Der Verband kam zu dem Schluss, dass diese Governance-Fragen in ihrer Gesamtheit eine unannehmbare Unsicherheit für die Durchführung internationaler Fußballwettbewerbe und Entwicklungsprogramme schufen.
Bewertung der FIFA-Reformvorschläge
Die FIFA versuchte, den Bedenken der Mitglieder mit einem formellen Schreiben vom 21. September 2026 zu begegnen, in dem sie eine Reihe geplanter Korrekturmaßnahmen skizzierte. Der SFV prüfte die in dem Brief dargelegten Vorschläge, um zu bewerten, ob die zugesagten Reformen die vom Zentralvorstand benannten Governance-Mängel ausreichend adressierten. Die Schweizer Vertreter erkannten zwar an, dass die angekündigten Schritte ein konstruktives Zeichen seien und potenziell zu administrativen Verbesserungen beitragen könnten, stellten jedoch fest, dass die Antwort unvollständig blieb. Der Verband merkte an, dass Kernfragen zu institutionellen Zuständigkeiten, Entscheidungsprozessen und dem Hintergrund umstrittener Entscheidungen ungeklärt blieben.
SFV-Präsident Peter Knäbel umriss die Erwartungen des Verbands an die Führung der globalen Fußball-Governance.
Der Schweizerische Fußballverband erwartet von der FIFA-Führung höchste Standards in Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und institutionelle Verantwortung.
Formale Begründung der Entscheidung
Der Schweizer Verband betonte, dass er ohne überzeugende Erklärungen und nachprüfbare Verfahren seitens der FIFA-Führung die Unterstützung von Infantinos Kandidatur nicht länger rechtfertigen könne. Peter Knäbel erklärte, der Verband begrüße das Signal, das die FIFA Ende September gesendet habe, doch die anhaltende Intransparenz in entscheidenden Fragen habe den Zentralvorstand daran gehindert, an seiner Zusage vom Juni festzuhalten.
Die von der FIFA im Schreiben vom 21. September angekündigten Schritte sind tatsächlich ein wichtiges Signal und können zu Verbesserungen beitragen. Zugleich bleiben zentrale Fragen zum Hintergrund, zu den Zuständigkeiten und zu den Entscheidungsprozessen offen.
Da diese zentralen Governance-Fragen von der FIFA nicht überzeugend geklärt wurden, kam der SFV zu dem Schluss, dass er die Verantwortung für eine Unterstützung Infantinos für eine weitere Amtszeit nicht übernehmen könne. Der Beschluss des Zentralvorstands, gefasst am 25. September 2026 und am 30. September 2026 öffentlich mitgeteilt, beendet die Schweizer Unterstützung für den amtierenden Präsidenten offiziell.


