Energie & Handel · Brüssel

Europäische Sarghersteller fordern EU-Untersuchung billiger chinesischer Importe

Ein neues Bündnis europäischer Sarghersteller hat sich mit Kommissionsbeamten getroffen und bereitet eine Antidumpingbeschwerde vor. Sie argumentieren, dass chinesische Särge zu etwa einem Drittel der italienischen Produktionskosten hergestellt werden.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von lastampa.it, Ειδήσεις, G4Media.ro und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Brüssel · Belgien

Ein neues Bündnis trägt den Fall nach Brüssel

Europäische Sarghersteller, eine Branche, die bislang über keine eigene Lobbyvertretung verfügte, haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um in Brüssel wegen der Importe aus China Druck zu machen. Die Organisatoren der Initiative sagten gegenüber Politico, die Gruppe habe bereits Beamte der Europäischen Kommission getroffen, darunter Mitarbeiter der Handelsabteilung. Das Bündnis bereitet eine Antidumpingbeschwerde vor, also einen förmlichen Antrag, mit dem die EU prüfen soll, ob chinesische Hersteller Särge zu unfair niedrigen Preisen in Europa verkaufen. Nach Angaben der Organisatoren schließt die Initiative eine Lücke in der Interessenvertretung, da der Sektor bisher über keine organisierte Präsenz in Brüssel verfügte. Auf einen Namen hat sich das Bündnis noch nicht geeinigt.

Eine schrumpfende Herstellerbasis

Folco Ciulli, ein Berater, der bei der Koordinierung der Beschwerde hilft, sagt, etwa ein Viertel der europäischen Sarghersteller habe in den vergangenen fünf Jahren aufgegeben; ihre Zahl sei von rund 120 auf 90 gesunken. Seiner Argumentation zufolge haben die verbliebenen Unternehmen nur die Hälfte der Produktion übernommen, die zuvor von den geschlossenen Betrieben bewältigt wurde. Von La Stampa zitierte Zolltarifnummern beziffern den Wert chinesischer Holzsarg-Importe nach Europa auf 28 Millionen Euro im Jahr 2025, nach 16 Millionen im Jahr 2022.

Chinesische Holzsarg-Importe nach EuropaMio. EUR
2022
16 Mio. EUR
2025
28 Mio. EUR

Daten aus dem Artikeltext

„Kleinere Unternehmen konnten dem Wettbewerb mit außereuropäischen Importeuren nicht standhalten.“

Folco Ciulli

Die Preisschere im Zentrum des Verfahrens

Die Hersteller schätzen, dass die Produktion eines Sargs in China etwa ein Drittel eines vergleichbaren Produkts in Italien kostet, selbst wenn dieselbe Holzart verwendet wird. Sie führen den Unterschied auf staatliche Subventionen, steuerliche Vorteile im Export, niedrigere Lohnkosten und günstigeres Holz zurück und erklären, chinesische Hersteller profitierten zudem von bevorzugten Lieferketten für Rohstoffe. Ihrer Auffassung nach haben höhere US-Zölle auf chinesische Waren die Produktion nach Europa umgelenkt. Eine parlamentarische Anfrage von Europaabgeordneten der Fratelli d'Italia ein Jahr zuvor nannte Produktionskosten von etwa 260 Euro pro Sarg in Italien gegenüber etwa 80 Euro in China, wobei chinesische Särge in Europa für 100 bis 110 Euro verkauft würden.

In der parlamentarischen Anfrage genannte Produktionskosten für SärgeEUR pro Sarg
Italien
260 EUR pro Sarg
China
80 EUR pro Sarg

Daten aus dem Artikeltext

Dieselbe parlamentarische Anfrage warnte, chinesische Särge würden mit in der EU verbotenen Farben behandelt, die bei der Einäscherung krebserregende Mikropartikel freisetzen, und solche Produkte gelangten ohne wirksame Zollkontrollen auf den Markt. Niedrige Preise allein begründen nach den EU-Handelsregeln jedoch kein Dumping. Eine Beschwerde müsste belegen, dass die Verkäufe unter dem Normalwert erfolgen und heimischen Herstellern dadurch ein Schaden entsteht.

Reaktion der Kommission und nächste Schritte

Ein Sprecher der Kommission erklärte, die EU gehe entschieden gegen unfair gehandelte Importe vor und verfüge derzeit über eine umfangreiche Palette handelspolitischer Schutzmaßnahmen.

„Die EU geht entschieden vor, um ihre Industrien vor unfair gehandelten Importen zu schützen, und hat derzeit über 200 Maßnahmen in Kraft.“

Europäische Kommission

Der Sprecher wollte die Treffen mit den Herstellern nicht bestätigen und verwies darauf, dass Kontakte mit der Industrie zu möglichen Antidumpingbeschwerden vertraulich seien. In ihrer Antwort auf die frühere parlamentarische Anfrage erklärte die Kommission, sie greife ein, wenn die notwendigen Voraussetzungen vorlägen, und lud die Branche ein, sich an die Stelle für Antidumpingbeschwerden zu wenden, um das Verfahren zu erörtern. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurde die Antidumpingbeschwerde noch vorbereitet, eine förmliche Untersuchung war daher noch nicht eingeleitet.

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