
Durchgesickerte Aufnahmen zeigen: Daniel Sancho bat aus dem Gefängnis um 100.000 Euro, um den thailändischen Fall zu beeinflussen
Audio- und Videoaufnahmen aus dem Gefängnis von Surat Thani zeigen, wie Daniel Sancho seine Mutter um 100.000 Euro bittet, um in Thailand Land zu kaufen. Er behauptet, das Geschäft würde seine Freilassung gegen Kaution erleichtern.
Aufgezeichnete Gespräche im Gefängnis
Audioaufnahmen vom 4. Oktober 2025 zeigen, wie Daniel Sancho seine Mutter Silvia Bronchalo bittet, etwa 100.000 Euro nach Thailand zu überweisen, während er im Zentralgefängnis von Surat Thani festgehalten wurde. Sancho erklärte, das Geld solle den Kauf von Land über eine thailändische Staatsangehörige namens Alice finanzieren, um eine günstige Behandlung durch die Justizbehörden zu erreichen. Während des Anrufs drängte er seine Mutter, sofort einen Flug nach Thailand zu nehmen, damit sie die Gelder persönlich verwalten könnten. Er behauptete, die Transaktion würde ihm ermöglichen, Kaution zu erhalten und das Gefängnis bis zum 15. November zu verlassen, und versicherte, der Verkäufer werde sich bei hochrangigen Persönlichkeiten für ihn einsetzen. Sancho prognostizierte zudem, dass das weitere Gerichtsverfahren vier Jahre dauern werde, in denen sein Vater, der Schauspieler Rodolfo Sancho, weiterhin die Verteidiger bezahlen würde. Bronchalo stellte den Vorschlag während des Austauschs infrage und verwies auf steuerliche Überweisungsprobleme, das gesetzliche Verbot für Ausländer, thailändisches Land direkt zu besitzen, und das Risiko, seine Lage zu verschlimmern.
Bronchalo reagiert auf das Leck
Bronchalo äußerte sich zu dem durchgesickerten Material gegenüber dem Journalisten Kike Calleja für die Fernsehsendung Vamos a ver und erklärte, die Aufnahme sei streng privat gewesen und verändert worden. Sie betonte, sie wisse nicht, wer das Audio aufgenommen oder veröffentlicht habe, und bestätigte, dass sie das Material ihrem Rechtsteam für mögliche Schritte übergeben habe. Bronchalo unterstrich, dass die öffentliche Verbreitung ihrem Sohn in einer prekären Phase seiner Haft in Thailand schweren Schaden zugefügt habe.
Ich ertrage das jetzt seit drei Jahren, und nun nimmt jemand ein privates Gespräch zwischen einer Mutter und ihrem verzweifelten Sohn im Gefängnis auf, manipuliert es und veröffentlicht es.
Sie bekräftigte, dass die Verbreitung des Audios sie externen Konflikten aussetze, und bestand darauf, dass sich die rechtlichen Bemühungen auf die inhaltliche Verteidigungsarbeit konzentrieren sollten.
Wer auch immer das durchsickern ließ, fügt meinem Sohn enormen Schaden zu, und wenn man dachte, man tue es mir an, hat man sich die Falsche ausgesucht.
Videoaufnahmen aus dem Gefängnis und rechtlicher Hintergrund
Das Leck umfasste auch Videoaufnahmen vom Januar 2026, die Sancho zeigen, wie er hinter einer Besucherscheibe durch ein Kabinentelefon spricht, bekleidet mit einem blauen Gefängnishemd, mit rasiertem Kopf und Bart. Während des aufgezeichneten Gesprächs sinnierte Sancho über den Glauben und sagte seiner Mutter, neun von zehn Menschen glaubten an den Teufel, während neunzig Prozent zögerten, wenn man sie nach Gott frage. Das Auftauchen der Aufnahmen folgt einer Entscheidung des Provinzgerichts Phuket, das eine von Sanchos Verteidigungsteam eingelegte Berufung auf ein Wiederaufnahmeverfahren mit neuen Zeugen abwies. Sancho verbüßt eine lebenslange Haftstrafe wegen vorsätzlichen Mordes, der Zerstückelung und des Verbergens des kolumbianischen Chirurgen Edwin Arrieta am 2. August 2023 sowie wegen der Vernichtung offizieller Dokumente.
- Edwin Arrieta wird in Thailand getötet
- Sancho wird in Thailand zu lebenslanger Haft verurteilt
- Sancho bittet seine Mutter während eines aufgezeichneten Gefängnisanrufs um 100.000 Euro
- Videoaufnahmen während eines Gefängnisbesuchs in Surat Thani entstehen
- Das Provinzgericht Phuket weist die Berufung der Verteidigung auf ein Wiederaufnahmeverfahren ab
- Spanische Medien veröffentlichen durchgesickerte Gefängnisaufnahmen und Videos
Verteidigung bereitet weitere Rechtsmittel vor
Sanchos Verteidigungsteam unter der Leitung des Anwalts Marcos Garcia-Montes hält daran fest, dass Arrieta während eines gewaltsamen körperlichen Kampfes ohne Vorsatz starb. Nach der Ablehnung der Berufung durch das Gericht in Phuket bestätigte Garcia-Montes, dass das Rechtsteam eine Kassationsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof Thailands vorbereitet. Die Verteidigung beabsichtigt zudem, eine Klage beim Verfassungsgericht einzureichen und eine förmliche Beschwerde beim Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen wegen angeblicher Verletzungen der Menschenrechte und Grundfreiheiten einzulegen. Sancho bleibt im Zentralgefängnis von Surat Thani inhaftiert, einer Hochsicherheitsanstalt im Süden Thailands, in der Häftlinge auf Decken auf dem Boden schlafen und strengen Vorschriften unterliegen, die das Rauchen und private Duschen verbieten.


