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Regierung·vor 3 Std.

CDUs Günther fordert Rücktritt des neuen Linken-Co-Vorsitzenden Pantisano nachdem er CDU ‚faschistisch‘ nannte

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sagte, Luigi Pantisano habe sich selbst von der demokratischen Politik disqualifiziert, nachdem der neu gewählte Co-Vorsitzende der Linken die CDU mit der AfD und Faschisten gleichgesetzt hatte.

Die umstrittene Aussage

Luigi Pantisano, Bundestagsabgeordneter aus Stuttgart, wurde am Wochenende auf dem Parteitag in Potsdam zum Co-Vorsitzenden der Linken gewählt. Stunden vor der Abstimmung sagte er der Bild-Zeitung, es gebe „gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“. Später nannte er die Formulierung „verkürzt“ und erklärte, dass Parteien wie die CDU AfD-Politik übernähmen und damit die extreme Rechte stärkten.

Es ist zweitrangig, ob dieselbe unmenschliche Politik von einer anderen Partei oder von der AfD selbst gemacht wird.

Günthers scharfe Reaktion

Daniel Günther, der CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, reagierte mit einer direkten Aufforderung an Pantisano, die Politik zu verlassen. „Wer die CDU mit Faschisten und der AfD gleichsetzt, hat sich für jeden ernsthaften demokratischen Austausch disqualifiziert“, sagte er der dpa. Er nannte den Vergleich „geschichtsvergessen“ und sagte, jemand wie Pantisano könne kein Ansprechpartner für Demokraten sein.

Eine solche Person sollte so schnell wie möglich die Politik verlassen.

Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zeigte sich empört. Günther hatte zuvor einen pragmatischen Umgang mit der Linken befürwortet, was interne Kritik hervorgerufen hatte; seine scharfen Worte markieren nun eine deutliche Verhärtung.

Interne parteiinterne Folgen

Pantisano Äußerungen sorgten auch in seiner eigenen Partei für Irritation. Er wurde mit nur 53 Prozent der Delegiertenstimmen zum Co-Vorsitzenden gewählt, ein schwaches Ergebnis für einen Kandidaten ohne Gegenkandidaten. Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner, mit 86 Prozent wiedergewählt, sagte, Pantisano müsse sich beweisen, nicht nur in der Partei, sondern auch in der Gesellschaft. Mehrere Linken-Politiker aus ostdeutschen Bundesländern, darunter Eva von Angern in Sachsen-Anhalt und Hennis Herbst in Mecklenburg-Vorpommern, äußerten Unbehagen. Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek betonte, das Ziel sei es, Verbesserungen für die Menschen zu erreichen, und fügte hinzu: „Das können wir in allen Rollen tun.“

Luigi Pantisano wird sich beweisen müssen. Nicht nur in seiner eigenen Partei, sondern auch in der Gesellschaft.

Wahlkontext

Der Streit kommt Monate vor Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die AfD in Umfragen führt. Ungewöhnliche Bündnisse zwischen CDU und Linken waren als Möglichkeit ins Gespräch gebracht worden, um die extreme Rechte von der Macht fernzuhalten. Pantisano selbst hatte sich zuvor für mögliche Koalitionen mit der CDU auf Landesebene ausgesprochen, um eine AfD-Regierung zu verhindern.

Eskalation der Pantisano-Kontroverse
  1. Pantisano sagt der Bild, es gebe keinen Unterschied zwischen CDU, AfD und Faschisten.
  2. Pantisano wird mit 53% der Delegiertenstimmen zum Co-Vorsitzenden der Linken gewählt.
  3. CDUs Daniel Günther fordert Pantisanos Rücktritt.

Günthers Forderung nach Pantisanos Rücktritt und die interne Kritik der Linken belasten nun diese Aussichten und erschweren die bereits fragile Arithmetik der Anti-AfD-Zusammenarbeit in Ostdeutschland.

Potsdam · Kiel

5 Quellen

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