Regierung · Rom und Venedig

Regierung ficht Sterbehilfegesetz Venetiens vor dem Verfassungsgericht an, Salvini fehlt bei der Abstimmung

Italiens Kabinett hat am Donnerstag, 5. November 2026, beschlossen, das Sterbehilfegesetz Venetiens vor dem Verfassungsgericht anzufechten. Vizepremier Matteo Salvini nahm Berichten zufolge weder an der Diskussion noch an der Abstimmung teil.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, Tgcom24, AGI und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Rom, Venedig · Italien
Wie es dazu kam
  1. 2.09.Die Regionalversammlung Venetiens billigt das Sterbehilfegesetz
  2. 8.09.Das Regionalgesetz Nummer 17 trägt das Datum 8. September 2026
  3. 5.11.Der Ministerrat beschließt, das Gesetz anzufechten

Kabinettsentscheidung

Der Ministerrat hat am Donnerstag, 5. November 2026, beschlossen, das vom Regionalrat Venetiens verabschiedete Sterbehilfegesetz anzufechten – das erste derartige Gesetz, das von einer Mitte-rechts-Regierung erlassen wurde. Das Regionalgesetz Nummer 17 vom 8. September 2026 wurde am 2. September von der Regionalversammlung gebilligt und regelt „Verfahren und Fristen für die regionale Gesundheitsversorgung im Zusammenhang mit medizinisch assistiertem Suizid“. Nach der Verfassung kann die Regierung ein Regionalgesetz vor das Verfassungsgericht (Consulta) bringen, wenn sie der Auffassung ist, dass es verfassungsrechtliche Probleme aufwirft. Der Gouverneur Venetiens, Alberto Stefani, gehört der Lega an, der auch Salvini und Roberto Calderoli angehören.

Luca Zaia, Präsident des Regionalrats Venetiens, erklärte, er akzeptiere die Entscheidung des Kabinetts voll und ganz, und verteidigte die regionale Entscheidung.

„Ich respektiere die heutige Entscheidung des Ministerrats, das Sterbehilfegesetz Venetiens anzufechten, voll und ganz.“

Luca Zaia, Präsident des Regionalrats Venetiens

Risse in der Lega

Matteo Salvini, stellvertretender Ministerpräsident und Chef der Lega, habe laut ANSA und Tgcom24 weder an der Diskussion noch an der Abstimmung teilgenommen. Roberto Calderoli, Minister für regionale Angelegenheiten und ebenfalls Lega-Mitglied, sprach sich gegen die Anfechtung aus. Er bezeichnete das Gesetz Venetiens als rein organisatorisch; es lege Leitlinien fest, die mit den bestehenden Regeln im Einklang blieben. Laut AGI stimmte Calderoli gegen die Anfechtung und stellt das Gesetz Venetiens den Gesetzen der Toskana, der Emilia und Sardiniens gegenüber. Zaia nannte es vollkommen legitim, dass die Lega-Vertreter im Kabinett nicht an der Abstimmung teilnahmen. Tgcom24 stellt die Entscheidung als eine der Regierung Meloni dar.

Regionalgesetze in ganz Italien

Tgcom24 zufolge war Umbrien die jüngste Region, die in Ermangelung eines nationalen Rahmens ein eigenes Sterbehilfegesetz verabschiedete – nach der Toskana, Sardinien, der Emilia-Romagna und Venetien. Die Regionalgesetze legen fest, wie Anträge auf medizinisch assistierten Suizid eingereicht werden, setzen Fristen für die Prüfung und klären die Rolle der Gesundheitseinrichtungen, wobei sie den Kriterien der Urteile des Verfassungsgerichts folgen. Zaia sagte, die Anfechtung werde Anlass zu weiterer juristischer Prüfung geben, argumentierte aber, das eigentliche Problem sei eine Gesetzeslücke bei der Sterbehilfe, die Italien seit zu vielen Jahren mit sich trage. Seiner Ansicht nach habe es noch kein Parlament geschafft, diese Lücke zu schließen, und das Problem lasse sich weder dieser Regierung noch einer einzelnen politischen Mehrheit zuschreiben.

Reaktionen aus Parlament und UDC

Antonio De Poli, Senator und nationaler Sekretär der UDC, reagierte auf Berichte, wonach die Regierung das Gesetz Venetiens anfechten könnte. Er argumentierte, es gehe um die Würde des Einzelnen, das Leiden von Patienten und ihren Familien, und es brauche klare und einheitliche Regeln im ganzen Land.

„Bei der Sterbehilfe können wir nicht mit unterschiedlichen Gesetzen von Region zu Region vorgehen.“

Antonio De Poli, UDC-Senator und nationaler Sekretär

De Poli sagte, eine Anfechtung durch die Regierung sei eine Frage institutioneller Kohärenz mit dem, was bereits in anderen Regionen geschehen sei, und keine Frage der Parteizugehörigkeit. Er fügte hinzu, die UDC sei der Auffassung, dass das Parlament die Verantwortung übernehmen sollte, sich des Themas anzunehmen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen