
Regisseur Carl Rinsch wegen Betrugs an Netflix in Höhe von 11 Millionen Dollar zu 30 Monaten Haft verurteilt
Der Regisseur von '47 Ronin' gab das Geld des Streamingriesen für Luxusautos, riskante Geschäfte und teure Möbel aus, anstatt die Science-Fiction-Serie 'White Horse' fertigzustellen.
Das Urteil
Carl Rinsch, der amerikanische Filmemacher hinter dem Samurai-Fantasy-Film '47 Ronin' aus dem Jahr 2013, wurde am 29. Juni 2026 zu 30 Monaten Bundesgefängnis verurteilt, weil er Netflix um 11 Millionen Dollar betrogen hatte. Richter Jed S. Rakoff verhängte das Strafmaß am Bundesgericht in Manhattan, begleitet von drei Jahren Bewährung, einer Geldstrafe von 700 Dollar und der Anordnung, 11 Millionen Dollar einzuziehen. Eine Jury hatte Rinsch im Dezember 2025 bereits des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche für schuldig befunden.
Das Betrugsschema
Netflix zahlte Rinsch zwischen 2018 und 2019 zunächst 44 Millionen Dollar für die Produktion einer Science-Fiction-Serie namens 'White Horse'. Im März 2020 überwies der Streamingdienst auf Rinschs Bitte hin weitere 11 Millionen Dollar, angeblich um das Projekt abzuschließen. Stattdessen verschob Rinsch das Geld über mehrere Konten und auf ein persönliches Brokerkonto. Er steckte es in hochspekulative Aktienoptionen und Kryptowährungen. Während ein Bericht behauptet, er habe mit Krypto-Geschäften 20 Millionen Euro verdient, erklärten die Staatsanwälte, er habe in weniger als zwei Monaten mehr als die Hälfte der 11 Millionen Dollar mit riskanten Aktienwetten verloren.
- Netflix schließt Vertrag mit Rinsch für 'White Horse' und zahlt 44 Millionen Dollar im Zeitraum 2018-2019
- Netflix überweist auf Rinschs Bitte weitere 11 Millionen Dollar für den Abschluss der Serie
- Rinsch verliert innerhalb von zwei Monaten mehr als die Hälfte der Gelder durch hochriskante Aktiengeschäfte
- Geschworene befinden Rinsch des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche für schuldig
- Richter Jed S. Rakoff verurteilt Rinsch zu 30 Monaten Gefängnis
- Rinsch soll sich voraussichtlich im Bundesgefängnis melden
Verschwenderische Ausgaben
Anstatt das verbliebene Geld an die Produktion zurückzugeben, verwendete Rinsch die Mittel zur Finanzierung eines luxuriösen Lebensstils. Gerichtsdokumente listen mindestens 1,7 Millionen Dollar an Kreditkartenrechnungen, 3,3 Millionen Dollar für Möbel und Antiquitäten, eine Uhr im Wert von 387.000 Dollar und rund 2,4 Millionen Dollar für fünf Rolls-Royce-Fahrzeuge und einen Ferrari auf. Frühere Unterlagen erwähnten zudem 652.000 Dollar für Kleidung und zwei Matratzen im Wert von 638.000 Dollar. Staatsanwalt Jay Clayton erklärte:
Betrug wird nicht toleriert.
- Kreditkartenrechnungen
- 1.7 Mio. $
- Möbel & Antiquitäten
- 3.3 Mio. $
- Luxusuhr
- 0.387 Mio. $
- Luxusfahrzeuge
- 2.4 Mio. $
Psychische Gesundheit und Gnadengesuche
Die Verteidigung argumentierte, Rinsch habe unter enormem beruflichem Druck und einer erbitterten Scheidung gelitten, verstärkt durch unbehandelte psychische Probleme und Nebenwirkungen von Medikamenten. Sein Bruder Daniel Rinsch schrieb dem Gericht über erhebliche Veränderungen in seinem Denken und Verhalten ab 2019. Der Schauspieler Keanu Reeves, der in '47 Ronin' mitspielte und ein Freund wurde, sandte ebenfalls einen Brief mit der Bitte um Gnade.
Rinsch selbst entschuldigte sich und sagte vor Gericht:Ich hoffe auf ein Urteil, das von Milde, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit geprägt sein möge.
Dieser Prozess zwang mich, mich mit Dingen an mir selbst auseinanderzusetzen, die ich zuvor nicht vollständig verstanden hatte.
Was als Nächstes kommt
Die Staatsanwaltschaft hatte eine fünfjährige Haftstrafe gefordert und Rinschs Motiv als pure Gier beschrieben.
Richter Rakoff erkannte die Beweise für psychische Probleme an, stellte jedoch fest, dass der Regisseur Autos unter falschen Namen gekauft habe, was auf bewusste Überlegung hindeute. Der 48-Jährige soll sich voraussichtlich im September 2026 im Gefängnis melden.Pure Gier.


