
Besatzung der USS Abraham Lincoln versucht Suizid durch Sprung über Bord – Einsatz erreicht Rekordmarke von 250 Tagen auf See
Mehrere Matrosen der USS Abraham Lincoln haben versucht, über Bord zu springen, während die 5.000 Besatzungsmitglieder des Flugzeugträgers einen Rekord von 250 ununterbrochenen Tagen auf See ohne Landgang erleiden – gebunden an den Krieg mit dem Iran und ohne angekündigtes Ablösedatum.
Verlängerter Einsatz und Suizidversuche
Die USS Abraham Lincoln verließ San Diego am 21. November 2025, ursprünglich mit Ziel Pazifik, bevor sie für die Operation „Epic Fury“ in den Nahen Osten umgeleitet wurde, als der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran begann. Der atomgetriebene Träger traf Ende Januar 2026 vor der iranischen Küste ein und befindet sich nun im fünften Monat der Kampfeinsätze gegen den Iran. Der Einsatz sollte ursprünglich im Mai enden, wurde aber auf unbestimmte Zeit verlängert, ohne dass ein Ablösedatum bekannt gegeben wurde. Die 5.000 Matrosen und Marines des Trägers haben bis zum 12. August 250 aufeinanderfolgende Tage ohne Landgang verbracht – ein Rekord für einen Flugzeugträger in der Neuzeit – und befinden sich im neunten Monat auf See.
- Die USS Abraham Lincoln verlässt San Diego, ursprünglich mit Ziel Pazifik
- Kurzer Hafenaufenthalt in Guam; nur ein Teil der Besatzung darf an Land
- Träger erreicht vor der iranischen Küste nach Umleitung in den Nahen Osten
- Ursprüngliches Einsatzende auf unbestimmte Zeit verschoben
- Kurzer Hafenaufenthalt in Oman nach 208 aufeinanderfolgenden Tagen auf See
- Etwa 200 Familienangehörige treffen amtierenden Marineminister Hung Cao in San Diego
- Navy Times und Stars and Stripes berichten über mehrere Suizidversuche an Bord
Berichte über Sprünge über Bord und psychische Zusammenbrüche
Die Navy Times und Stars and Stripes berichteten am 12. August, dass mehrere Besatzungsmitglieder aufgrund schlechter Bedingungen und psychischer Belastung versucht hätten, über Bord zu springen. Annabelle Loma sagte der Navy Times, ihr Ehemann habe versucht, über Bord zu springen, nachdem sein Einsatz wiederholt verlängert worden war. Er sei medizinisch vom Dienst befreit, bleibe aber an Bord des Trägers, und Loma sagte, sie habe einen ersten Anruf vom Ombudsmann des Schiffs erhalten, aber in den letzten Wochen nichts von der Navy gehört.
Er hat Angst. Er denkt, er bekommt eine unehrenhafte Entlassung, und nur weil er ausgebrannt ist, ist seine 13-jährige Karriere ruiniert, einfach so.
Eine andere Ehefrau eines Matrosen beschrieb, wie ihr Mann ein Besatzungsmitglied am Arm packte und zurück auf das Deck zog, als dieser bereits über die Reling kletterte. Stars and Stripes berichtete separat von einem Vorfall, bei dem Wachpersonal ein Besatzungsmitglied am Sprung hinderte. Es bleibt unklar, ob diese Berichte dieselben oder verschiedene Ereignisse beschreiben, obwohl beide Medien von mehreren Vorfällen berichten. Familienangehörige sagten El Mundo, dass Selbstverletzungen an Bord des Trägers ein wiederkehrendes Phänomen seien.
Verschlechterte Lebensbedingungen
Familien haben eine starke Verschlechterung der Lebensstandards an Bord des Trägers beschrieben. Der demokratische Abgeordnete Mike Levin aus Kalifornien schilderte die Zustände am 11. August auf X.
Verschimmelte Duschen, kaputte Toiletten, wochenlang keine Wäsche, lange Zeiträume ohne heißes Wasser, eine Mahlzeit, die auf eine halbe Tasse Reis und zwei Tortillas hinauslief. Keine Seife, kein Deodorant, keine Zahnpasta.
Die Navy hat Vorwürfe von Nahrungsmittelknappheit zurückgewiesen und erklärt, die Lincoln und die USS Tripoli hätten ausreichende Vorräte und die Besatzungen erhielten ernährungsphysiologisch angemessene Mahlzeiten. Die Navy sagte auch, etwaige Versorgungslücken seien vorübergehend gewesen und das Schiff bleibe einsatzfähig. Vizeadmiral Joseph Cahill räumte das Problem ein, obwohl seine vollständigen Ausführungen nicht in der verfügbaren Berichterstattung enthalten waren.
Familientreffen und Reaktion des Kongresses
Etwa 200 Familienangehörige nahmen am 6. August an einer Bürgerversammlung in San Diego mit dem amtierenden Marineminister Hung Cao teil, gefolgt von einem Videoanruf mit den Vizeadmirälen Douglas Verissimo und Joseph Cahill. Ein Ehepartner bei dem Treffen sagte zu Cao, die Navy habe „das Vertrauen zwischen uns und der Führung gebrochen“. Eine andere Ehefrau berichtete, ihr Mann habe ihr eine SMS geschickt, in der er sagte, er hoffe, am nächsten Tag nicht aufzuwachen. Der demokratische Abgeordnete Jason Crow aus Colorado, ein ehemaliger Army Ranger, der in Afghanistan und im Irak diente, hat ebenfalls vor der Belastung der Besatzung gewarnt.
Iranische Behauptungen und Ablösepläne
Die iranische Staatsagentur Wana behauptete unter Berufung auf eine ungenannte Militärquelle, an Bord der Lincoln seien Meutereien ausgebrochen, bei denen sieben Tote und mehrere Verletzte zu beklagen seien. Dieser Bericht bleibt unbestätigt und wird von El Mundo und Corriere della Sera als Propaganda des Teheraner Regimes eingestuft. Die Navy hat bestätigt, dass die USS Theodore Roosevelt zur Ablösung der Lincoln vorbereitet wird, aber aus Sicherheitsgründen keinen Zeitplan genannt. Die Situation erinnert an die Krise an Bord der USS Gerald R. Ford, die nach 326 ununterbrochenen Einsatztagen in die USA zurückkehrte – ein Rekord seit dem Vietnamkrieg – und bei der es zu einem Wäschereibrand und verstopften Toiletten kam.

