Regierung · Urda und Madrid

Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente tritt nach tödlichem Zugunglück von Urda zurück

Puente, der am 30. Oktober einen Rücktritt abgelehnt hatte, verzichtet auch auf seinen Platz auf der PSOE-Liste für Valladolid bei der Parlamentswahl am 29. November. Die vorläufige Bilanz von Urda liegt bei 69 Toten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Razón, PÚBLICO, Spiegel Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Iglesia en Valladolid, CC BY-SA 2.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 28.10.Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stoßen nahe Urda zusammen, in der vorläufigen Zählung 69 Tote
  2. 30.10.Puente lehnt einen Rücktritt ab
  3. 3.11.Puente kündigt seinen Rücktritt an und verzichtet auf die Liste für Valladolid
  4. 29.11.Angesetzte Parlamentswahl

Puente tritt zurück

Am Dienstag, dem 3. November, gab Óscar Puente am Ende seines Auftritts vor der Ständigen Deputation des Kongresses zum Unglück von Urda bekannt, dass er das Amt des Verkehrsministers aufgibt. Er erklärte zudem, dass er bei der Parlamentswahl am 29. November nicht auf der PSOE-Liste für Valladolid kandidieren werde. Puente hatte am Freitag, dem 30. Oktober, Rücktrittsforderungen zurückgewiesen, und auch Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte einen Rücktritt in den Tagen zuvor ausgeschlossen. Laut La Vanguardia hatten alle Oppositionsparteien seinen Rücktritt gefordert, ebenso die Koalitionspartner mit Ausnahme von Bildu. Puente sagte, er habe sich zum Rücktritt entschlossen, sobald er von dem Unglück erfahren habe, habe aber den Beginn der Ermittlungen abwarten wollen – eine Darstellung, die seinen früheren Äußerungen widersprach.

Der Zusammenstoß von Urda

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stießen am Mittwoch, dem 28. Oktober, nahe Urda in der Provinz Toledo zusammen. Público berichtet, dass sich mehr als 500 Menschen in den beiden Zügen befanden, und verortet die Unfallstelle etwa 150 km von Madrid entfernt, während Spiegel sie rund 130 km südlich der Hauptstadt angibt. Laut Spiegel fuhr ein Zug von Renfe auf einen stehenden Zug von Iryo auf. Die spanische Untersuchungskommission für Eisenbahnunfälle gab eine vorläufige Bilanz von 69 Toten bekannt und erklärte, die Zahl der Verletzten, die noch bestätigt werden müsse, sei sehr hoch; 15 Schwerverletzte befänden sich noch im Krankenhaus. Die Ermittler konzentrieren sich auf ein Versagen des Zugsicherungssystems LZB und auf mögliche Fehler bei Anweisungen aus dem Kontrollzentrum von Adif. Im Januar waren in Adamuz in Andalusien zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestoßen, 46 Menschen starben – das zweite schwere Bahnunglück binnen neun Monaten.

Tote bei zwei spanischen Hochgeschwindigkeits-ZugunglückenTote
Adamuz, Januar 2026
46 Tote
Urda, 28. Oktober 2026
69 Tote

Daten aus dem Artikeltext

Sicherheitsmaßnahmen und Entschädigung

Die Madrider Regierung billigte in ihrer wöchentlichen Sitzung des Ministerrats ein Hilfspaket von 30 Millionen Euro für die Opfer und ihre Angehörigen, wie Spiegel berichtet. Vor seiner Anhörung kündigte Puente an, dass der Zugverkehr auf der Strecke Madrid–Sevilla reduziert werde; Público nennt die ersten Wochen des Jahres 2027 als Zeithorizont, Spiegel verknüpft dies mit dem Start des Signalsystems ERTMS. Mehr Züge sollten als Doppelkompositionen verkehren, um die Sitzplatzkapazität zu erhalten. Er kündigte außerdem neue Software für das Kontrollzentrum mit automatischen Warnmeldungen an sowie Protokolle, nach denen jede Entscheidung des Kontrollzentrums von einem zweiten Fahrdienstleiter bestätigt werden muss. Bei einem Ausfall des LZB-Systems müsse ein zweiter Mitarbeiter die an die Triebfahrzeugführer erteilten Anweisungen prüfen und bestätigen. Das Personal von Adif erhalte längere Ruhezeiten, Ermüdungskontrollen und mehr Schulungen.

Haushaltsstreit im Kongress

In der Anhörung wies Puente die Kritik zurück, die Instandhaltungsausgaben seien zu niedrig. El Confidencial zitiert ihn mit den Worten, mit denen er seine Bilanz verteidigte:

„Ich investiere alles, was ich habe.“

Óscar Puente, Spaniens Verkehrsminister

Puente sagte, sein Ministerium gebe nahezu seinen gesamten Jahresetat aus, die Ausführung bei Adif Alta Velocidad habe 91 % erreicht, und das Ministerium arbeite mit einem Haushalt aus dem Jahr 2023, der nie aktualisiert worden sei. Ohne ein neues Haushaltsgesetz, argumentierte er, habe er keinen Spielraum, die Investitionen in die Instandhaltung weiter zu erhöhen. El Confidencial merkt an, dass die Regierung in dieser Legislaturperiode keinen Haushaltsentwurf in den Kongress eingebracht hat.

Politische Reaktionen

Während der Anhörung sagte der katalanische Abgeordnete Gabriel Rufián zu Puente, er sei eine Ablenkung vom Umgang der Regierung mit dem Unglück; die Worte wurden im Sitzungsprotokoll festgehalten:

„Sie sind eine Ablenkung.“

Gabriel Rufián, Abgeordneter im Kongress

Joaquín Prat kritisierte Puente in der Sendung El tiempo justo auf Telecinco dafür, dass er sechs Tage nach dem Unglück die exakte Entschädigungssumme für die Familien der Opfer wiederholt habe. Gonzalo Miró hatte den Minister am Vorabend in der Sendung verteidigt. Juan Miguel Becerra, Geschäftsführer von SW Demoscopia, sagte, die Mehrheit der PSOE-Wähler unterstütze einen Verbleib Puentes im Amt, während eine beträchtliche Gruppe seinen Rücktritt als Erleichterung empfinden würde.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Urda, Madrid · Spanien

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