
Spaniens PSOE baut Vorsprung auf PP im Juli-CIS-Barometer auf 7,9 Punkte aus – trotz Ábalos-Korruptionsurteil
Die regierenden Sozialisten erreichten im Juli-CIS-Barometer einen geschätzten Stimmenanteil von 33 %. Die Umfrage wurde wenige Tage nach der Verurteilung des ehemaligen Ministers José Luis Ábalos zu 24 Jahren Haft wegen Korruption durchgeführt.
Die wichtigsten Zahlen
Die Sozialistische Partei (PSOE) legte um 1,7 Prozentpunkte auf 33 % geschätzten Stimmenanteil im Barometer des Centro de Investigaciones Sociológicas (CIS) für Juli zu, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die konservative Partido Popular (PP) fiel um zwei Punkte auf 25,1 %, wodurch sich der Abstand zwischen den beiden größten Parteien auf 7,9 Punkte vergrößerte. Die Feldarbeit umfasste 4.020 Interviews, die zwischen dem 1. und 6. Juli durchgeführt wurden, eine Woche nachdem der Oberste Gerichtshof am 22. Juni den ehemaligen Verkehrsminister José Luis Ábalos wegen Straftaten wie krimineller Vereinigung, Bestechung, Unterschlagung und Einflussnahme zu 24 Jahren Haft verurteilt hatte.
El PSOE se recupera y lograría el 33 % de los votos, según el último barómetro del Centro de Investigaciones Sociológicas (CIS), que sitúa al PP a 7,9 puntos de los socialistas tras perder dos puntos respecto a la encuesta de junio.
Der Korruptionshintergrund
Die Umfrage war die erste nach zwei hochkarätigen gerichtlichen Entwicklungen. Am 22. Juni verurteilte der Oberste Gerichtshof Ábalos zu 24 Jahren, seinen ehemaligen Berater Koldo García zu 19 Jahren und den Geschäftsmann Víctor de Aldama zu 4 Jahren und 6 Monaten, nachdem ein mildernder Umstand wegen Zusammenarbeit mit der Justiz angewandt worden war. Während des Feldarbeitszeitraums wurden die Generaldirektorin der Guardia Civil, Mercedes González, und der stellvertretende operative Direktor, Manuel Llamas, im Fall Leire Díez formell unter Untersuchung gestellt, bei dem es um angebliche Versuche geht, Gerichtsverfahren gegen Sozialisten zu behindern.
Contra pronóstico, la condena a 24 años de cárcel a José Luis Ábalos por delitos de corrupción cuando era ministro de Transportes no sólo perjudica al PSOE, sino que parece impulsarle.
Das restliche Parteienfeld
Vox rutschte um einen halben Punkt auf 15,3 % ab und blieb auf dem dritten Platz. Sumar, der Juniorpartner in der Regierungskoalition, büßte drei Zehntel auf 6,1 % ein. Weiter unten in der Liste gewann die Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) acht Zehntel hinzu und erreichte 2,7 %, während die rechtsextreme Se Acabó La Fiesta (SALF) unter der Führung des EU-Abgeordneten Alvise Pérez um sieben Zehntel auf 2,6 % zulegte und damit Podemos überholte, das auf 2,5 % fiel.
- PSOE
- 33 %
- PP
- 25.1 %
- Vox
- 15.3 %
- Sumar
- 6.1 %
- ERC
- 2.7 %
- SALF
- 2.6 %
- Podemos
- 2.5 %
Minister-Zustimmungswerte
Das CIS-Barometer enthielt auch eine Bewertung der Regierungsminister. Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo blieb mit einer Note von 5,62 von 10 das am höchsten bewertete Kabinettsmitglied, ein Rückgang um drei Zehntel gegenüber der vorherigen Messung im April. Sozialminister Pablo Bustinduy folgte mit 5,36 und Kulturminister Ernest Urtasun mit 5,02. Sie waren die einzigen drei Minister, die eine ausreichende Note erreichten. Außenminister José Manuel Albares lag mit 4,74 als Nächster.
- Carlos Cuerpo
- 5.62 /10
- Pablo Bustinduy
- 5.36 /10
- Ernest Urtasun
- 5.02 /10
- José Manuel Albares
- 4.74 /10
Politischer Kontext
Nach der Verurteilung von Ábalos brachte die PP in der letzten ordentlichen Plenarsitzung des Kongresses einen unverbindlichen Antrag ein, in dem Premierminister Pedro Sánchez aufgefordert wurde, sich einem Misstrauensvotum zu stellen oder wegen Korruptionsskandalen in seinem politischen und familiären Umfeld zurückzutreten. Der Antrag wurde mit Unterstützung von Vox und Junts angenommen. Zwei Tage später erhielt Sánchez Rückendeckung vom Bundesausschuss der PSOE, wo die einzigen abweichenden Stimmen vom Präsidenten von Kastilien-La Mancha, Emiliano García Page, und der Bürgermeisterin von Palencia, Miriam Andrés, kamen. Sánchez hat bekräftigt, dass die nächste Parlamentswahl 2027 stattfinden wird.


