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Regierung·vor 2 Std.

Spanischer PP-Chef Tellado fordert PNV auf, Unterstützung für Sánchez‘ ‚Mafia‘-Regierung zurückzuziehen und ruft zu Neuwahlen auf

Miguel Tellado, Generalsekretär der spanischen Partido Popular, hat die politischen Spannungen am Samstag in Bilbao verschärft, indem er Ministerpräsident Pedro Sánchez als ‚Mafiaboss‘ bezeichnete und die baskische Nationalistische Partei (PNV) aufforderte, ihre parlamentarische Unterstützung sofort zurückzuziehen. Er nannte die Situation einen ‚demokratischen Notstand‘.

Ein ‚demokratischer Notstand‘ in Bilbao

Miguel Tellado, der Generalsekretär der Partido Popular (PP), hat während einer Parteiveranstaltung auf dem Plaza Indautxu in Bilbao am Samstag einen vernichtenden Angriff auf Ministerpräsident Pedro Sánchez und seine Regierung gestartet. In seiner Rede vor PP-Mitgliedern an der Seite des baskischen PP-Präsidenten Javier de Andrés bezeichnete Tellado die aktuelle politische Situation als ‚demokratischen Notstand‘ und nannte die Exekutive ‚korrupt, widerlich und eine nationale Schande‘. Er forderte direkt die Auflösung der Cortes Generales und die sofortige Ausrufung von Neuwahlen.

Die Zeit für Erklärungen ist vorbei. Treten Sie nicht vor den Cortes Generales auf, lösen Sie sie auf und rufen Sie Neuwahlen aus.

Die ‚Macrocausa Sánchez‘ und die ‚Mafia‘-Erzählung

Tellado stellte die zahlreichen gerichtlichen Ermittlungen gegen die Sozialistische Partei als miteinander verbundene Teile dessen dar, was er als ‚Macrocausa: die Causa Sánchez‘ bezeichnete. Er nannte 11 laufende Verfahren und fast 80 Angeklagte oder strafrechtlich Verfolgte, darunter die Frau des Ministerpräsidenten, Begoña Gómez, und den ehemaligen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero. Tellado beschuldigte Sánchez, die ‚Nummer eins‘ der gesamten Korruption zu sein, die die spanische Politik in den letzten acht Jahren heimgesucht habe, und behauptete, dass eine fünftägige Bedenkzeit des Präsidenten tatsächlich dazu genutzt worden sei, eine ‚Gangsterverschwörung gegen Richter und Staatsanwälte‘ zu organisieren.

Alles an Sánchez ist faul.

Druck auf die PNV und Aitor Esteban

Ein bedeutender Teil von Tellados Rede richtete sich an die baskische Nationalistische Partei (PNV) und ihren parlamentarischen Sprecher Aitor Esteban. Er wies Estebans jüngste Kritik an der Regierung als ‚Krokodilstränen‘ zurück und bestand darauf, dass Politiker Entscheidungen treffen müssten, nicht als Kommentatoren auftreten sollten. Tellado stellte die PNV vor eine klare Wahl: ‚Entweder Sie stehen zu Sánchez und stützen die Mafia an der Macht, oder Sie unterstützen einen Regierungswechsel in Spanien.‘ Javier de Andrés bekräftigte dies und warf der PNV vor, sich der PSOE ‚ergeben‘ zu haben, und bezeichnete ihre Position als ‚sehr falsch‘.

Herr Esteban, Politiker sind keine Experten oder Kommentatoren des Zeitgeschehens; wir müssen Entscheidungen treffen.

Strategische Dilemmata für nationalistische Parteien

Trotz der Offensive der PP ist die strategische Realität für nationalistische Formationen komplex. Laut Analyse lehnen sowohl die PNV als auch Junts es kategorisch ab, einen Misstrauensantrag zu unterstützen, der auf Stimmen der Vox angewiesen ist. Ihre Strategie, die Berichten zufolge seit einem Treffen 2023 in Waterloo koordiniert wird, besteht nicht darin, die Regierung durch ein Bündnis mit der Rechten zu stürzen, sondern Sánchez unter Druck zu setzen, das Parlament bis Ende 2026 oder Anfang 2027 selbst aufzulösen. Beide Parteien teilen eine gemeinsame Befürchtung: Sie müssen die Parlamentswahlen von den Kommunalwahlen 2027 trennen, um ihre lokalen Basen vor Rivalen wie EH Bildu und ERC zu schützen.

Die Wahlarithmetik der PP im Baskenland

Die aggressive Rhetorik der PP gegen die PNV ist Teil einer breiteren Strategie, um unzufriedene bürgerliche Wähler im Baskenland zu umwerben. Indem die PP die PNV als mitschuldig an der Stützung einer ‚korrupten‘ Regierung darstellt, will sie die traditionelle Unterstützung der nationalistischen Partei untergraben. Tellados Auftritt in Bilbao, flankiert von den lokalen PP-Führern Esther Martínez und Amaya Fernández, unterstrich die Absicht der Partei, in einer Region Fuß zu fassen, in der sie historisch gesehen wenig Erfolg hatte, und dabei die nationale Anti-Korruptionsstimmung für regionale Gewinne zu nutzen.

Bilbao

8 Quellen

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