
Bruder des spanischen Ministerpräsidenten erhält neunjährige Amtsunfähigkeit im Badajoz-Rechtsbeugungsfall, Gericht spricht von Vetternwirtschaft
Ein spanisches Gericht verurteilte den Bruder von Ministerpräsident Pedro Sánchez zu neun Jahren Amtsunfähigkeit und löste damit eine Welle von Berufungen und heftige politische Reaktionen aus. Das Urteil verurteilte die Schaffung eines maßgeschneiderten Arbeitsplatzes bei einem Provinzrat.
Die Audiencia Provincial de Badajoz verurteilte David Sánchez, den Bruder des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, am 14. Juli 2026 zu neun Jahren besonderer Amtsunfähigkeit. Das 377-seitige Urteil befand ihn für schuldig als notwendigen Mittäter einer Verwaltungsrechtsbeugung, weil er sich 2017 einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz bei der Diputación de Badajoz gesichert hatte. Das Urteil verhängte außerdem 18 Jahre Amtsunfähigkeit gegen Miguel Ángel Gallardo, den ehemaligen Präsidenten des Provinzrats und Ex-Vorsitzenden der PSOE in Extremadura, sowie neun Jahre gegen die neun anderen Angeklagten, allesamt ehemalige Beamte oder Angestellte der Einrichtung.
Das Urteil und der 'maßgeschneiderte' Arbeitsplatz
Das Gericht stellte fest, dass ein Büro geschaffen wurde, um David Sánchez' persönlichen Interessen an der Oper zu dienen, und bezeichnete die Praktiken der „Vetternwirtschaft“ und des „Absentismus“ als ethisch verwerflich. Die Richter zogen jedoch eine klare Grenze zwischen ethischem Fehlverhalten und Strafrecht und sprachen letztlich alle 11 Angeklagten vom Vorwurf der Einflussnahme frei, da eine abschließende Handlung nicht nachgewiesen werden konnte.
Keiner der Angeklagten war sich des von den höchsten Behörden der Diputación de Badajoz ausgearbeiteten kriminellen Plans nicht bewusst.
Das Urteil beschreibt eine Reihe von Unregelmäßigkeiten ab 2016 und schildert eine Stelle ohne tatsächlichen Bedarf oder Dringlichkeit, die an David Sánchez' Vorlieben angepasst wurde, der unter dem Künstlernamen David Azagra auftrat.
Die politischen Folgen
Die Verurteilung hat die PSOE eher gestärkt als gespalten. Quellen aus der Nähe der Moncloa teilten EL PAÍS mit, dass es zwar persönlichen Schaden für den Präsidenten gebe, die Wahlauswirkungen jedoch „gleich Null“ seien. Sie unterscheiden diese Familienfälle von den Korruptionsskandalen von Persönlichkeiten wie José Luis Ábalos. Beamte glauben, dass Entscheidungen gegen die Familie des Präsidenten von progressiven Wählern als parteiisch wahrgenommen werden.
Der einzige Zweck war, eine Regierung zu stürzen, weil man dazu nicht in der Lage war.
Dieses Gefühl der richterlichen Übergriffigkeit wird von Parteistrategen nun als mobilisierende Kraft gesehen, die vor einigen Monaten noch fehlte.
- David Sánchez
- 9 Jahre Jahre der Amtsunfähigkeit
- Miguel Ángel Gallardo
- 18 Jahre Jahre der Amtsunfähigkeit
- Neun weitere Angeklagte
- 9 Jahre Jahre der Amtsunfähigkeit
Der Kampf um die Berufungen
Die Reaktionen auf das Urteil kamen sofort. Die Verteidigung unter der Leitung von Anwalt Emilio Cortés kündigte an, das Urteil vor dem Tribunal Superior de Justicia de Extremadura anzufechten, nannte die Strafe „unverhältnismäßig“ und bestand auf einem vollständigen Freispruch.
Ich hatte mit einem vollständigen Freispruch gerechnet.
Auf der anderen Seite kritisierte Miguel Bernad, Generalsekretär von Manos Limpias, der Gewerkschaft, deren Klage das Verfahren auslöste, das Urteil als „etwas lahm“, weil es nicht auf den Vorwurf der Unterschlagung öffentlicher Gelder lautete. Manos Limpias bestätigte, dass auch sie Berufung einlegen werde und prüfe, ob der Freispruch wegen Einflussnahme angefochten werden solle.
Wenn Manos Limpias die Klage nicht eingereicht hätte, würde David Sánchez immer noch bei der Diputación Provincial de Badajoz arbeiten.
Ein langer juristischer Weg
- E-Mail von Evaristo Valentí an Yolanda Sánchez, in der David Sánchez als 'hermanísimo' bezeichnet wird
- David Sánchez bei der Diputación de Badajoz eingestellt
- Verhandlung vor der Audiencia Provincial de Badajoz gegen 11 Angeklagte
- 377-seitiges Urteil verkündet, das alle 11 Angeklagten der Rechtsbeugung für schuldig befindet
- Verteidigung kündigt Berufung an; Manos Limpias kündigt Berufung an und strebt Verurteilung wegen Unterschlagung an
Der Fall erstreckte sich über mehrere Jahre, beginnend im Jahr 2017 mit einer internen E-Mail, in der David Sánchez als „hermanísimo“ bezeichnet wurde. Elf Angeklagte saßen vom 28. Mai bis 9. Juni 2026 auf der Anklagebank. Während die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von drei bis sechs Jahren gefordert hatte, verhängte das Gericht nur die Amtsunfähigkeit. Der Schatten von Ministerpräsident Sánchez, der im Urteil ein halbes Dutzend Mal als unvermeidlicher kontextueller Bezug erwähnt wird, liegt weiterhin über dem Fall, während er sich der nächsten rechtlichen Phase nähert.


