Sicherheit · Lissabon und Porto

Portugal: Wohnungsproteste vor dem Parlament weiten sich aus – Polizeiknüppel in der Kritik

Mehrere Tausend Menschen haben am 27. Oktober vor dem portugiesischen Parlament in Lissabon demonstriert und den Rücktritt der Regierung gefordert, nachdem die Polizei in Lissabon und Porto Zeltlager geräumt hatte. Die Polizei meldete elf Leichtverletzte, die Aktivistengruppe Casa para Viver sprach von 60 Verletzten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von europa press, Mediafax.ro, Irish Examiner und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Lissabon, Porto · Portugal
Wie es dazu kam
  1. Woche ab 2. November 2026Der von Präsident Seguro einberufene Staatsrat berät über die Proteste
  2. 11.11.In Spanien ausgerufener Streik, dem sich die portugiesischen Gewerkschaften nach dem Willen der Protestierenden anschließen sollen
  3. 14.11.Landesweite Märsche in ganz Portugal geplant

Mehrere Tausend versammeln sich vor dem Parlament

Mehrere Tausend Menschen versammelten sich am Dienstag, 27. Oktober, vor der Assembleia da República in Lissabon, während die Abgeordneten über die Ausgabenpläne der Mitte-rechts-Regierung für 2027 debattierten. Die Organisatoren der Kundgebung sprachen von mehreren Tausend Menschen, die den Bereich füllten; die Polizei nannte keine Zahl. Die Demonstranten, offenbar überwiegend zwischen 20 und 30 Jahre alt, skandierten, sangen und trommelten vor dem Gebäude. Die Protestierenden erklärten, sie wollten weiter marschieren, bis die Regierung als Ganzes zurücktritt, und forderten die Gewerkschaften auf, sich einem für den 11. November in Spanien ausgerufenen Streik anzuschließen. Auch in anderen großen portugiesischen Städten gab es Demonstrationen, und für den 14. November sind landesweite Märsche geplant.

Polizeiräumungen und Verletzte

Die Spannungen wuchsen, nachdem die Polizei am Sonntag, 25. Oktober, Zeltlager von Wohnungsaktivisten in Lissabon und Porto geräumt hatte. Die Polizei meldete bei beiden Einsätzen elf Leichtverletzte, darunter drei Beamte, während die Aktivistengruppe Casa para Viver von 60 Verletzten sprach. In den Tagen zuvor hatte die Polizei ähnliche Proteste auf den zentralen Plätzen der Hauptstadt mit Schlagstöcken und Hunden aufgelöst. Die portugiesische Aufsichtsbehörde für innere Angelegenheiten, die IGAI, leitete eine Untersuchung der Einsätze ein, und die Staatsanwaltschaft eröffnete ein separates Verfahren zum Verhalten der Beamten. Ministerpräsident Luis Montenegro verteidigte am Dienstag im Parlament das Vorgehen der Beamten als mit „Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit und Angemessenheit“ vereinbar.

Wohnkosten und Mieten

Der Unmut stützt sich auf mehrere offizielle Zahlen. Ein Ende 2025 veröffentlichter EU-Bericht bezifferte den durchschnittlichen Anstieg der Wohnkosten in Europa zwischen 2015 und 2025 auf 60,5 Prozent, während Portugal im selben Zeitraum 147 Prozent erreichte – der dritte Wert nach Ungarn und Litauen. Laut dem staatlichen Statistikinstitut stiegen die Wohnungspreise zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 um fast 20 Prozent. Die Regierung gibt an, die Mieten seien seit 2020 um 68 Prozent gestiegen. Auch ausländische Käufer und Investmentfonds haben die Preise nach oben getrieben, und der Tourismus hat viele Wohnungen in den Stadtzentren in Kurzzeitvermietungen verwandelt.

Anstieg der Wohnkosten, 2015 bis 2025%
EU-Durchschnitt
60.5 %
Portugal
147 %

Daten aus dem Artikeltext

Stimmen vom Platz

Die 39-jährige Schauspielerin Erica Rodrigues sagte, die Krise belaste jüngere und ältere Generationen gleichermaßen, und richtete ihre Worte an die Regierung.

„Meinen Glückwunsch an diese Regierung für die Clownshow, die sie in letzter Zeit abgezogen hat. Sie hat einen furchtbaren Job gemacht.“

Erica Rodrigues

Der 30-jährige Gabriel Pais formulierte die Forderung klar und wies darauf hin, dass Ein-Zimmer-Wohnungen in Lissabon regelmäßig 1.500 Euro im Monat kosten – in einem Land, in dem der Mindestlohn 920 Euro brutto im Monat beträgt.

„Wir kämpfen für das Recht auf ein Dach über dem Kopf.“

Gabriel Pais

Der 49-jährige Verkaufsassistent Hugo Silva sagte, er empfinde Wut und wolle seine Rechte verteidigen. Der 39-jährige arbeitslose Joao Martins beschrieb die Protestierenden als Menschen, die „für menschenwürdigen und bezahlbaren Wohnraum für alle“ kämpften und zugleich für das Recht auf Protest demonstrierten. Die 20-jährige Studentin Laura Andre aus Lissabon lebt bei ihren Eltern und will ein Zuhause und eine Zukunft.

Reaktion der Regierung und nächste Schritte

Die Minderheitsregierung der Mitte-rechts steht vor der Forderung, einen Gesetzentwurf fallen zu lassen, der Räumungen beschleunigen und Mietobergrenzen für Neuverträge aufheben würde. Der Entwurf passierte eine erste Lesung, nachdem sich die rechtsextreme Partei Chega enthalten hatte. Präsident António José Seguro, dessen Amt weitgehend zeremoniell ist, hat den Staatsrat, ein Beratungsgremium, für die Woche ab 2. November 2026 zu den Protesten einberufen. Die Regierung hat Steuern auf Neubauten gesenkt, Kurzzeitvermietungen eingeschränkt und 145.000 neue Wohnungen zugesagt, räumt aber ein, dass die Wirkung nicht sofort eintreten wird. Die nächsten Termine sind der spanische Streik am 11. November und landesweite Märsche am 14. November.

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