Gesundheit & Bildung · Lissabon und Setúbal
Portugal stellt 88 Millionen Euro für Lehrkräfte bereit, während 265 Stundenpläne unbesetzt bleiben
Bildungsminister Fernando Alexandre sagte im Parlament, aktualisierte Daten zu Schülern ohne Unterricht werde es ab dem 14. Dezember geben. Am selben Nachmittag protestierte die Lehrergewerkschaft Fenprof vor der Assembleia da República in Lissabon gegen den Haushalt 2027.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von SAPO, Notícias ao Minuto, Observador und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Haushalt 2027 sieht laut SIC Notícias 88 Millionen Euro im Rahmen des Plano +Aulas +Sucesso vor, davon etwa 41 Millionen für Überstundenvergütungen und sechs Millionen für eine Zahlung von 750 Euro an Lehrkräfte, die ihren Ruhestand aufschieben.
Das Ministerium nannte 265 unbesetzte Stundenpläne, 164 davon Vollzeitstellen, während SIC Notícias 770 meldete und Fenprof schätzt rund 56.000 Schüler ohne vollständigen Stundenplan. Die Daten des Ministeriums sollen ab dem 14. Dezember vorliegen.
Lehrkräfte protestierten am 4. November um 16 Uhr vor der Assembleia da República in Lissabon. Fenprof schätzt, dass drei- bis viertausend Schüler des ersten Zyklus keine Lehrkraft haben.
Fenprof zufolge würden die Bildungsausgaben 2027 von 7.787,9 Millionen Euro, ein Plus von 244,9 Millionen, auf 2,33 Prozent des BIP sinken, wenn das nominale BIP um 4,1 Prozent auf rund 334 Milliarden Euro wächst.
- 4.11.Protest der Fenprof-Lehrkräfte vor dem Parlament in Lissabon
- 14.12.Ministerium erwartet aktualisierte Daten zu Schülern ohne Unterricht
Haushalt und Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel
Der Bildungsbereich im Haushaltsentwurf 2027 (OE2027) umfasst rund 7,8 Milliarden Euro. Minister Fernando Alexandre bezifferte den Zuwachs auf 5 Prozent, also mehr als 380 Millionen Euro gegenüber 2026, während SIC Notícias einen Anstieg um 1,5 Prozent auf 7,78 Milliarden Euro meldete; die beiden Zahlen lassen sich in den Berichten nicht in Einklang bringen. Die Personalkosten belaufen sich auf 6.515,8 Millionen Euro, das sind 94,7 Prozent des Etats, und bilden den Kern der Schulfinanzierung. Für Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel im Rahmen des Plano +Aulas +Sucesso hat die Regierung laut Haushaltsvermerk 88 Millionen Euro vorgesehen. SIC Notícias berichtete, davon gingen etwa 41 Millionen Euro in Überstundenvergütungen und sechs Millionen Euro in eine Unterstützung von 750 Euro für Lehrkräfte, die ihren Ruhestand aufschieben. Das Paket finanziert zudem eine Partnerschaft mit Hochschulen, um bereits im Klassenzimmer stehende Lehrkräfte ohne volle Qualifikation auszubilden.
Laut dem Vermerk des Ministeriums haben die Maßnahmen im vergangenen Schuljahr 5.535 neue Lehrkräfte an die öffentlichen Schulen gebracht, darunter 1.008, die nach mindestens einem Jahr Abwesenheit zurückkehrten. Weitere 2.232 Lehrkräfte erklärten sich bereit, ihre Laufbahn zu verlängern, und 7.122 erhielten Umzugshilfen.
- Neue Lehrkräfte an öffentlichen Schulen
- 5535
- Lehrkräfte, die ihre Laufbahn verlängert haben
- 2232
- Empfänger von Umzugshilfen
- 7122
Daten aus dem Artikeltext
265 unbesetzte Stundenpläne und umstrittene Zahlen
Der Minister sagte im Parlament, 265 Stundenpläne seien weiterhin unbesetzt, 164 davon Vollzeitstellen. Die Hälfte betreffe Klassen des ersten Zyklus, vor allem in QZP 45 und 46, die Schulen im Großraum Lissabon und auf der Halbinsel Setúbal umfassen. Ab dem 14. Dezember rechnet das Ministerium mit aktualisierten Informationen zu Schülern ohne Unterricht. Zu diesem Datensystem sagte der Minister:
„Der Prozess ist praktisch abgeschlossen und wird ein außerordentlicher Fortschritt sein.“
SIC Notícias berichtete, das Ministerium habe seinen Plan aufgegeben, Unterrichtszusammenfassungen zu verwenden; die Zählung erfolge stattdessen anhand von Stundenplänen ohne Lehrkraft. Derselbe Sender bezifferte die Zahl der unbesetzten Stundenpläne auf 770, eineinhalb Monate nach Schuljahresbeginn, und nannte eine Schätzung von Fenprof von rund 56.000 Schülern ohne vollständigen Stundenplan. SIC ergänzte, genaue Zahlen seien noch nicht bekannt. Die Quellen nennen somit unterschiedliche Zahlen unbesetzter Stundenpläne, 265 und 770, und die Berichte bringen sie nicht in Einklang.
Fenprof-Protest vor dem Parlament
Dutzende Lehrkräfte versammelten sich am 4. November um 16 Uhr vor der Assembleia da República in Lissabon zu einem Protest, den die Federação Nacional dos Professores (Fenprof) am Tag der Parlamentsrede des Ministers ausgerufen hatte. Ihr Generalsekretär José Costa sagte gegenüber Lusa:
„Dieser Haushaltsentwurf setzt erneut auf ein Zurückfahren der Investitionen in die Bildung.“
Costa schätzte, dass derzeit drei- bis viertausend Schüler des ersten Zyklus keine Lehrkraft haben, und argumentierte, die Lücke wirke sich in den Grundschulklassen am härtesten aus, weil jede Klasse nur eine Lehrkraft habe. Fenprof wendet sich zudem gegen einen Dekretentwurf, der Lehrkräfte ohne Masterabschluss im ersten Zyklus unterrichten lassen würde; die Regierung habe nicht ausreichend verhandelt, und man werde weitere Verhandlungen verlangen. Costa sagte, zwei Jahre Gespräche, insgesamt 15 oder 16, hätten beim Laufbahnstatut nichts gebracht.
Gewerkschaftskritik an der Mittelausstattung und nächste Schritte
Fenprof argumentiert in einer schriftlichen Erklärung, die Finanzierung bleibe weit hinter dem Bedarf des Systems und dem von mehreren internationalen Organisationen gesetzten Ziel von 6 Prozent des BIP zurück. Ihre Zahlen, die sie dem Jornal Económico nannte, beziffern die Bildungsausgaben 2027 auf 7.787,9 Millionen Euro, 244,9 Millionen mehr als 2026. Da das nominale BIP voraussichtlich um 4,1 Prozent auf rund 334 Milliarden Euro wachse, entfielen auf die Bildung nur 2,33 Prozent des BIP, ihr Gewicht unter den nationalen Prioritäten sinke also. Die Gewerkschaft äußerte zudem Bedenken zu Hochschulen und Wissenschaft und verwies auf eine Verringerung der geplanten Gesamtausgaben und fehlende stabile Finanzierung. Weitere Änderungen für das kommende Schuljahr sind laut SIC Notícias ein Pilotprojekt zur Zusammenlegung des ersten und zweiten Zyklus, neue Lehrpläne und eine Überarbeitung der wesentlichen Lernstandards. Der Haushalt behält zudem 310 kulturelle und sprachliche Mediatoren an den Schulen bei, mit neun Millionen Euro zusätzlicher Mittel, und das neue, am Dienstag, 3. November, im Diário da República veröffentlichte Einstellungsmodell ergänzt interne und externe Auswahlverfahren. Der Entwurf wird im Parlament noch in den Ausschüssen beraten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- SAPO265 Stundenpläne an portugiesischen Schulen unbesetzt265 horários por preencher nas escolas portuguesas · Original auf Portugiesisch
- Notícias ao MinutoMinisterium erhält am 14. Dezember Daten zu Schülern ohne UnterrichtMinistério vai ter dados sobre alunos sem aulas a 14 de Dezembro · Original auf Portugiesisch
- ObservadorOE2027. Regierung plant 88 Millionen Euro Ausgaben, um Lehrer an Schulen zu gewinnen und zu haltenOE2027. Governo prevê gastar 88 milhões de euros para atrair e manter professores nas escolas · Original auf Portugiesisch
- ObservadorLehrer protestieren vor der Assembleia da República gegen den OE2027: „Desinvestition in Bildung setzt sich fort“Professores protestam em frente à Assembleia da República contra o OE2027: "Continua a desinvestir na educação" · Original auf Portugiesisch
- Fernando Alexandre
- Minister für Bildung, Wissenschaft und Innovation Portugals, der den Bildungsbereich des Haushalts 2027 im Parlament vorstellte
- José Costa
- Generalsekretär der Lehrergewerkschaft Fenprof, der den Protest vor dem Parlament anführte
- Luís Montenegro
- Premierminister, dessen Regierung den Haushaltsentwurf 2027 vorgelegt hat
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