Gesundheit & Bildung · Lissabon

SNS-Operationswarteliste erreicht Rekordwert von 284.210 – Eingriffe sinken um 4,9 %

Fast 87.000 Patientinnen und Patienten im portugiesischen öffentlichen Gesundheitssystem haben länger als empfohlen auf eine Operation gewartet, während die Liste im Juli auf 284.210 Menschen stieg.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von SIC Notícias, SAPO, Notícias ao Minuto und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Lissabon · Portugal

Warteliste auf höchstem Stand

Die Operationswarteliste des portugiesischen Nationalen Gesundheitsdienstes (SNS) lag Ende Juli bei 284.210 Menschen, der höchste jemals verzeichnete Wert und das erste Mal, dass sie 280.000 überschritten hat. Die Liste wuchs innerhalb eines Monats um rund 2 % und umfasst nun etwa 16.000 Menschen mehr als im Juli 2025, ein Anstieg von 5,8 %. Von den im Juli Wartenden hatten 86.755 Personen, also 30,5 %, die empfohlene Wartezeit bereits überschritten, gegenüber 28,2 % ein Jahr zuvor, als 268.645 Menschen auf der Liste standen. Die Zahlen stammen vom Transparenzportal des SNS und wurden am Donnerstag, 29. Oktober 2026, gemeldet.

Patienten auf der Operationswarteliste des SNS, Juli 2025 und Juli 2026
Juli 2025
268645
Juli 2026
284210

Daten aus dem Artikeltext

Weniger Operationen durchgeführt

Die Krankenhäuser im SNS führten in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 insgesamt 461.648 planbare Operationen durch, 4,9 % weniger als im gleichen Zeitraum 2025 – eine Lücke, die SIC auf rund 24.000 Eingriffe bezifferte. Die Auswertung der Daten durch Público zeigt, dass der Rückgang seit Jahresbeginn anhält und nicht umgekehrt wurde. Weniger Operationen haben die Liste nach oben getrieben und den Anteil der Patientinnen und Patienten außerhalb der garantierten Antwortzeiten erhöht. Frühere, von Público zitierte Portalzahlen zeigen 130.439 Operationen bis Februar 2026, 10.394 weniger (7,4 %) als im Februar 2025. Observador fand keine Anzeichen für eine Trendwende. Im August hatte auch die Ordem dos Médicos Bedenken zum neuen nationalen Zugangssystem SINACC geäußert und auf Fehler und Auslassungen verwiesen, die den garantierten Zugang und die klinische Priorisierung beeinträchtigen könnten.

Regionale Unterschiede

Zwischen Juli 2025 und Juli 2026 wuchs die Liste in drei der fünf Gesundheitsregionen des Landes. Alentejo verzeichnete mit 8,3 % den stärksten Anstieg, gefolgt von Lissabon und dem Tejo-Tal mit 8,1 % und dem Norden mit 7,6 %. In der Region Zentrum sank die Liste im Jahresverlauf um 2 %, während sich im Algarve kaum etwas veränderte (minus 0,4 %). Krankenhausverwaltungen argumentieren, die Unterschiede spiegelten eher den Umgang der einzelnen Häuser mit ihrer zusätzlichen Operationstätigkeit wider als die Nachfrage allein.

Veränderung der Warteliste nach Gesundheitsregion, Juli 2025 bis Juli 2026%
Alentejo
8.3 %
Lissabon und Tejo-Tal
8.1 %
Norden
7.6 %
Zentrum
-2 %
Algarve
-0.4 %

Daten aus dem Artikeltext

Ursachen und der politische Streit

Krankenhausverwaltungen räumen soziale Fälle und eine höhere Nachfrage in Spitzenzeiten von Atemwegsinfektionen als beitragende Faktoren ein. Größeres Gewicht messen sie jedoch dem Umgang mit der zusätzlichen Operationstätigkeit bei. Xavier Barreto, Präsident des Portugiesischen Verbands der Krankenhausverwaltungen, sagte, einige Häuser hätten diese Tätigkeit für mehrere Monate ausgesetzt, während andere sie fortgeführt hätten. Er warf der Regierung zudem vor, keine klaren und rechtzeitigen Anweisungen zum Vorgehen gegeben zu haben. Den regionalen Gegensatz beschrieb Barreto so:

„Alle Krankenhäuser spüren das gleiche, aber einige Krankenhäuser haben Rückgänge von 30 %, andere Zuwächse von 10 %.“

Xavier Barreto

Die Gesundheitsministerin hat bestritten, dass der SNS versagt, und Behauptungen über lange Wartezeiten als Mythos bezeichnet. Joana Bordalo e Sá, Vizepräsidentin der Nationalen Ärzteföderation (FNAM), sagte, das Ministerium habe nichts zur Behebung des Problems unternommen, und warf Ministerin Ana Paula Martins vor, „von der Landkarte verschwunden“ zu sein.

Patientinnen und Patienten jenseits der empfohlenen Wartezeiten

Carlos Cortes, Leiter der Ordem dos Médicos, nannte die Zahl der Wartenden zu hoch und warnte, die Lage könne sich ohne Investitionen in den SNS verschlechtern. Er kritisierte, was er als fehlenden politischen Willen zur Kurskorrektur bezeichnete, und sagte, die Folgen trügen die Patientinnen und Patienten, deren Gesundheit sich verschlechtere. Cortes betonte die menschlichen Kosten hinter den Statistiken:

„Wir dürfen nicht vergessen, dass dies nicht nur Zahlen sind, sondern Patientinnen und Patienten mit gesundheitlichen Problemen, die operiert werden müssen und leiden.“

Carlos Cortes, Bastonário

Die Ordem erklärte zudem, Familien litten unter der Wartezeit auf Operationen. Im Juli hatten 86.755 Patientinnen und Patienten die empfohlene Zeit für eine Operation bereits überschritten.

Anteil der Wartelistenpatienten über der empfohlenen Wartezeit, Juli%
Juli 2025
28.2 %
Juli 2026
30.5 %

Daten aus dem Artikeltext

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