StrangKultur, Medien und die neuen Gräben

Regierung · Warschau

Polnischer Generalstab löscht Beitrag mit Warnung, Proteste vor dem Verfassungsgericht könnten feindlichen Akteuren dienen

Der am Montag, 2. November, auf X veröffentlichte Beitrag warnte vor Astroturfing und wurde noch vor Mittag zurückgezogen. Sprecher Oberst Marek Pietrzak erklärte, er sei zuvor als Teil einer Aufklärungsreihe eingeplant gewesen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von naTemat.pl, wpolityce.pl, NIEZALEZNA.PL und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. 30.10.Eine Erklärung auf der Website des Verfassungsgerichts teilt mit, dass die Amtsgeschäfte von Präsident Bogdan Święczkowski und Vizepräsident Bartłomiej Sochański ruhen
  2. 31.10.Die Spannungen um das Verfassungsgericht dauern bis Samstag an
  3. 2.11.Der Generalstab veröffentlicht den Beitrag „ASTROTURFING“ auf X
  4. 2. November, vor MittagDer Beitrag wird zurückgezogen, Sprecher Marek Pietrzak entschuldigt sich

Der Beitrag und seine Warnung

Am Montag, 2. November, veröffentlichte der Generalstab der Polnischen Streitkräfte (Sztab Generalny Wojska Polskiego) auf X eine Botschaft mit dem Titel „ASTROTURFING - NIEBEZPIECZNA GRA“ (Astroturfing – ein gefährliches Spiel). Sie trug die Hashtags #PsychoOdporni, #DezinfoOdporni und #WalkaKognitywna. Die Botschaft beschrieb, wie die Manipulation der öffentlichen Stimmung funktioniert – eine für die Informationskriegsführung typische Taktik. Sie argumentierte, solche Aktivitäten könnten von ausländischen Akteuren genutzt werden, um dem Staat echten Schaden zuzufügen, und warnte davor, dass echte gesellschaftliche Unzufriedenheit für die Ziele dieser Akteure ausgenutzt werden könne.

„Wir wissen, wie schmal der Grat zwischen einer demokratischen Kundgebung gesellschaftlicher Unzufriedenheit und geplanten Operationen ist, die von Akteuren ausgeführt werden, die einem bestimmten Land feindlich gesinnt sind.“

Generalstab der Polnischen Streitkräfte

Die Botschaft erschien, während vor dem Verfassungsgericht (Trybunał Konstytucyjny) Demonstrationen stattfanden. Niezależna.pl beschrieb diese Proteste als Widerstand gegen eine gewaltsame Übernahme der Institution.

Spannungen am Verfassungsgericht

Der Streit um das Gericht spitzte sich von Freitag, 30. Oktober, auf Samstag, 31. Oktober, zu. Am Freitagabend erschien auf der Website des Gerichts eine Erklärung, wonach eine Ruhendstellung der Amtsgeschäfte von Präsident Bogdan Święczkowski und Vizepräsident Bartłomiej Sochański angeordnet worden sei. Der Beitrag des Militärs fiel in diese Atmosphäre. Wpolityce.pl deutete den Vorgang als Zeichen dafür, dass die Meinungen innerhalb der Streitkräfte gespalten seien und die Regierung teste, ob das Militär in einer tieferen politischen Krise loyal bleibe.

Rücknahme und Entschuldigung

Noch vor Mittag wurde der Beitrag zurückgezogen. Niezależna.pl erreichte den Sprecher, Oberst Marek Pietrzak, der sagte, er habe den Beitrag entfernt, nachdem er bemerkt habe, was sich darum herum abspielte. Die Veröffentlichung sei lange im Voraus als Teil der Aufklärungsreihe „PsychoOdporni“ vorbereitet worden, die der Generalstab seit vielen Monaten betreibe. Seiner Auffassung nach handelte es sich nicht um einen Kommentar zum aktuellen Geschehen am Verfassungsgericht. Er entschuldigte sich für die Veröffentlichung und sagte, die Botschaft sei „leider“ in die Situation hineingefallen.

In einer gesonderten Erklärung äußerte sich Pietrzak zu den Protesten selbst.

„Das Recht auf friedliche Versammlung ist ein verfassungsmäßiges Recht der Bürger. Die bloße Teilnahme an einer Demonstration ist kein Grund, sie als Teil einer Einflussoperation zu behandeln.“

Marek Pietrzak

Worauf der Beitrag achten ließ

Der Generalstab beschrieb eine Abfolge, in der feindliche Dienste gesellschaftliche Brennpunkte ausmachen, sie über Trollfarmen, Bots und koordinierte Konten verstärken, Menschen auf die Straße führen und die Krise dann vergrößern, sobald Unruhen beginnen. Als Ziele solcher Operationen nannte er die Überlastung von Rettungsdiensten und des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung, die Lähmung von Entscheidungsprozessen, die Erzwingung geopolitischer Zugeständnisse und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Leser wurden angehalten zu prüfen, ob eine Demonstration in verbale oder körperliche Gewalt umschlägt, ob Aufrufe zum Protest plötzlich in großer Zahl auftauchen, ob Kommentare wortwörtlich kopiert werden und ob Konten neu angelegt sind und keine Aktivitätsgeschichte haben. Der Beitrag nannte keinen konkreten Staat und keine Gruppe hinter einer Operation.

Dieser Artikel gehört zu einem Strang

Kultur, Medien und die neuen Gräben

Was sich seit diesem Eintrag geändert hat:

  1. 02.11Die Petition zur Entfernung von CNews überschritt am 2. November 500.000 Unterschriften, die Schwelle für eine mögliche Parlamentsdebatte
  2. 02.11Snap verglich sich in Klagen zweier Jugendlicher, die geltend machten, das Plattformdesign habe ihrer psychischen Gesundheit geschadet
  3. 02.11Der polnische Generalstab löschte einen X-Beitrag über Proteste und Astroturfing

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen