
Weißes Haus sperrt Politico von Air Force One vor Trumps Wahlkampfreise nach Nebraska aus
Das Weiße Haus hat Politico am Montag daran gehindert, an Bord der Air Force One zu gehen, als Donald Trump zu einer Wahlkampfreise nach Nebraska aufbrach – nach wiederholten Ausschlüssen von CNN aus den mitreisenden Presse-Pools.
Ausschluss von der Präsidentenreise
Das Weiße Haus hat Politico am Montag, dem 5. Oktober 2026, daran gehindert, an Bord der Air Force One zu gehen, als Präsident Donald Trump Washington zu einem Wahlkampfauftritt in Nebraska aufbrach – kurz vor den Kongresswahlen im November. Ein Sprecher von Politico bestätigte, dass das Medienunternehmen vom mitreisenden Presse-Pool ausgeschlossen wurde, der den Präsidenten außerhalb Washingtons begleitet. Politico war als Print-Pool-Reporter für die Auswärtsreise vorgesehen – eine Rolle, die darin besteht, die Bewegungen des Präsidenten zu beobachten und dem weiteren Pressekorps sachliche Informationen zuzuleiten. Durch den Ausschluss konnte Politico diese Berichtspflichten während des Besuchs in Nebraska nicht wahrnehmen; eine Ankündigung über ein Ersatzmedium gab es zunächst nicht. Die Entscheidung folgt einer Reihe ähnlicher Maßnahmen in den vergangenen Wochen, mit denen CNN-Journalisten wiederholt daran gehindert wurden, an Bord der Präsidentenmaschine zu gehen, wenn sie turnusgemäß die Fernsehsender im Broadcast-Pool vertreten sollten.
Argumente der Regierung zu eingeschränkten Bereichen
Die Reisbeschränkung folgt einer Verfügung der Exekutive vom 18. September 2026, als Trump ankündigte, Politico, CNN und MS NOW vom Gelände des Weißen Hauses auszuschließen. Nach dem ursprünglichen Verbot erließ der US-Bundesrichter Timothy J. Kelly eine einstweilige Verfügung, die die Regierung verpflichtete, den betroffenen Organisationen für zwei Wochen die Presseausweise wieder auszustellen. Als Reporter des Time-Magazins Trump in der Vorwoche fragten, ob er die gerichtliche Anordnung ignoriere, antwortete der Präsident, dass dies nicht der Fall sei. Die Regierung vertritt seither die Auffassung, dass sich der allgemeine Zugang zum Gelände des Weißen Hauses rechtlich vom Zutritt zu abgeschotteten Räumen unterscheide. Der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, verteidigte die Beschränkung nach den Äußerungen des Präsidenten.
Der Richter hat im Wesentlichen angeordnet, ihren Zugang zum Weißen Haus wiederherzustellen, aber das ist etwas anderes, als den Presse-Pool zu Veranstaltungen im Oval Office oder an Bord der Air Force One zuzulassen.
Verfassungsrechtliche Klagen der Redaktionen
Die drei betroffenen Medienorganisationen reichten ihre Bundesklage am 21. September 2026 ein und argumentierten, die Entziehung der Presseausweise durch die Regierung verstoße gegen den Ersten und den Fünften Zusatzartikel der US-Verfassung. Richter Kelly erließ die erste einstweilige Anordnung, nachdem er zu dem Schluss gekommen war, dass die Medienunternehmen gute Aussichten hätten, den Nachweis zu führen, dass die Entziehungen ohne ordnungsgemäßes Verfahren erfolgten. Medienvertreter wollen den Ausschluss vom mitreisenden Presse-Pool am Montag in ihre nächsten rechtlichen Schriftsätze aufnehmen. Anwalt Ted Boutrous, der CNN, MS NOW und Politico vertritt, kritisierte die anhaltenden Beschränkungen des Berichtszugangs durch die Regierung.
Die Rechtslage ist absolut klar. Der Schaden für unsere Mandanten, den Ersten Zusatzartikel und die Öffentlichkeit insgesamt ist enorm.
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Präzedenzfall und bevorstehende Gerichtsverfahren
Der Rechtsstreit über den Zugang zu Präsidentenreisen spiegelt frühere Spannungen zwischen der Regierung und Nachrichtenagenturen wider. Die Associated Press hatte ihrerseits Klage eingereicht, weil es um die Unterscheidung zwischen dem Gelände des Weißen Hauses und abgeschotteten Bereichen ging, nachdem Trump im vergangenen Jahr versucht hatte, die Agentur von bestimmten Orten auszuschließen. Die von Richter Kelly erlassene einstweilige Verfügung läuft am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, aus. Das Bundesgericht hat für diesen Tag eine Anhörung angesetzt, um den Antrag der Medienorganisationen auf eine einstweilige Verfügung zu prüfen, die einen längerfristigen Zugang zu den Einrichtungen des Weißen Hauses sichern soll.


