Regierung · Warschau
Nawrocki dringt in Polens Verfassungsgerichtshof ein – trotz Suspendierung von dessen Präsident
Karol Nawrocki brach eine Reise in den Senegal ab und drang am Abend des 30. Oktober in den Verfassungsgerichtshof ein, während Polizei das Gelände besetzt hielt. Am 31. Oktober berief er dringende Konsultationen mit den Parlamentsparteien ein.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Soir, De Morgen, Adnkronos und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Eine Mitteilung auf der Website des Gerichts, die am 30. Oktober gegen 18:00 Uhr erschien, erklärte, Anna Korwin-Piotrowska übernehme vorübergehend die Nachfolge von Bogdan Święczkowski, der unter der PiS-Regierung ernannt worden war.
Polizisten trafen am 30. Oktober zwischen 17:00 und 18:00 Uhr nach einer Meldung der Richterin Anna Korwin-Piotrowska ein; die Warschauer Polizei (KSP) nannte mögliche Gefahren für Richter und Mitarbeiter sowie die Gefahr einer Störung der öffentlichen Ordnung.
Nawrocki brach seine Reise in den Senegal ab und drang am Abend des 30. Oktober in den Gerichtshof ein; der Richter Maciej Berek erklärte, er habe dabei eine Richterin körperlich angegriffen.
Paweł Sołoch in Rumänien und Jakub Kumoch in China kündigten ihren Rücktritt an; laut PAP sind beide frühere Mitarbeiter von Andrzej Duda.
Am 31. Oktober berief Nawrocki dringende Konsultationen mit den Parlamentsparteien ein; in einem von Paweł Szefernaker verlesenen Kommuniqué wurde eine Bedrohung der inneren Sicherheit genannt.
- 30. Oktober, gegen 18:00 UhrMitteilung über die Suspendierung erscheint auf der Website des Gerichtshofs
- 30. Oktober, AbendNawrocki kehrt aus dem Senegal nach Warschau zurück und dringt in das Gebäude des Gerichtshofs ein
- 31. Oktober, früher MorgenNawrocki spricht zu den Demonstranten und beruft dringende Konsultationen ein
Suspendierung und Polizeieinsatz
Die Krise eskalierte am Abend des 30. Oktober, als die Regierung die Suspendierung von Bogdan Święczkowski, dem Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs, sowie seines Stellvertreters verfügte. Eine Mitteilung auf der Website des Gerichts erklärte, Anna Korwin-Piotrowska, eine kürzlich vom Sejm gewählte Richterin, übernehme vorübergehend die Leitung. Polizisten trafen zwischen 17:00 und 18:00 Uhr auf dem Gelände des Gerichtshofs ein, nach einer Meldung von Korwin-Piotrowska, wie die Warschauer Polizei (KSP) mitteilte. Die Informationen hätten auf mögliche Gefahren für Leben oder Gesundheit von Richtern und Mitarbeitern sowie auf die Gefahr einer Störung der öffentlichen Ordnung hingedeutet. Die KSP-Erklärung wurde nach 17:30 Uhr veröffentlicht, während die Mitteilung auf der Gerichtswebsite gegen 18:00 Uhr erschien – die Polizei war also bereits vor Ort, bevor sie veröffentlicht wurde. Ihre Befugnis zum Handeln ist umstritten, weil Präsident Karol Nawrocki die meisten der am 13. März 2026 gewählten Richter nicht vereidigt hat. Von diesen sechs nahm er nur zwei den Eid ab.
Nawrockis Rückkehr und sein Eindringen in das Gebäude
Nawrocki war auf dem Weg in den Senegal, wo er an der Eröffnung der Olympischen Jugendspiele teilnehmen sollte, als das Flugzeug in Richtung Hauptstadt wendete. Er kehrte am Abend nach Warschau zurück und begab sich zum Gerichtshof, wo Videomaterial zeigt, wie er sich schiebend und ziehend Zugang zum Gebäude verschaffte. Le Soir berichtet, ihm sei vorgeworfen worden, Richter beiseitegestoßen zu haben, um hineinzukommen. Maciej Berek, ein kürzlich von der Regierung Tusk ernannter Richter, der noch nicht von Nawrocki vereidigt wurde, verbreitete das Material auf X. Berek zufolge griff der Präsident beim Eindringen eine Richterin körperlich an.
Widersprüchliche Darstellungen der Suspendierung
Święczkowski bezeichnete den Schritt als „Putsch“ und „Angriff auf eine Verfassungsinstitution“ und argumentierte, das Gericht bestehe aus rechtmäßig ernannten Richtern. Der X-Account des Gerichtshofs nannte das Vorgehen der Regierung einen „illegalen Putsch“, während auf der Website die Mitteilung über die Suspendierung stand. Tusk verteidigte die Maßnahme als notwendig, um die Rechtsstaatlichkeit nach seinen Worten jahrelanger Illegalität unter der Regierung von Recht und Gerechtigkeit (PiS) wiederherzustellen. Seine Regierung erklärt, der Schritt sei erforderlich, um die Unabhängigkeit des Justizorgans zu garantieren. Der Justizminister, zugleich Generalstaatsanwalt, beantragte die Aufhebung der Immunität des Gerichtspräsidenten. Die PiS-Regierung hatte zwischen 2015 und 2023 Richter an das Gericht berufen, und der Gerichtshof der Europäischen Union urteilte, das Organ könne nicht als unabhängig und unparteiisch gelten. Über den Haushalt des Gerichtshofs konnte nicht abgestimmt werden – einer der Blockaden, die der jüngsten Eskalation vorausgingen.
Botschafter treten zurück
Zwei polnische Botschafter kündigten ihren Rücktritt an. Paweł Sołoch, Botschafter in Rumänien, schrieb auf X, angesichts des Versuchs, den Gerichtshof illegal zu übernehmen, sehe er keine Möglichkeit mehr, als Botschafter zu dienen. Jakub Kumoch, Botschafter in China, hatte Stunden zuvor erklärt, er könne wegen der Ereignisse in Polen nicht länger in diesem Amt arbeiten. Die PAP berichtet, beide Männer seien frühere Mitarbeiter des Ex-Präsidenten Andrzej Duda.
Proteste und der Ruf nach Konsultationen
Anhänger der nationalistischen Partei versammelten sich am Abend des 30. Oktober vor dem Gerichtshof, nachdem die Suspendierung bekannt gegeben worden war. Polsat News berichtete über Zwischenfälle bei dem Protest, darunter geworfene Gegenstände auf Beamte, und die KSP teilte mit, drei Personen, die über den Zaun auf das Gelände gesprungen seien, seien festgenommen worden. Am frühen Morgen des 31. Oktober wandte sich Nawrocki an die Menge vor dem Gebäude und forderte die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit sowie den Abzug der von der Regierung entsandten Sicherheitskräfte. In einem Kommuniqué, das sein Stabschef Paweł Szefernaker verlas, hieß es, der Präsident berufe wegen einer Bedrohung der inneren Sicherheit des Landes dringende Konsultationen ein. Korwin-Piotrowska sagte der PAP, sie könne den Präsidenten im Präsidentenpalast treffen.
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Quellen und Kontext
- Le SoirKrise in Polen: Präsident beschuldigt, Richter geschubst zu habenCrise en Pologne : le président accusé d'avoir bousculé des juges · Original auf Französisch
- De MorgenPolnischer Präsident drängt sich mit Schieben und Ziehen in das Verfassungsgericht, ruft zu Notfallkonsultationen zur „Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung“ aufPoolse president wurmt zich met geduw en getrek Grondwettelijk Hof binnen, roept op tot spoedoverleg voor 'herstel van grondwettelijke orde' · Original auf Niederländisch
- AdnkronosPolen, Zusammenstoß um das Verfassungsgericht und Nawrocki erzwingt Zutritt zum Hauptsitz: „Tusk bedroht die nationale Sicherheit“Polonia, scontro su Corte Costituzionale e Nawrocki forza ingresso nella sede: "Tusk minaccia sicurezza nazionale" · Original auf Italienisch
- 7sur7Der Präsident beruft ein Notfalltreffen ein, zwei Botschafter treten zurückLe président convoque une réunion d'urgence, deux ambassadeurs démissionnent · Original auf Französisch
- Karol Nawrocki
- Präsident Polens, der sich Zugang zum Verfassungsgerichtshof erzwang und dringende Konsultationen einberief
- Donald Tusk
- Ministerpräsident, dessen Regierung die Suspendierung des Gerichtspräsidenten verfügte
- Bogdan Święczkowski
- Präsident des Verfassungsgerichtshofs, zusammen mit seinem Stellvertreter suspendiert
- Anna Korwin-Piotrowska
- Kürzlich vom Sejm gewählte Richterin, die vorübergehend die Leitung des Gerichtshofs übernehmen sollte
- Maciej Berek
- Kürzlich von der Regierung Tusk ernannter Richter am Gerichtshof, der Nawrocki beschuldigte, eine Richterin körperlich angegriffen zu haben
- Paweł Szefernaker
- Stabschef von Präsident Nawrocki, der das Kommuniqué über die dringenden Konsultationen verlas
- Paweł Sołoch
- Polnischer Botschafter in Rumänien, der zurücktrat
- Jakub Kumoch
- Polnischer Botschafter in China, der erklärte, nicht länger in diesem Amt arbeiten zu können
- Andrzej Duda
- Ehemaliger polnischer Präsident, zu dessen früheren Mitarbeitern die beiden zurücktretenden Botschafter zählen
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