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Kurz gefasst
Der Gerichtshof erklärte am 20. Oktober, die für jene Woche geplante Generalversammlung könne nicht einberufen werden, weil ein Richter seit längerem abwesend sei.
Finanzminister Andrzej Domański erklärte Ende August, der Entwurf des Staatshaushalts 2027 enthalte nicht die Einnahmen und Ausgaben des Gerichtshofs.
Von den acht in dieser Wahlperiode gewählten Richtern vereidigte Präsident Karol Nawrocki drei, während fünf, darunter der im September gewählte Maciej Berek, den Eid stattdessen vor dem Sejm ablegten.
- Juni 2026Erster Versuch, die Generalversammlung abzuhalten, scheitert, nachdem Unbefugte im Raum anwesend sind
- Ende August 2026Finanzminister Andrzej Domański erklärt, der Entwurf des Staatshaushalts 2027 lasse die Einnahmen und Ausgaben des Gerichtshofs aus
- 20.10.Gerichtshof erklärt, die für jene Woche geplante Versammlung könne nicht einberufen werden
Eine Haushaltsabstimmung stockt erneut
Der Verfassungsgerichtshof (TK) erklärte am Dienstag, 20. Oktober 2026, sein Präsident Bogdan Święczkowski habe geplant, in jener Woche die Generalversammlung der Richter einzuberufen, um den Einnahmen- und Ausgabenplan des Gerichtshofs für 2027 zu verabschieden. Laut dem Gerichtshof kann die Sitzung nicht stattfinden, weil ein Richter seit längerem abwesend sei – eine Abwesenheit, die als gerechtfertigt bezeichnet wurde. Die Erklärung erinnerte zudem an zwei frühere gescheiterte Versuche, den Plan zur Abstimmung zu stellen. Der erste, im Juni 2026, wurde gestört, als Unbefugte im Raum anwesend waren, der zweite scheiterte, weil zwei Richter die Sitzung verlassen hatten.
Streit um den Haushalt 2027
Der Streit begann Ende August, als Finanzminister Andrzej Domański erklärte, der Entwurf des Staatshaushalts 2027 enthalte nicht die Einnahmen und Ausgaben des Gerichtshofs. Vize-Finanzministerin Hanna Majszczyk sagte, die an das Ministerium übermittelten Informationen erfüllten die rechtlichen Anforderungen nicht, da die Vorschriften vorsehen, dass der Plan von der Generalversammlung der Richter verabschiedet werden muss. Nach dem Gesetz über die Organisation und das Verfahren des Gerichtshofs erstellt der Kanzleidirektor den Entwurf und legt ihn dem Präsidenten vor, woraufhin der Finanzminister ihn in den Staatshaushalt aufnimmt. Trotz der Sitzung, die nicht stattfinden konnte, sandte Święczkowski den Plan an den Sejm-Marschall, dessen Stellvertreter und die Vorsitzenden der Sejm-Ausschüsse für Justiz, Menschenrechte und öffentliche Finanzen und bat darum, ihn bei den Arbeiten am Haushalt des kommenden Jahres zu berücksichtigen.
Fünf Richter ohne Präsidenteneid
Die Verfassung legt die Zahl der Richter am Gerichtshof auf 15 fest. In dieser Wahlperiode wählte der Sejm zur Besetzung von Vakanzen acht. Präsident Karol Nawrocki vereidigte drei von ihnen, darunter Magdalena Bentkowska und Sławomir Patyra. Die übrigen fünf – vier im März gewählt und Maciej Berek im September – legten den Eid stattdessen vor dem Sejm ab und nutzten dabei die Formel vor dem Präsidenten. Weder der Präsident noch Święczkowski erkennen dies als gültigen Eid an, weshalb die fünf nicht zur Rechtsprechung zugelassen sind. Die Generalversammlung besteht aus den vom Sejm gewählten Richtern, die den Eid geleistet haben, und beide Seiten des Streits zählen ihre Mitglieder unterschiedlich – die eine Seite kommt auf 10, die andere auf 15.
- In dieser Wahlperiode gewählt
- 8
- Vor dem Präsidenten vereidigt
- 3
- Nicht vor dem Präsidenten vereidigt
- 5
Daten aus dem Artikeltext
Berkeks Forderung und der Eidesstreit
Maciej Berek ging am 20. Oktober in das Gebäude des Gerichtshofs, wo er mit der Richterin Magdalena Bentkowska Kaffee trank, und veröffentlichte ein Foto des Besuchs auf X. Er sagte, der Besuch habe einen formellen Zweck gehabt: Er habe einen schriftlichen Antrag auf Zulassung zum Amt eingereicht. Der Präsidentenpalast vertritt die Auffassung, der Sejm müsse zunächst Zweifel an der Qualifikation des gewählten Richters ausräumen, konkret an Dokumenten, die zehn Jahre juristischer Erfahrung belegen. Marschall Włodzimierz Czarzasty weigerte sich, diese Dokumente an den Präsidenten zu senden, und ließ Berek vor sich selbst, der Senatsmarschallin Małgorzata Kidawa-Błońska und einem Notar vereidigen. In einem Interview mit dem PR1 des Polnischen Rundfunks am 21. Oktober sagte Berek:
„Wir warten auf den ersten Schritt von Richter Święczkowski, der die ordnungsgemäße Einberufung der Generalversammlung sein sollte, und wir hoffen, dass dieser Schritt erfolgt.“
Berek argumentierte zudem, ein Richter habe als Amtsträger das Recht und die Pflicht, sich an die Behörden einschließlich der Polizei zu wenden, wenn seine Sicherheit bedroht sei, und er sagte, die Versammlung werde auch dann abgehalten, wenn Święczkowski sie nicht einberufe.
Wie es weitergeht
Święczkowski merkte am 20. Oktober an, ein Teil des Richterkollegiums blockiere den Schritt, und verwies auf Richter, die er als Sympathisanten der rechten Hand von Donald Tusk bezeichnete – eine Bezeichnung, die bis vor kurzem offiziell für Maciej Berek verwendet wurde. Die Quellen nennen kein Datum für eine neue Sitzung. Der Haushaltsplan 2027 liegt weiterhin beim Sejm, dessen Marschall und Ausschussvorsitzende ihn vom Gerichtshof erhalten haben.