StrangDie Wirtschaft der alternden Union

Diplomatie · Warschau

Polen lehnt russisches Gas ab – Domański warnt Deutschland beim Warschauer Forum

Andrzej Domański sagte auf dem vierten Deutsch-Polnischen Wirtschaftsforum in Warschau, Europa könne im Umgang mit Russland nicht zur Normalität zurückkehren. Die deutsche Ministerin Katherina Reiche stimmte zu, beide bezeichneten die Energie als zentrale Bewährungsprobe.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von oko.press, Deutsche Welle, forsal.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Polish presidency of the Council of the EU 2025, Public domain (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2025
Wie es dazu kam
  1. 1991Polnisch-deutscher Vertrag über gute Nachbarschaft unterzeichnet
  2. 2025Bilateraler Handel überschreitet erstmals 180 Milliarden Euro
  3. 26.10.IV. Deutsch-Polnisches Wirtschaftsforum in Warschau eröffnet

Eine Warnung in Warschau

Das vierte Deutsch-Polnische Wirtschaftsforum wurde am Montag, 26. Oktober, in Warschau eröffnet, organisiert von der Polnischen Investitions- und Handelsagentur. Es markiert den 35. Jahrestag des 1991 unterzeichneten polnisch-deutschen Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Finanz- und Wirtschaftsminister Andrzej Domański eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit der deutschen Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche. Domański nutzte den Anlass zu der Aussage, Polen werde eine Rückkehr zu normalen Wirtschaftsbeziehungen mit Russland nicht akzeptieren, einschließlich der Nutzung von russischem Gas. Reiche stimmte zu und argumentierte, Käufe von russischem Gas füllten Vladimir Putins Kriegskasse.

„In keinem Szenario gibt es eine Rückkehr zur Normalität mit Russland.“

Andrzej Domański, Polnischer Finanz- und Wirtschaftsminister

Domański sagte der deutschen Seite direkt, Europa müsse aus der Vergangenheit lernen, und erklärte, Polen werde diesem Weg niemals zustimmen. Er forderte ein Ende dessen, was er als wirtschaftliche Naivität bezeichnete, und nannte stärkeres Wachstum, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Energiemärkte und einen verantwortungsvollen Umgang mit Technologie als Prioritäten. Reiche sagte, die Europäische Union werde durch Handelsabkommen mit Partnern in Asien, Südamerika und Kanada stärker.

Warum die Warnung Gewicht hat

Die Äußerungen spiegeln die Sorge wider, Deutschland könnte eine Wiederaufnahme der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland anstreben, insbesondere im Energiebereich. In Deutschland mehren sich die Rufe nach einer erneuten wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland, auch aus der AfD, die an Zustimmung gewinnt. Alice Weidel, die AfD-Vorsitzende, sagte wenige Tage zuvor bei einer Veranstaltung in Straßburg, ihre Partei stelle deutsche Interessen an erste Stelle, und die deutsche Industrie leide darunter, von russischem Gas und Öl abgeschnitten zu sein. Sie machte EU-Sanktionen und den Angriff auf die Nord-Stream-Pipeline für den Zusammenbruch des bisherigen deutschen Energiemodells verantwortlich.

Deutsche Medien berichteten im August über geheime Treffen zwischen deutschen Politikern und russischen Vertretern, eines davon soll im Juli in Baku stattgefunden haben. Die Debatte auf dem Forum war daher nicht nur zeremoniell, und die polnische Position wurde als direkte Antwort auf diese Sorgen gerahmt.

Preise, Handel und die wirtschaftliche Bilanz

Domański nannte die Energiepreise als größte Herausforderung für beide Länder und argumentierte, hohe Kosten schwächten europäische Unternehmen gegenüber Konkurrenten in den Vereinigten Staaten und China. Reiche sagte, Polens Wirtschaft sei seit dem EU-Beitritt jährlich um 3,8 Prozent gewachsen, doppelt so stark wie der EU-Durchschnitt. Sie sagte zudem, die polnische Wirtschaftskraft habe 1990 38 Prozent des EU-Durchschnitts erreicht und liege heute bei 85 Prozent, womit Polen unter den 20 größten Volkswirtschaften der Welt stehe. Der Handelsumsatz zwischen Polen und Deutschland habe 2025 erstmals 180 Milliarden Euro überschritten, und Reiche sagte, immer mehr polnische Unternehmen investierten in Deutschland und schüfen dort Arbeitsplätze. Domański lobte die Zusammenarbeit mit Deutschland beim Schutz der Chemie- und Automobilbranche.

Polens Wirtschaftskraft im Verhältnis zum EU-Durchschnitt% des EU-Durchschnitts
1990
38 % des EU-Durchschnitts
2026
85 % des EU-Durchschnitts

Daten aus dem Artikeltext

Nächste Schritte für Warschau und Berlin

Domański sagte, Europa müsse bereit sein, sich neuen geopolitischen, strategischen und technologischen Herausforderungen zu stellen. Er argumentierte, der Staatenbund könne diese nur mit einer starken europäischen Wirtschaft bewältigen.

„Europa muss bereit sein, sich diesen Herausforderungen zu stellen.“

Andrzej Domański, Polnischer Finanz- und Wirtschaftsminister

Er sagte außerdem, Brüssel brauche mehr deutsch-polnische Wirtschaftskooperation und eine lautere gemeinsame Stimme bei der Verteidigung der europäischen Industrie. Das Forum endete mit der Übereinkunft beider Regierungen, dass Energiepreise und Wettbewerbsfähigkeit die nächste Phase ihrer Wirtschaftsbeziehungen entscheiden werden.

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