Regierung · Warschau

Polen gewährt verheirateten Paaren gleichen Geschlechts mit eingetragenen EU-Trauscheinen gemeinsame Steuererklärung

Das polnische Finanzministerium hat eine allgemeine Steuerauslegung erlassen, die Paaren mit eingetragenen ausländischen gleichgeschlechtlichen Trauscheinen dieselben Steuerrechte wie Ehepaaren gewährt und damit den Widerstand des Präsidenten gegen eine gesetzliche Regelung umgeht.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von polsatnews.pl, Business Insider, www.gazetaprawna.pl und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. 23.08.Standesämter führen Formulare ein, die die Übertragung ausländischer gleichgeschlechtlicher Trauscheine ermöglichen
  2. 24.09.Finanzminister Andrzej Domański unterzeichnet allgemeine Steuerauslegung DTS6.8022.6.2026
  3. 25.09.Ministerpräsident Donald Tusk verteidigt Steuergleichheit für eingetragene Ehen in Videoansprache

Allgemeine Steuerauslegung erlassen

Am 24. September 2026 unterzeichnete der polnische Finanz- und Wirtschaftsminister Andrzej Domański eine allgemeine Steuerauslegung (Aktenzeichen DTS6.8022.6.2026) bezüglich im Ausland eingetragener gleichgeschlechtlicher Ehen. Das Dokument legt fest, dass Ehepartner, die eine ausländische Heiratsurkunde in das polnische Personenstandsregister übertragen haben, dieselben Steuerrechte, -pflichten und Verfahrensgarantien besitzen wie gemischtgeschlechtliche Ehepaare. Das Finanzministerium erklärte, dass die Auslegung die Verwaltungspraxis mit einem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union in Einklang bringt, das Polen verpflichtet, in anderen EU-Mitgliedstaaten geschlossene Personenstandsurkunden anzuerkennen. Bei der Entscheidung von Steuerfällen müssen die Finanzbehörden die üblichen gesetzlichen Voraussetzungen, die allgemeinen Steuergrundsätze und die jeweiligen Umstände des Einzelfalls prüfen. Die Maßnahme folgt auf die Einführung aktualisierter Registerformulare in den polnischen Standesämtern am 23. August 2026, die die Übertragung ausländischer gleichgeschlechtlicher Trauscheine ermöglichten, wobei vermerkt wird, dass die Trauung außerhalb Polens stattfand.

Umfang der Steuervergünstigungen und gesetzlichen Ausnahmen

Die Auslegung erstreckt zentrale Bestimmungen des polnischen Steuerrechts auf eingetragene gleichgeschlechtliche Paare. Paare, die ihre Partnerschaft im Register eingetragen haben, können gemeinsame Einkommensteuererklärungen (PIT) einreichen, sodass sie ihre Steuerschuld nach den für Ehepaare geltenden Regeln berechnen können. Die Weisung wendet zudem den Nullsteuersatz für Erbschafts- und Schenkungsteuer auf eingetragene Ehepartner an, was den für nahe Angehörige geltenden Freibeträgen entspricht. Nach diesen Regeln sind Vermögenswerte, die zwischen Ehepartnern vererbt oder geschenkt werden, vollständig von der Steuer befreit, und Erwerbe bis zu einem Wert von 36.120 PLN von einer einzelnen Person innerhalb von fünf Jahren müssen dem Finanzamt nicht gemeldet werden. Auch die Freibeträge für Familiendarlehen unter der Steuer auf zivilrechtliche Geschäfte (PCC) gelten für diese Paare. Darüber hinaus wird die Auslegung auf erweiterte Familienmitglieder ausgeweitet, indem Schwiegereltern für Erbschafts- und Schenkungszwecke in die erste Steuergruppe eingestuft werden.

Regierungsverteidigung und politische Strategie

Ministerpräsident Donald Tusk verteidigte das Vorgehen des Finanzministeriums in einem am 25. September 2026 in den sozialen Medien veröffentlichten Video. Tusk kritisierte konservative und rechte politische Führer, darunter Präsident Karol Nawrocki, den PiS-Vorsitzenden Jarosław Kaczyński und die Konföderationsführer Sławomir Mentzen und Grzegorz Braun, weil sie gesetzliche Lösungen für eingetragene Partnerschaften abgelehnt hätten.

„Nawrocki, Kaczyński, Mentzen, Braun blockieren mit manischer Beharrlichkeit jeden Versuch, das Gesetz zu zivilisieren, selbst wenn es um ein würdevolles menschliches Leben geht. Der Präsident hätte ein sehr moderates, weises Gesetz über die nächsten Angehörigen unterzeichnen können, denn es war ein Gesetz über die Würde, aber nein, er hat wieder zum Baseballschläger gegriffen. Nun, wir werden auch nicht Schach mit ihnen spielen.“

Donald Tusk, Ministerpräsident von Polen

Tusk erklärte, dass die Verwaltungsverfügung einen etablierten rechtlichen Mechanismus biete, um Präsidentenvetos gegen Bürgerrechtsgesetze zu umgehen. Der Ministerpräsident fügte hinzu, dass der Schritt die Menschenwürde garantiere und eine gleichberechtigte Behandlung von Paaren vor den polnischen Steuerbehörden sicherstelle.

Widerstand der Opposition und rechtliche Einwände

Die Präsidialkanzlei focht die Verfügung des Finanzministeriums unmittelbar nach der Ankündigung an. Paweł Szefernaker, Chef des Kabinetts von Präsident Karol Nawrocki, erklärte am 24. September, die Steuerauslegung stelle einen verfassungswidrigen Versuch dar, gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit der Ehe gleichzusetzen. Szefernaker argumentierte, die Regierung habe die Änderung ohne gesetzliche Grundlage, parlamentarische Debatte oder offene öffentliche Konsultation umgesetzt. Während das polnische Landesrecht keine Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare im Inland vorsieht, vertrat die Regierung die Auffassung, dass die Anerkennung ausländischer EU-Ehen zu Steuerzwecken den europäischen rechtlichen Verpflichtungen nachkomme. Experten wiesen in polnischen Steuerberichten darauf hin, dass die Auslegung zwar unmittelbare Erleichterung bringe, Auseinandersetzungen mit den Finanzbehörden vor den Verwaltungsgerichten jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden könnten.

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