
PiS-Vize Terlecki attackiert 'maślarze'-Fraktion, warnt vor Niederlage, während Morawieckis Gruppe die Partei verlässt
Ryszard Terlecki, ein langjähriger Verbündeter von Jarosław Kaczyński, stellte sich auf die Seite des ehemaligen Premierministers Mateusz Morawiecki, nachdem ein Ultimatum Dutzende Abgeordnete zum Austritt aus der Partei gezwungen hatte.
Der interne Konflikt innerhalb der polnischen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) eskalierte am Freitag, als der Vize-Vorsitzende des Parlamentsklubs Ryszard Terlecki öffentlich die „maślarze“-Fraktion angriff und warnte, dass sie die Partei in die Niederlage führe. Seine Stellungnahme erfolgte Stunden, nachdem Parteichef Jarosław Kaczyński bekannt gegeben hatte, dass etwa dreißig Abgeordnete ihre Mitgliedschaft gekündigt hatten, nachdem ein Ultimatum im Zusammenhang mit der Vereinigung des ehemaligen Premierministers Mateusz Morawiecki, Rozwój Plus, gestellt worden war.
Ultimatum und Rücktritte
Die von Kaczyński gesetzte Frist für PiS-Parlamentarier, zu erklären, dass sie keiner externen Vereinigung angehören, endete um Mitternacht am Donnerstag, dem 23. Juli. Der Schritt zielte hauptsächlich auf Mitglieder von Rozwój Plus ab, das von Morawiecki, einem PiS-Vizevorsitzenden und ehemaligen Regierungschef, gegründet wurde. Am Freitag sagte Kaczyński, dass „dreißig-something“ Abgeordnete aus der Partei ausgetreten seien, eine Entscheidung, die am Dienstag, dem 28. Juli, vom Politischen Komitee bestätigt werden soll. Morawiecki erklärte auf einer späteren Pressekonferenz, dass seine Vereinigung nun 40 Abgeordnete, einen Senator und drei EU-Parlamentarier zähle. Er argumentierte, dass das Ultimatum einer Erpressung gleichkomme und dass eine zuvor vereinbarte Strategie der „zwei Lungen“ für die Partei aufgegeben werde.
Wir können nicht zustimmen, dass eine vor nicht langer Zeit vereinbarte Strategie durch Ultimaten oder Erpressung in den Müll wandert.
- Ultimatumfrist für PiS-Abgeordnete, um Nichtmitgliedschaft in Vereinigungen zu erklären, läuft ab.
- Jarosław Kaczyński kündigt an, dass etwa 30 Abgeordnete ihre Mitgliedschaft gekündigt haben, was am Dienstag vom Politischen Komitee bestätigt werden soll.
- Mateusz Morawiecki hält eine Pressekonferenz, sagt, seine Vereinigung habe 40 Abgeordnete, 1 Senator, 3 EU-Parlamentarier, und kritisiert das Ultimatum.
- Ryszard Terlecki postet auf X, bezeichnet 'maślarze' als Weg zur Niederlage und äußert Hoffnung, dass Kaczyński sie vertreiben wird.
- Sitzung des Politischen Komitees zur Genehmigung der Rücktritte.
Fraktionen: 'harcerze' vs 'maślarze'
Der Streit hat sich um zwei informelle Gruppierungen kristallisiert. Morawieckis Anhänger werden als „harcerze“ (Pfadfinder) bezeichnet, während ihre Gegner „maślarze“ (Buttermacher) genannt werden, ein Etikett für den konservativen Block, der sich um Vizevorsitzenden Przemysław Czarnek, Jacek Sasin, Tobiasz Bocheński und Patryk Jaki schart. Die maślarze werden als Verfechter eines härteren Kurses gesehen und treiben laut Terlecki die Spaltung voran. Der Konflikt brodelt seit Wochen, und Kaczyński hatte bereits früher auf einen Vorschlag zur Spaltung der Partei Bezug genommen, der vor vielen Wochen aufgetaucht war.
Terleckis Intervention
Ryszard Terlecki, ein erfahrener PiS-Politiker, der als stellvertretender Sejm-Marschall fungierte und jahrelang einer der engsten Mitarbeiter Kaczyńskis war, brach am Freitagabend sein Schweigen mit einem Beitrag auf X. Während er Kaczyński als „den herausragendsten Politiker der letzten 35 Jahre“ bezeichnete, machte er die maślarze direkt für die Krise verantwortlich.
Jarosław Kaczyński bleibt der herausragendste Politiker der letzten 35 Jahre, aber die Maślarze führen die PiS in die Niederlage. Ich denke, der Tag wird kommen, an dem der Vorsitzende sie davonjagen wird und wir gemeinsam zum Sieg gehen werden.
Terlecki hatte zuvor auf Facebook geschrieben, dass einige Kollegen „eifrig darauf bedacht seien, Eifer zu zeigen und auf eine Spaltung zu drängen“, und warnte, dass Kaczyński „manchmal gerne Speichelleckern zuhört, sie aber nicht respektiert.“ Er gehört zu den Abgeordneten, die die erforderlichen Erklärungen nicht unterschrieben haben, und steht nun auf der Seite von Morawieckis Gruppe.
Lokale Auswirkungen in Małopolska
Der Bruch ist auch in der Region Małopolska sichtbar, wo mehrere PiS-Abgeordnete Rozwój Plus beigetreten sind. Darunter sind Łukasz Kmita, Elżbieta Duda, Agnieszka Ścigaj, Ryszard Terlecki und Wiesław Krajewski. Lokale Parteiquellen merken an, dass die ehemalige Premierministerin Beata Szydło sich aus dem Konflikt „harcerze versus maślarze“ herausgehalten hat, während eine andere Gruppe um den ehemaligen Infrastrukturminister Andrzej Adamczyk der Parteiführung treu bleibt, ohne sich einer der Fraktionen anzuschließen. Die regionalen Folgen einer nationalen Spaltung sind noch unklar, aber die lokalen Strukturen könnten umgestaltet werden.
Wie geht es weiter
Das Politische Komitee soll am Dienstag zusammentreten, um den Austritt der Abgeordneten, die zurückgetreten sind, zu formalisieren. Morawieckis Lager besteht darauf, dass es innerhalb der PiS bleiben und nach dem Modell der „zwei Lungen“ operieren wollte, aber das Ultimatum zwang sie zum Handeln. Ob Kaczyński letztendlich gegen die maślarze vorgehen wird, wie Terlecki vorhersagt, bleibt eine offene Frage. Im Moment steht die Partei vor der schwersten internen Spaltung seit Jahren, wobei beide Fraktionen sich eingraben.


