Sicherheit

Fast ein Viertel der europäischen Pilotinnen und Piloten fliegt trotz zu großer Müdigkeit – ECA-Umfrage

Eine Umfrage unter fast 7.200 Pilotinnen und Piloten in 32 europäischen Ländern ergab, dass die Hälfte in den vergangenen drei Monaten geflogen ist, obwohl sie sich hätte für zu müde erklären müssen, und dass nur jede und jeder Dritte Müdigkeit üblicherweise meldet.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von De Morgen, RTP, Spiegel Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Wie es dazu kam
  1. August 2026ECA-Müdigkeitsumfrage unter Pilotinnen und Piloten in 32 europäischen Ländern durchgeführt
  2. 26.10.Ergebnisse veröffentlicht und in europäischen Medien berichtet

Umfrageergebnisse

Die European Cockpit Association (ECA), ein Dachverband der Berufspilotenschaft, führte die Umfrage im August unter Kapitänen und Ersten Offizieren in 32 europäischen Ländern durch. Sie zählte 7.198 Antworten, darunter 240 Pilotinnen und Piloten aus Belgien. Drei von vier gaben an, in den vier Wochen vor der Umfrage mindestens einmal einen Mikroschlaf erlebt zu haben, also einen kurzen, unbeabsichtigten Schlafanfall im Dienst. Fast ein Viertel erklärte, wegen Müdigkeit üblicherweise weiterzufliegen, statt sich für fluguntauglich zu erklären; 16,8% melden sich in dieser Situation krank. Am häufigsten traten Mikroschlaf-Episoden bei Besatzungen von Fluggesellschaften mit Sitz in Irland und Malta auf.

Ursachen der Müdigkeit und Lücken bei der Meldung

Unregelmäßige Dienstpläne und lange Diensttage gelten als Hauptursachen der Erschöpfung, und mehr als ein Drittel gab an, die Ruhezeiten seien zu knapp, um eine Anhäufung von Müdigkeit zu verhindern. Das Überqueren mehrerer Zeitzonen bringt den natürlichen Schlafrhythmus durcheinander. Die Schwachstelle ist die Meldung: Nur ein Drittel der Pilotinnen und Piloten erklärt sich bei Erschöpfung üblicherweise für fluguntauglich, und 11,9% vertrauen dem Müdigkeitsmeldesystem ihrer Fluggesellschaft. Fast die Hälfte fürchtet negative Folgen durch Vorgesetzte, wenn sie sich für fluguntauglich erklären. Die Hälfte der Befragten gab an, in den drei Monaten vor der Erhebung mindestens einmal geflogen zu sein, obwohl sie sich hätte für fluguntauglich erklären müssen – ohne solche Meldungen haben die Airlines kaum eine Planungsgrundlage.

Anteil der europäischen Pilotinnen und Piloten nach müdigkeitsbezogenem Verhalten%
Fliegen üblicherweise, obwohl sie zu müde zum Arbeiten sind
24 %
Melden sich krank, statt sich für fluguntauglich zu erklären
16.8 %
Sind geflogen, obwohl sie Müdigkeit hätten melden müssen (letzte drei Monate)
50 %
Vertrauen dem Müdigkeitsmeldesystem ihrer Airline
11.9 %

Daten aus dem Artikeltext

Druck und Unterschiede zwischen den Fluggesellschaften

Die Pilotinnen und Piloten berichten zudem von Druck, über die gesetzlichen Grenzen hinaus zu fliegen. Mehr als ein Drittel machte im Monat vor der Umfrage vom Ermessen des Kommandanten Gebrauch, also von der besonderen Befugnis des Kapitäns, die Höchstdienstzeit bei unvorhergesehenen Umständen zu verlängern oder zu verkürzen. Eine Darstellung beziffert den Anteil derjenigen, die bei einer Weigerung, eine Schicht zu verlängern, negative Folgen befürchten, auf rund 60%, eine andere auf 70%. Ein weiterer Bericht nennt rund 40%, die in den vier Wochen vor der Umfrage mindestens einmal die gesetzliche Höchstgrenze überschritten. Fluggesellschaften mit niederländischer oder finnischer Lizenz schnitten deutlich besser ab, jene mit irischer oder maltesischer Lizenz, etwa Billigflieger, landeten am unteren Ende. Zwei von fünf Pilotinnen und Piloten bei spanischen Airlines und jede und jeder Dritte bei französischen Airlines gaben an, üblicherweise müde zu fliegen – gegenüber jeder und jedem Zehnten bei britischen Airlines.

Reaktion der Branche

Das ECA-Vorstandsmitglied Coen George erklärte in einer Pressemitteilung, wenn Pilotinnen und Piloten um ihre Karriere fürchteten, bleibe Müdigkeit ungemeldet, und das Risiko kehre ins Cockpit zurück. Airlines und Behörden müssten die Meldung wirklich sanktionsfrei gestalten, damit der Kapitän nach eigenem Urteil handeln könne. Die ECA teilte mit, das Bild habe sich seit ihrer vorigen derartigen Umfrage aus dem Jahr 2023 nicht verbessert. De Tijd, die den Bericht vorliegen hatte, schrieb, die Fluggesellschaften hätten seit dieser früheren Erhebung keine Fortschritte gegen Müdigkeit erzielt. Ian Holder, Leiter von Baines Simmons, einem Beratungsunternehmen für Flugsicherheit, verwies auf anhaltende Unterschiede im Umgang von Airlines und nationalen Behörden mit Müdigkeit.

„Diese Umfrage erfasst, wie europäische Pilotinnen und Piloten das Müdigkeitsrisikomanagement in der Praxis erleben.“

Ian Holder

Holder betonte, die Ergebnisse beschrieben, was Pilotinnen und Piloten durchgemacht hätten, und seien keine direkte Messung.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Orte
Irland

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen