Wahlen · Sofia

Bulgaren wählen am Sonntag einen Präsidenten – Drohnenangriffe im Schwarzen Meer und der Ukraine-Krieg spalten die Kandidaten

Übergangspräsidentin Iliana Iotova und der frühere geschäftsführende Ministerpräsident Andrey Gyurov führen ein Feld von 27 Kandidaten an. Die Wahllokale sollen um 07:00 Uhr Ortszeit öffnen; eine Stichwahl am 1. November ist möglich, falls niemand die absolute Mehrheit gewinnt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Monde.fr, NIEZALEZNA.PL, rmf24.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Sofia · Bulgarien
Wie es dazu kam
  1. 25.10.Wahllokale sollen um 20:00 Uhr Ortszeit schließen
  2. Endergebnis, innerhalb von drei Tagen nach der WahlDie Zentrale Wahlkommission gibt die endgültigen Ergebnisse bekannt
  3. 1.11.Stichwahl, falls am 25. Oktober kein Kandidat die absolute Mehrheit gewinnt

Das Rennen

Am Sonntag, dem 25. Oktober, sollen die Bulgarinnen und Bulgaren einen Präsidenten aus einem Feld von 27 Kandidaten wählen. Die Wahllokale sollen um 07:00 Uhr Ortszeit öffnen und um 20:00 Uhr schließen. Das Amt ist weitgehend repräsentativ, doch ein direkt gewählter Präsident gewinnt größere politische Autorität, führt den Oberbefehl über die Streitkräfte, kann Gesetze mit einem Veto belegen, unterzeichnet internationale Verträge und ernennt Botschafter.

Der Wahlgang folgt auf den Rücktritt von Rumen Radev, der als Staatsoberhaupt zurücktrat, um bei der Parlamentswahl anzutreten. Iliana Iotova, eine frühere Vizepräsidentin, ist seit Januar geschäftsführende Präsidentin und gilt in den Vorbefragungen als Favoritin. Radevs Partei Progressive Bulgaria hatte die Parlamentswahl im April deutlich gewonnen, anschließend wurde Radev Ministerpräsident.

Zwei führende Kandidaten, eine gespaltene Haltung zum Ukraine-Krieg

Iotova tritt als Unabhängige an, hat aber die offizielle Unterstützung von Progressive Bulgaria und der Sozialistischen Partei, in der sie ihre politische Laufbahn begann. Ihr wichtigster Rivale ist Andrey Gyurov, der von Februar bis Mai eine geschäftsführende Regierung leitete und von prowestlichen, reformorientierten Parteien unterstützt wird. Er hat die Ukraine seit Langem unterstützt und als Ministerpräsident ein Abkommen über Sicherheitskooperation mit Kiew unterzeichnet. Bei einer Kundgebung am 22. Oktober legte er seine Position dar:

„Ich will, dass Bulgarien in Europa eine eigene Stimme hat, ein verlässlicher NATO-Verbündeter, der seine Interessen durch Vorbereitung, starke Diplomatie und eine klare Haltung verteidigt.“

Andrey Gyurov, Früherer geschäftsführender Ministerpräsident und wichtigster Rivale Iotovas

Iotova befürwortet ein diplomatisches Ende des Krieges und erklärt, Radev unterstütze sie in dieser Haltung. Bei einer Kundgebung am selben Tag warb sie für ihre Position gegen Rivalen, die einen langwierigen Konflikt befürworten:

„Meine Gegner argumentieren, es müsse einen Abnutzungskrieg geben. Die Wahrheit ist, dass wir alle diejenigen sind, die am meisten erschöpft sind.“

Iliana Iotova, Geschäftsführende Präsidentin Bulgariens und Kandidatin bei

Drohnenangriffe im Schwarzen Meer

Der Wahlkampf wurde von einer Serie von Drohnenangriffen auf Handelsschiffe vor der bulgarischen Schwarzmeerküste überschattet, bei denen wahrscheinlich rund zwei Dutzend internationale Seeleute getötet wurden. Beide führenden Kandidaten haben die Angriffe verurteilt, unterscheiden sich jedoch in ihrer Haltung zum weiteren Kriegsverlauf. Die Regierung hat es bislang vermieden, Russland ausdrücklich die Schuld zu geben, doch Ministerpräsident Rumen Radev sagte, das Ergebnis der Angriffe nütze der Russischen Föderation. Bulgarien hat seine Verbündeten um Hilfe beim Ausbau seiner maritimen Sicherheit gebeten. Auch steigende Energiepreise und die Inflation, die ländliche Haushalte am härtesten treffen, belasten die Wähler und prägen die Botschaften der Kandidaten.

Regeln, Wählerverzeichnisse und das Danach

RMF beziffert die Zahl der Wahlberechtigten unter Berufung auf offizielle Daten auf etwa 6,5 Millionen, während Adevarul 6,6 Millionen registrierte Wähler nennt – die Angaben unterscheiden sich je nach Quelle. Die Verzeichnisse umfassen zudem eine große Auswanderergemeinde; ein Bericht des Außenministeriums von Anfang 2023 zählte mehr als 2,8 Millionen im Ausland lebende Bulgarinnen und Bulgaren. Um in der ersten Runde zu gewinnen, braucht ein Kandidat mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen, und die Wahlbeteiligung muss über 50 Prozent liegen. Schätzungen vor der Wahl gehen von einer Beteiligung unter 40 Prozent aus, was eine Stichwahl am 1. November erforderlich machen würde. Die Zentrale Wahlkommission wird die endgültigen Ergebnisse innerhalb von drei Tagen nach der Wahl bekannt geben.

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