Pfarrer Józef Zborek aus Grojec wegen Vorwürfen zu Messstipendien als Pfarrleiter abberufen
Bischof Roman Pindel hat Pfarrer Józef Zborek als Pfarrer in Grojec bei Oświęcim abberufen. Die auf den 13. Oktober datierte Erklärung des Priesters legt die Vorwürfe gegen ihn dar, und Gemeindemitglieder haben seither eine Kampagne für seine Rückkehr gestartet.
Abberufung und Protest in Grojec
Die Diözese Bielsko-Żywiec teilte mit, Bischof Roman Pindel habe Pfarrer Józef Zborek als Pfarrer der Laurentiuskirche in Grojec bei Oświęcim in Kleinpolen wegen "nachgewiesener und dokumentierter schwerwiegender Unregelmäßigkeiten" bei der Ausübung seines Amtes abberufen. Der Bischof nannte diese Unregelmäßigkeiten nicht und erklärte lediglich, nur der abberufene Priester könne sie offenlegen. Am 4. Oktober kam der Bischof im Zusammenhang mit der Entscheidung in die Gemeinde. Hunderte Menschen versammelten sich um die Kirche und hinderten ihn und andere Priester am Verlassen des Geländes. Der Bischof verließ den Ort erst nach Mitternacht, eskortiert von der Polizei.
Die Vorwürfe aus Sicht des Priesters
In einer auf Dienstag, den 13. Oktober, datierten und auf der Website der Gemeinde veröffentlichten Erklärung schreibt Zborek, Pindel habe 2024 ein kirchliches Strafverfahren gegen ihn eröffnet. Er sei zweier Vergehen nach dem Kirchenrecht beschuldigt worden: unrechtmäßiger Gewinn aus Messstipendien und Vernichtung eines kirchlichen Dokuments, des Buches der Messintentionen. Wegen des ersten Vergehens sei er von seinem Posten in Grojec entfernt worden, wegen des zweiten sei er zu einer Geldstrafe von 5.000 Złoty verurteilt worden. Die Diözese hat die Vorwürfe selbst nicht veröffentlicht, sodass die Darstellung auf der Erklärung des Priesters beruht.
- Bischof Pindel eröffnet nach Angaben des Priesters ein kirchliches Strafverfahren gegen Zborek
- Der Bischof besucht die Pfarrei Grojec; Hunderte umringen die Kirche
- Der Bischof verlässt die Pfarrei unter Polizeieskorte
- Zborek veröffentlicht eine Erklärung, in der er die Vorwürfe darlegt
Berufungen und die Frage der Stipendien
Zborek zufolge bestätigte das Dikasterium für den Klerus die Entscheidung nach seiner Berufung. Er gibt an, der Oberste Gerichtshof der Apostolischen Signatur habe seine Berufung gegen das Dekret des Dikasteriums zunächst zugelassen, das Verfahren dann aber aus rein formalen Gründen eingestellt. Seiner Darstellung nach wertet die Begründung des Dikasteriums die Weitergabe von Messstipendien für in der Gemeinde Grojec geleistete Arbeit als einen Vorteil, den er erlangt habe, während er angibt, die Stipendien aus binatierten und trinatierten Messen an die Kurie weitergegeben zu haben.
Die Entscheidung des Bischofs, mich vom Amt des Pfarrers in Grojec zu entfernen, ist für mich unbegreiflich.
Er erklärt zudem, die Unschuldsvermutung in seinem Fall sei durch eine Schuldvermutung ersetzt worden. Er betont, die Autorität des Bischofs zu respektieren, und verlässt die Gemeinde voller Schmerz und mit einem Gefühl der Ungerechtigkeit.
Die Gemeindemitglieder und die Zukunft der Pfarrei
Gemeindemitglieder starteten eine Kampagne mit dem Namen "1000 serc dla księdza Józefa" (1000 Herzen für Pfarrer Józef), sammelten Unterschriften und wollen von Anwälten prüfen lassen, ob die Abberufung nach den vorgeschriebenen Verfahren erfolgte. Die Pfarrei hat jetzt nur noch einen Vikar, der an Werktagen eine Messe und sonntags zwei Messen feiern kann, während fünf Sonntagsmessen geplant sind. Priester aus Nachbargemeinden helfen, diesen Plan einzuhalten, und pensionierte Priester sollen in den kommenden Wochen nach Grojec kommen. In der Öffentlichkeit kursierende Meinungen besagen, der Priester habe mehr Messen gefeiert, als das Kirchenrecht erlaubt, und ein Bericht führt dies unter den Vorwürfen auf, obwohl Zboreks Erklärung nur die beiden Vergehen nennt. Gemeindemitglieder geben außerdem an, der Priester habe eine Videoerklärung des Bischofs bestritten, in der dieser behauptete, Zborek habe am Tag nach dem Besuch bei einer Kurienversammlung seine Schuld eingeräumt.