BerichtParlamentswahl in Israel

Wahlen · Jerusalem und Tel Aviv

Israels Wahl endet ohne klaren Sieger – Netanyahu-Block führt mit 57 zu 47 Sitzen

Weder der Netanyahu-Block noch der anti-Netanyahu-Block erreicht die 61 Sitze, die zum Regieren nötig sind. Damit rücken die 16 bis 18 Sitze der arabischen Parteien ins Zentrum der Koalitionsgespräche.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ΣΚΑΪ, iefimerida.gr, Η Ναυτεμπορική und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Jerusalem, Tel Aviv · Israel
Wie es dazu kam
  1. Dienstag, 27. Oktober, NachwahlbefragungenNachwahlbefragungen von Channel 13 und Kan geben beiden Blöcken je 51 Sitze
  2. Mittwoch, 28. Oktober, 5:58 Uhr41,9 Prozent ausgezählt: Netanyahu-Block 57 Sitze, Opposition 47, arabische Parteien 16
  3. Mittwoch, 28. Oktober, 7:10 Uhr77,7 Prozent ausgezählt: Netanyahu-Block weiterhin bei 57 Sitzen, Opposition bei 47

Nachwahlbefragungen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Die Israelis haben am Dienstag, 27. Oktober, gewählt, und die Nachwahlbefragungen ließen die beiden großen Blöcke nahezu gleichauf. Der Sender Channel 13 und der öffentlich-rechtliche Sender Kan gaben dem Block um Benjamin Netanyahu und dem Block um Gadi Eisenkot jeweils 51 der 120 Sitze in der Knesset, die arabischen Parteien kamen zusammen auf 18 Sitze. Channel 12 sah Netanyahus Block mit 52 zu 49 Sitzen knapp vorn, nachdem eine frühere Schätzung die Opposition mit 52 zu 50 in Führung gesehen hatte. In den aktualisierten Projektionen von Channel 13 und Kan stieg Likud auf 27 Sitze, während Eisenkots Partei Jashar auf 22 bzw. 21 Sitze kam – eine Umkehr früherer Umfragen, die Jashar begünstigt hatten.

Die offizielle Auszählung verschiebt sich zugunsten Netanyahus

Die offiziellen Zahlen des Zentralen Wahlkomitees zeigten während der Auszählung ein anderes Bild. Bei einem Auszählungsstand von 41,9 Prozent der Wahllokale am Mittwoch, 28. Oktober, um 5:58 Uhr, kam der Netanyahu-Block auf 57 Sitze, der anti-Netanyahu-Block auf 47, und die Vereinigte Liste und Ra'am teilten sich die verbleibenden 16. Likud führte mit 28 Sitzen, Jashar folgte mit 21. Zu diesem Zeitpunkt lagen Reservisten (2,7 Prozent), Am Israel (1,8 Prozent) und Charedi-Zöffentlichkeit (0,3 Prozent) unter der Sperrklausel von 3,25 Prozent. Bis Mittwoch, 7:10 Uhr, zeigten die offiziellen Zahlen bei 77,7 Prozent ausgezählter Stimmen weiterhin 57 Sitze für den Netanyahu-Block, 47 für die Opposition und 16 für die arabischen Parteien. Die Ergebnisse sind weiterhin vorläufig, da die Stimmen aus den Wahllokalen im ganzen Land sowie die sogenannten doppelten Umschläge, die auch die Stimmen der Soldaten enthalten, noch ausgezählt werden müssen.

Sitze nach Blöcken im offiziellen Auszählungsstand bei 77,7 ProzentSitze
Netanyahu-Block
57 Sitze
Anti-Netanyahu-Block
47 Sitze
Arabische Parteien
16 Sitze

Daten aus dem Artikeltext

Beide Lager beanspruchen den Sieg

Netanyahu sprach vor Anhängern im Wahlzentrum seiner Partei Likud in Jerusalem und sagte, Likud sei die größte Partei Israels; er forderte eine starke nationale rechtsgerichtete Regierung. Er bezeichnete die arabischen Parteien als antizionistisch, warf ihnen vor, die Hamas zu unterstützen, und beschuldigte Fernsehsender, die Wähler über Nachwahlbefragungen beeinflussen zu wollen. Zudem sagte er, Israel habe gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump eine einzigartige Gelegenheit, die iranische Bedrohung zu beseitigen. Eisenkot, 66 Jahre alt und ehemaliger Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, führt die Partei Jashar. In der Nacht sagte er vor Anhängern in Tel Aviv, er beabsichtige, die nächste Regierung zu bilden, und lehne eine Neuwahl ab. Außerdem warnte er Netanyahu davor, Israels Sicherheit für politische Zwecke zu missbrauchen. Oppositionsführer bezeichneten das Ergebnis als klare Niederlage des Ministerpräsidenten.

Koalitionsarithmetik und das weitere Vorgehen

Keine Seite erreicht in den bislang gemeldeten Zahlen die 61 Sitze, die für eine Mehrheit nötig sind. Netanyahu hat vor einer Regierung gewarnt, die von den arabischen Parteien abhängt, und auch der Oppositionsblock bräuchte Partner für eine Mehrheit. Netanyahu bleibt geschäftsführender Ministerpräsident, solange die Gespräche andauern, und diese könnten sich über Wochen hinziehen. Noch nie hat eine Partei in der Geschichte Israels allein 61 Sitze erreicht, und die Israelis sind nun innerhalb von vier Jahren zum fünften Mal an die Urnen gegangen. Es ist die erste landesweite Wahl seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023.

Ein Streit über die Identität des Landes

Ein Porträt der New York Times, auf das griechische Medien verweisen, stellt den 46-jährigen Simcha Rothman, eine Galionsfigur der extremen Rechten, der Gegenvision eines multikulturellen Staates auf Grundlage der Prinzipien der Unabhängigkeitserklärung von 1948 gegenüber. Rothman lebt seit 18 Jahren in der Siedlung Peney Kedem auf einem Hügel im Westjordanland, die seit seinem Einzug von 16 auf 90 Familien gewachsen ist. Wahlplakate von Finanzminister Bezalel Smotrich, der die Partei Religiöser Zionismus führt, der Rothman angehört, säumen die Straßen zur Siedlung. Rothman lehnt einen palästinensischen Staat kategorisch ab. Das Völkerrecht betrachtet Israels Besetzung des Westjordanlands, die inzwischen 59 Jahre andauert, als illegal – eine Sicht, die der Großteil der Welt und auch die rund drei Millionen dort lebenden Palästinenser teilen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen