
- 9.06.Gantz tritt wegen Meinungsverschiedenheiten mit Netanyahu über die Kriegsführung aus dem Kriegskabinett zurück
- 19.10.Gantz kündigt an, bei der Parlamentswahl nicht anzutreten
- 22.10.Auf Anordnung des Generalstabschefs der IDF wird der Urlaub der Soldaten ab Donnerstag gestrichen
- 27.10.Parlamentswahl findet statt
Ankündigung und Gründe
Benny Gantz, ehemaliger Verteidigungsminister und Führer des Mitte-Bündnisses Blau-Weiß, erklärte am Montag, dem 19. Oktober, er werde bei der für den 27. Oktober angesetzten Parlamentswahl nicht antreten. Er machte die Ankündigung in einer kurzen, an israelische Medien verschickten Erklärung und sagte, er werde sich von außerhalb des Rennens weiter für die Einheit einsetzen. Einigkeit sei die einzige Option, die eine weitere Katastrophe verhindern und Israel gegen Bedrohungen von innen wie von außen schützen könne, so Gantz. Er hatte Reportern wenige Tage zuvor gesagt, er werde diesen Schritt gehen, wenn sich sein Bündnis in den Umfragen nicht erhole. Keine größere Umfrage hatte dem Bündnis je die 3,25 Prozent der Stimmen gegeben, die für einen Sitzgewinn im Parlament nötig sind; Schätzungen lagen bei etwa 1 Prozent. Mehrere Mitglieder hatten die Partei bereits vor der Ankündigung verlassen.
Ein Rennen, das sich auf zwei Parteien verengt hat
Der Wahlkampf ist zu einem Duell zwischen dem Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Yashar unter dem früheren Generalstabschef Gadi Eisenkot geworden. Eine von Il Fatto Quotidiano zitierte Kan-Umfrage gab Yashar 23 Sitze und dem Likud 21. Die von El Confidencial zitierten Umfragedurchschnitte gaben Yashar 22 Sitze. Keine der beiden Parteien kommt allein den 61 Sitzen für eine Mehrheit nahe. Dieselbe Kan-Umfrage sah Netanyahus Lager bei 51 Sitzen und Eisenkots Lager bei 52, wobei die beiden arabischen Parteien zusammen 13 Sitze gewinnen. Laut Haaretz wird Blau-Weiß weiterhin auf dem Stimmzettel stehen, sofern nicht auch die verbleibenden Kandidaten in den kommenden Tagen zurückziehen.
- Yashar (Eisenkot)
- 23 Sitze
- Likud (Netanyahu)
- 21 Sitze
Daten aus dem Artikeltext
Gantz' Bilanz
Blau-Weiß gewann bei seiner ersten Wahl 2018 35 Sitze – ein Ergebnis, das die Partei El Confidencial zufolge heute zur meistgewählten Partei machen würde. 2022 gewann sie nur 12 Sitze. Gantz trat dem nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 gebildeten Notstandskriegskabinett bei und war der einzige Oppositionsführer, der Netanyahus Bitte um eine Kriegseinheitsregierung annahm. Er diente zunächst als Verteidigungsminister und dann zwischen 2023 und 2024 als Minister ohne Geschäftsbereich. Am 9. Juni 2024 trat er wegen Meinungsverschiedenheiten mit Netanyahu über die Kriegsführung zurück. Gantz und Eisenkot, der damals laut ORF die Nummer zwei seiner Partei war, verließen die Regierung später erneut wegen Differenzen mit Netanyahu, unter anderem über die Zukunft des Gazastreifens.
- Wahl 2018
- 35 Sitze
- Wahl 2022
- 12 Sitze
Daten aus dem Artikeltext
Einheitsregierung und Sicherheitsalarm
Gantz warb erneut für eine nationale Einheitsregierung, die große Parteien aus dem pro- und dem anti-Netanyahu-Lager zusammenbringen würde. Eisenkot lehnt eine solche Regierung ab. Umfragen deuten darauf hin, dass die Opposition zusammen mit den arabischen Parteien eine klare Mehrheit hätte, doch laut ORF gilt eine Koalition mit arabischen Parteien als unwahrscheinlich, wenngleich eine Unterstützung von außen vereinbart werden könnte. Il Fatto Quotidiano berichtete, die israelischen Streitkräfte seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Generalstabschef Eyal Zamir ordnete an, den Urlaub der Soldaten ab Donnerstag, dem 22. Oktober, zu streichen, nachdem er die militärische Lage an mehreren Fronten mit ranghohen Offizieren bewertet hatte.