
Oxford United zieht Kleidungslinie mit ‚United 93‘-Slogan zurück und entschuldigt sich
Der englische Drittligist Oxford United hat seine neu veröffentlichte amerikanisch angehauchte Kleidungslinie am Freitag innerhalb von zwei Stunden nach dem Verkaufsstart zurückgezogen, nachdem Designs mit dem Aufdruck ‚United 93‘ unbeabsichtigt auf den entführten Flug von 2001 anspielten.
Sofortiger Rückruf der Merchandise-Artikel
Der englische Drittligist Oxford United hat sich am Freitag entschuldigt, nachdem er eine Bekleidungslinie mit dem Slogan „United 93“ auf den Markt gebracht hatte. Die Merchandise-Artikel, Teil einer im amerikanischen Sportstil gehaltenen Kollektion namens Campus Collection, zeigten den Schriftzug auf Kleidungsstücken wie einem American-Football-Trikot und einem Baseball-Oberteil. Der Verein löschte die Verkaufsseite innerhalb von zwei Stunden nach dem Start am Freitagmorgen und nahm die Produkte bis zur Mittagszeit aus dem Verkauf, nachdem die Öffentlichkeit den Schriftzug erkannt hatte.
Oxford United räumte ein, dass die Produkte niemals in den Einzelhandel hätten gelangen dürfen, und bestätigte eine interne Überprüfung der Genehmigungsverfahren für Merchandise-Artikel.
Die Kollektion wurde ohne Kenntnis des historischen Kontexts und der Assoziationen veröffentlicht. Sie hätte nie in den Verkauf gelangen dürfen, und wir übernehmen die volle Verantwortung dafür, dass wir keine ordnungsgemäße Sorgfaltspflicht walten ließen.
Gründungsjahr versus Flugzeugrufzeichen
Das Bekleidungsdesign war als Anspielung auf das Gründungsjahr 1893 von Oxford United gedacht, als das Team ursprünglich als Amateurverein unter dem Namen Headington FC gegründet wurde, bevor es 1960 seinen heutigen Namen annahm. Der Verein schaffte 1993 zudem den Aufstieg in die zweite Liga. United 93 war jedoch das Rufzeichen des United-Airlines-Fluges 93, einer von vier entführten Verkehrsmaschinen, die bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 von al-Qaida-Kämpfern entführt wurden.
Flug 93 stürzte auf einem Feld nahe Shanksville in Pennsylvania ab, wobei alle 44 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord ums Leben kamen, nachdem Menschen an Bord das Cockpit stürmten, um die Entführer daran zu hindern, Washington, D.C. zu erreichen. Bei den Anschlägen in New York, Virginia und Pennsylvania kamen insgesamt 2.977 Menschen ums Leben. Der Widerstand der Passagiere an Bord von Flug 93 wurde in dem 2006 veröffentlichten Dokudrama-Film „United 93“ thematisiert.
- Headington FC wird in Oxford gegründet, 1960 in Oxford United umbenannt
- Der entführte United-Airlines-Flug 93 stürzt in Shanksville, Pennsylvania, ab
- Der Dokumentarfilm United 93 über den Flug von 2001 erscheint
- Oxford United bringt die Campus Collection mit Bekleidung mit United-93-Aufdruck heraus
- Der Verein nimmt die Merchandise-Artikel aus dem Verkauf und entschuldigt sich formell
Startzeitpunkt und interne Überprüfung
Die Merchandise-Artikel erschienen online eine Woche nach dem 25. Jahrestag der Anschläge von 2001. Der Verein hatte zunächst erwogen, die Kollektion am 9. September zu veröffentlichen, um mit dem Beginn der NFL-Saison in den USA zusammenzufallen, verschob die Veröffentlichung jedoch aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Nähe zum Jahrestag. Eine Vereinsquelle gab an, dass die an der Produktgestaltung beteiligten Mitarbeiter das Jahrestagsdatum kannten, jedoch zu jung waren, um die spezifische Bedeutung von Flug 93 zu erkennen.
In seiner offiziellen Stellungnahme entschuldigte sich der Drittligist für die verursachte Verärgerung und kündigte an, dass Schritte eingeleitet würden, um ähnliche Versehen in Zukunft zu verhindern.
Reaktionen von Fans und Öffentlichkeit
Der schnelle Rückruf löste Debatten in sozialen Medien und in Vereinsforen aus. Auf der Fanplattform Yellows Forum kritisierten einige Anhänger das Versehen als schwerwiegenden Managementfehler, während andere argumentierten, dass der Veröffentlichung keine böse Absicht zugrunde lag, sondern ein Fehlen redaktioneller Kontrolle. Kommentatoren im Internet verwiesen auf öffentlich bekannte Informationen und wiesen auf den weithin veröffentlichten Spielfilm von 2006 als prominente kulturelle Referenz hin.


