Sicherheit · London
Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige dürfte laut Ofcom einen Fotoausweis erfordern
Ofcom hat vier Methoden benannt, die nach Einschätzung der Behörde sehr wirksam belegen, dass Nutzer 16 Jahre oder älter sind, und zugleich gewarnt, dass manche Kinder sie dennoch umgehen werden. Das Verbot soll im März 2027 in Kraft treten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Independent, POLITICO, LBC und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Ofcom stuft den Abgleich mit einem Lichtbildausweis, Bankprüfungen, digitale Identitätsdienste und die Altersschätzung anhand des Gesichts als hochwirksam ein; eine Selbstauskunft gilt in keinem Alter als hochwirksam.
Das Verbot soll Unter-16-Jährigen den Zugang zu zehn der größten Plattformen verwehren, darunter TikTok, Instagram und Snapchat, sobald es im März 2027 in Kraft tritt. Mehr als 55 Millionen Menschen in Großbritannien nutzen soziale Medien.
Ofcom erklärte, es sei unvermeidlich, dass einige Unter-16-Jährige die Prüfungen umgehen werden; schätzungsweise 150.000 16- und 17-Jährige haben weder einen Führerschein noch einen Pass.
Dame Melanie Dawes sagte gegenüber LBC, gegen elf Unternehmen seien Geldstrafen von insgesamt 7 Millionen Pfund verhängt worden, bislang hätten nur zwei gezahlt.
Vier Methoden, die die Regulierungsbehörde als hochwirksam einstuft
Ofcom hat vier Wege empfohlen, mit denen sich prüfen lässt, ob ein Nutzer 16 Jahre oder älter ist: der Abgleich mit einem Lichtbildausweis, Bankprüfungen, digitale Identitätsdienste und Technologie zur Altersschätzung anhand des Gesichts. Beim Abgleich mit einem Lichtbildausweis wird ein Pass oder ein vergleichbares Dokument mit einem während der Prüfung aufgenommenen Livebild verglichen. Bankprüfungen nutzen die Altersangaben, die ein Finanzinstitut bereits über einen Kunden besitzt. Digitale Identitätsdienste ermöglichen es, die eigene Identität oder das Alter online nachzuweisen. Kreditkartenprüfungen, Prüfungen über Mobilfunknetzbetreiber und Schätzungen anhand der E-Mail-Adresse funktionieren nur bei über 18-Jährigen, und eine Selbstauskunft gilt in keinem Alter als hochwirksam.
Wen das Verbot trifft und wann
Das Verbot soll Kindern unter 16 den Zugang zu zehn der größten Plattformen verwehren, darunter TikTok, Instagram, Snapchat und Facebook. Es soll im März 2027 in Kraft treten, und die Minister wollen die Regelungen noch in diesem Jahr ins Parlament einbringen. Premierminister Andy Burnham will die Beschränkung umsetzen, die erstmals unter der Regierungszeit von Sir Keir Starmer vorgestellt wurde. Mehr als 55 Millionen Menschen in Großbritannien nutzen soziale Medien, und auch viele Erwachsene werden wohl bestätigen müssen, dass sie nicht unter 16 sind – wie das durchgesetzt wird, ist bislang aber unklar. Australien hat ein ähnliches Verbot im vergangenen Jahr eingeführt, und die britische Regierung hat ein härteres Vorgehen bei der Durchsetzung angekündigt.
Warum Fotoausweis und Umgehung im Zentrum stehen
Die Prüfungen würden die Verarbeitung personenbezogener Daten bedeuten, doch Ofcom erklärte, die verfügbaren Methoden ließen sich so umsetzen, dass die Privatsphäre geschützt bleibt und das Datenschutzrecht eingehalten wird. Die Überprüfung von Nutzern unter 18 ist schwierig, weil vielen 16- und 17-Jährigen Kreditkarten, vollwertige Führerscheine oder Pässe fehlen; schätzungsweise 150.000 von ihnen haben weder einen Führerschein noch einen Pass. Die Altersschätzung anhand des Gesichts kann um mehrere Jahre danebenliegen, sodass manche Nutzer eine zweite Prüfung benötigen, und in jüngeren Altersgruppen braucht sie möglicherweise die Absicherung durch eine weitere Methode. Ofcom erklärte, es sei „unvermeidlich“, dass einige Unter-16-Jährige die Prüfungen umgehen werden, und empfahl den Plattformen, verdächtige Minderjährigenkonten leichter meldbar zu machen und Technologie einzusetzen, die das Alter anhand des Online-Verhaltens schätzt. Dawes hat gesagt, motivierte Kinder würden versuchen, die Beschränkungen zu umgehen, und dies mit Alkoholgesetzen verglichen, die das Trinken von Minderjährigen nicht vollständig verhindern können.
Durchsetzung und unbezahlte Bußgelder
Dame Melanie Dawes sagte gegenüber LBC, gegen elf Unternehmen seien inzwischen Geldstrafen von insgesamt 7 Millionen Pfund verhängt worden, gezahlt hätten aber nur zwei. Neun der elf führten entweder die von Ofcom geforderten Schutzmaßnahmen ein oder zogen ihre Dienste aus Großbritannien zurück: Vier verließen den britischen Markt, vier setzten Maßnahmen um und eines tat beides. Dawes sagte, Ofcom werde die ausstehenden Strafen weiter verfolgen, doch habe die Behörde Vorrang darauf, Sicherheitsänderungen durchzusetzen, nicht Einnahmen für das Finanzministerium. Im März hatte sie gesagt, Ofcom habe Strafen von mehr als 3 Millionen Pfund verhängt, von denen zu diesem Zeitpunkt nur eine gezahlt worden sei. Die höchste Strafe von 1,35 Millionen Pfund nannte sie mit Blick auf den Umsatz eine happige Summe für ein kleineres Unternehmen.
- Unternehmen mit Geldstrafe
- 11
- Unternehmen, die gezahlt haben
- 2
- Schutzmaßnahmen eingeführt oder Dienste zurückgezogen
- 9
Daten aus dem Artikeltext
Dawes warnte, Unternehmen müssten möglicherweise mehrere Methoden kombinieren, um ein sicheres System aufzubauen, und Ofcom werde zügig gegen Unternehmen vorgehen, die die Vorgaben nicht erfüllen. Die Behörde werde die Einhaltung von Anfang an prüfen, sagte sie.
„Wir werden die Einhaltung der Vorgaben von Anfang an ganz genau prüfen.“
Kampagnenorganisationen und die Einordnung der Behörde selbst
Andy Burrows, Geschäftsführer der Molly Rose Foundation, begrüßte die Auffassung von Ofcom, dass eine hochwirksame Altersverifikation machbar sei. Er sagte, er habe wenig Vertrauen, dass die Regulierungsbehörde ein Social-Media-Verbot erfolgreicher umsetzen könne, als sie das Online Safety Act durchgesetzt habe. Er warnte, ein von Tech-Unternehmen weithin missachtetes Verbot würde Familien verunsichern und Risiken für den Schutz von Kindern mit sich bringen. Dawes sagte, die Behörde habe auf ihre Erfahrungen mit den im vergangenen Jahr eingeführten Altersprüfungen für Pornoseiten zurückgegriffen, bei denen detaillierte Vorgaben aus anderen Ländern nicht funktioniert hätten. Die Tragweite beschrieb sie so.
„Dieses Verbot wird die Zukunft von Kindern im Netz prägen, deshalb ist es wichtig, es richtig zu machen.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- The IndependentVerbot sozialer Medien für unter 16-Jährige kommt nach GroßbritannienSocial media ban for U16s is coming to the UK - here's how it will work · Original auf Englisch
- POLITICOBritische Social-Media-Sperre wird wahrscheinlich Lichtbildausweis-Prüfungen erfordernUK social media ban likely to require photo ID checks · Original auf Englisch
- LBCOfcom „jagt“ unbezahlte Social-Media-Bußgelder nach - Dame Melanie Dawes enthüllt, dass weniger als jedes fünfte Unternehmen gezahlt hatOfcom 'chasing down' unpaid social media fines - as Dame Melanie Dawes reveals less than one in five firms have paid up | LBC · Original auf Englisch
- LBCOfcom legt Pläne zur Altersverifizierung vor dem Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige festOfcom sets out age verification plans ahead of under-16s social media ban | LBC · Original auf Englisch
- Melanie Dawes
- Chefin von Ofcom, die die Empfehlungen zur Altersverifikation und die Pläne zur Durchsetzung vorstellte
- Andy Burnham
- Premierminister, der die Social-Media-Beschränkung für Unter-16-Jährige umsetzen will
- Andy Burrows
- Geschäftsführer der Molly Rose Foundation, der die Vorgaben begrüßte, aber die Durchsetzung infrage stellte
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