- Dezember 2025Australien wird das erste Land, das soziale Medien für Unter-16-Jährige beschränkt
- April 2026Norwegen erklärt, bis Jahresende einen Gesetzentwurf vorlegen zu wollen, der Unter-16-Jährigen soziale Medien verwehrt
- 19.10.Die Regierung erklärt, Spiele und Messaging-Dienste würden geprüft, und nennt TikTok, Snapchat und Roblox
- Ende 2026Ziel für die Einbringung des Gesetzentwurfs ins Parlament und den Abschluss der Arbeiten
Ein weiter reichendes Ziel als zunächst geplant
Am Montag, 19. Oktober 2026, erklärte die norwegische Regierung, ihr geplantes Gesetz zur Einschränkung des Zugangs von Kindern zu Online-Diensten werde weit über soziale Medien hinausreichen. Der Gesetzentwurf, den die Regierung bis Ende des Jahres ins Parlament einbringen will, richtet sich an Kinder unter 16 Jahren. Frühere Pläne hatten Online-Spiele und Messaging-Dienste weitgehend ausgenommen. Die Regierung will nun jede Plattform nach dem Risiko bewerten, das sie für Kinder darstellt – damit geraten auch Spiele und Chat-Tools in den Anwendungsbereich.
Die Regierung erklärte, TikTok, Snapchat und Roblox würden in ihrer derzeitigen Form unter das Gesetz fallen. Polnische Berichte nannten YouTube als weiteren Kandidaten für strenge Altersbeschränkungen, während die Behörden noch nicht mitgeteilt haben, welche weiteren Anwendungen einbezogen werden sollen.
Die Risiken, die das Gesetz adressieren soll
Nach Angaben der Regierung zielt das Gesetz auf die gesamte Bandbreite der Risiken, denen Kinder in sozialen Medien ausgesetzt sind – von schädlichen Inhalten und suchtfördernden Funktionen bis hin zu illegaler Werbung und unerwünschtem Kontakt mit Fremden. Dem Plan zufolge sollen Technologieunternehmen für die Altersverifizierung ihrer Nutzer verantwortlich sein und dazu angehalten werden, schädliche Inhalte und suchtauslösende Funktionen zu entfernen. Das Ministerium definierte schädliche Plattformen als soziale Netzwerke, deren Gestaltung, Funktionen oder Inhalte ein Risiko für die emotionale, kognitive oder körperliche Entwicklung von Kindern oder für deren Sicherheit darstellen. Vaagslid sagte, einige Dienste, die sich als Spiele präsentierten, nutzten algorithmusgesteuerte Mechanismen und illegale Werbung, die sich an Kinder richte, und müssten daher ebenfalls erfasst werden. Die Anbieter müssten Alterskontrollen einführen, um sicherzustellen, dass keine Unter-16-Jährigen ihre Plattformen nutzen.
Hintergrund und Zeitplan
Die Regierung hatte erstmals im April erklärt, sie wolle dem Parlament bis Ende des Jahres einen Gesetzentwurf vorlegen, der Unter-16-Jährigen den Zugang zu sozialen Medien verwehrt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Behörden noch nicht mitgeteilt, welche Plattformen ins Visier genommen werden sollten. Australien war im Dezember 2025 das erste Land der Welt, das solche Beschränkungen einführte; seine Regeln erfassen Facebook, Instagram, TikTok, Snapchat und YouTube. Mehrere europäische Länder versuchen ebenfalls, die Nutzung von Online-Diensten durch Kinder zu begrenzen, und Deutschland plant eine Übergangsregelung, die Kinder unter 13 grundsätzlich von sozialen Netzwerken ausschließen soll.
Offene Fragen
Mehrere Punkte bleiben ungeklärt. Die Berichte sagen nicht, welche Anwendungen über die drei genannten Plattformen hinaus hinzukommen könnten, und die Regierung hat den Status von YouTube nicht bestätigt. Spiele und Messaging-Dienste waren zuvor nicht Teil der Pläne, ihre Einbeziehung ist also eine Kursänderung, die noch in einen Gesetzentwurf gegossen werden muss. Die Arbeit an den geplanten Beschränkungen soll bis Ende 2026 fortgesetzt werden.