Gesundheit & Bildung · Bern
Bundesrat schlägt Gesetz zur Durchsetzung der zweiten Landessprache in Primarschulen vor
Der Bundesrat hat am Freitag eine Vernehmlassung zur Änderung des Sprachengesetzes eröffnet, die vorsieht, dass Primarschüler eine zweite Landessprache lernen müssen. Damit reagiert er auf Bestrebungen mehrerer deutschsprachiger Kantone, den Französischunterricht zu verschieben.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von SWI swissinfo.ch, rts.ch, Tages Anzeiger und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Schweizer Regierung hat eine Vernehmlassung zur Änderung des Sprachengesetzes eröffnet, um den frühen Unterricht einer Landessprache durchzusetzen – als Reaktion auf Kantone, die Französisch verschieben wollen.
Option eins verlangt zwei Fremdsprachen auf Primarstufe (Landessprache + Englisch). Option zwei verlangt nur eine zweite Landessprache von der Primarstufe bis zum Ende der Sekundarstufe I.
Zürich, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Thurgau und andere haben Französisch auf die Sekundarstufe verlegt und führen Schülerbelastung und schlechte Ergebnisse an.
Die Regierung bezeichnet die Änderung als präventiv und wird den Entwurf zurückziehen, wenn die Kantone die aktuelle Sprachenstrategie respektieren. Für ein Gesetz ist die Zustimmung des Parlaments erforderlich.
Elisabeth Baume-Schneider betonte, die sprachliche Vielfalt sei ein Pfeiler des Schweizer Zusammenhalts und unerlässlich für die interregionale Kommunikation und die Wirtschaft.
- 1.04.Grosser Rat des Thurgau verlegt Französisch auf die Oberstufe
- 12.06.Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zur Änderung des Sprachengesetzes
- 5.10.Fristende der Vernehmlassung
Kantone drängen auf Abschaffung von Frühfranzösisch
Mehrere deutschsprachige Kantone haben in letzter Zeit dafür gestimmt, den Französischunterricht von der Primar- auf die Sekundarstufe zu verlegen. Zürich traf seine Entscheidung im letzten September, St. Gallen folgte im Herbst 2025, Appenzell Ausserrhoden vor einem Jahr und Thurgau im April 2026. Der Trend zeigt sich auch in Basel-Landschaft, Schaffhausen und sogar im zweisprachigen Bern, wo eine Motion eingereicht und später zurückgezogen wurde. Die Kantone argumentieren mit der Arbeitsbelastung der Schüler und schlechten Lernergebnissen; sie behaupten, der Lehrplan sei überladen und ein späterer Beginn würde Entlastung bringen.
Zwei Varianten für das Gesetz
Die Regierung schlägt zwei Optionen vor. Die erste schreibt im Sprachengesetz die bestehende HarmoS-Anforderung von zwei Fremdsprachen auf Primarstufe fest – eine Landessprache plus Englisch –, der 15 von 26 Kantonen nachkommen. Die zweite bietet den Kantonen mehr Spielraum und verlangt nur eine zweite Landessprache von der Primarstufe bis zum Ende der Sekundarstufe I, ohne Englisch vorzuschreiben.
„Der Status der Landessprachen in der obligatorischen Schulbildung ist eine Frage von nationaler Bedeutung.“
Regierung warnt vor Gefahr für den Zusammenhalt
Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider sagte vor den Medien in Bern, die sprachliche Vielfalt sei ein Pfeiler des Schweizer Zusammenhalts und für die Kommunikation, auch aus wirtschaftlichen Gründen, unerlässlich. Die Verfassung räume dem Bund einen umfassenden Auftrag zum Schutz der Landessprachen ein.
„Wenn die Kantone die Sprachenfrage nicht lösen können, muss der Bund handeln.“
Präventive Massnahme mit Frist
Die Initiative habe in erster Linie eine präventive Dimension, betonte Baume-Schneider. Wenn die Kantone an der bestehenden Sprachenstrategie festhielten, werde die Regierung den Gesetzesentwurf zurückstellen. Die Vernehmlassung läuft bis zum 5. Oktober 2026, und ein eventuelles Gesetz würde die parlamentarische Zustimmung benötigen. Der Bundesrat erklärte, er werde die lokalen Debatten genau verfolgen, bevor er über das weitere Vorgehen entscheide.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- SWI swissinfo.chAll Swiss primary school pupils to learn second national language
- SWI swissinfo.chCF: obbligatoria seconda lingua nazionale sin dalle elementari
- rts.chLe Conseil fédéral veut obliger les cantons à enseigner une deuxième langue nationale en primaire
- Tages AnzeigerFrühfranzösisch: Der Bundesrat setzt seine Drohung um und verbietet den Kantonen die Streichung
- Elisabeth Baume-Schneider
- Schweizer Bundesrätin und Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern, zuständig für Sprachenpolitik
- Orte
- Zürich
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