
Berliner CSD-Parade mit 80 Wagen prangert zunehmende LGBTQ-Feindlichkeit an: „Wir werden nur lauter“
Ein zweitägiges Christopher-Street-Day-Event gipfelt in einer Parade durch die Berliner Innenstadt und einem Sarah-Conner-Konzert am Brandenburger Tor, während die Organisatoren vor einem zunehmend feindlichen Klima für queere Menschen warnen.
Parade und Feierlichkeiten
Der 48. Berliner Christopher Street Day startete seine Hauptdemonstration am Samstagmittag von der Leipziger Straße aus. Rund 80 Wagen rollten über den Potsdamer Platz und den Nollendorfplatz zur Siegessäule, bevor die Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor stattfand. Sängerin Sarah Connor sollte das abendliche Abschlusskonzert bestreiten. Das zweitägige Programm begann am Freitagabend.
- Das zweitägige Event beginnt mit dem Abendprogramm.
- Die Parade startet an der Leipziger Straße mit rund 80 Wagen.
- Die Parade passiert den Potsdamer Platz und den Nollendorfplatz.
- Die Parade erreicht die Siegessäule.
- Abschlusskundgebung und Konzert von Sarah Connor.
Die Organisatoren bezeichnen den Berliner CSD als einen der größten in Europa.
Eine lautere Botschaft
Unter dem Motto „Haltung ist hot“ wollte die Veranstaltung einer wahrgenommenen Gegenreaktion auf LGBTQ+-Rechte entgegenwirken. Thomas Hoffmann, Vorstandsmitglied des Berliner CSD-Vereins, sagte der Deutschen Presse-Agentur, queere Menschen stünden weltweit unter wachsendem Druck, bestehende Rechte würden zurückgedrängt und Hasskriminalität nehme zu. Der CSD sei eine bewusste Antwort darauf.
Queere Menschen stehen weltweit unter größerem Druck. Wir werden nicht kleiner, sondern größer. Wir werden nicht leiser, sondern lauter – bis alle Menschen in Deutschland frei, sicher und selbstbestimmt leben können.
Wachsende Feindseligkeit und Gegenprotest
Die Polizei rechnete am Samstag mit einer Gegendemonstration von Rechtsaußen, bei der rund 100 Teilnehmer angemeldet waren. Hoffmann bezeichnete das Aufkommen organisierter Opposition gegen CSD-Veranstaltungen als besorgniserregende Entwicklung und wies darauf hin, dass es solche Proteste beim Berliner Event in der Vergangenheit nie gegeben habe. Er verwies auf das Jahr 2024, als rechte Gruppen gegen CSD-Märsche in Bautzen, Leipzig und anderen Städten mobilisierten.
Das ist eine Entwicklung, die nicht nur unsere Community, sondern alle Menschen erschrecken sollte.
Er fügte hinzu, dass die Organisatoren den kleinen Gegenprotest am Samstag nicht fürchteten und in engem Austausch mit der Berliner Polizei stünden.
Erinnerung an Stonewall
CSD-Veranstaltungen in ganz Deutschland erinnern an den Stonewall-Aufstand von 1969 in New York, als die Polizei die Bar Stonewall Inn in der Christopher Street überfiel, was tagelangen Widerstand von Schwulen, Lesben und Transmenschen auslöste. Das Berliner Event, das nun im 48. Jahr stattfindet, zieht jährlich Zehntausende Teilnehmer an.
