Regierung · Den Haag

Niederländische Regierung will bis 2035 mit KI 25.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen

Ein Brief an das Parlament sieht Einsparungen von 900 Millionen Euro für 2027 vor, die bis 2035 auf 3,5 Milliarden Euro steigen sollen. Polizei und Verteidigung sind ausgenommen. Künstliche Intelligenz steht im Zentrum des Plans.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von engadget, Trouw, NRC und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Den Haag · Niederlande
Wie es dazu kam
  1. 26.10.Van der Burg schreibt der Tweede Kamer mit dem Ziel von 25.000 Stellen
  2. 1. Quartal 2027Kabinett soll Ziele und Einsparpläne für den KI-Einsatz vorlegen
  3. 2027Einsparziel von 900 Millionen Euro
  4. 2035Zieljahr für 25.000 Stellen weniger und 3,5 Milliarden Euro Einsparungen

Ein Plan, ein Sechstel des Zentralstaats zu streichen

Am Montag, 26. Oktober 2026, schickte Staatssekretär Eric van der Burg einen Brief an die Tweede Kamer, die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments, mit einem Plan, bis 2035 25.000 Vollzeitstellen im öffentlichen Dienst abzubauen. Das entspricht rund 16 Prozent der Beschäftigten des Zentralstaats. Polizei und Verteidigung sind von den Kürzungen ausgenommen. Der Plan veranschlagt Einsparungen von 900 Millionen Euro bis 2027, die bis 2035 auf 3,5 Milliarden Euro jährlich steigen sollen. Van der Burg, ein VVD-Politiker mit dem Ressort Slagvaardige Overheid, gehört dem Kabinett von Ministerpräsident Rob Jetten an, einer Koalition aus D66, VVD und CDA.

Geplante jährliche Einsparungen durch den Stellenabbau im öffentlichen DienstMrd. Euro
2027
0.9 Mrd. Euro
2035
3.5 Mrd. Euro

Daten aus dem Artikeltext

Wo die Kürzungen ansetzen würden

Der Großteil der Einsparungen würde auf Ausführungsbehörden wie das UWV entfallen, weil dort die meisten Beschäftigten arbeiten. Die Volkskrant berichtet, dass 112.000 der Stellen des Zentralstaats bei nationalen Ausführungsorganisationen wie der Steuerverwaltung und Rijkswaterstaat liegen. Van der Burg sagte dem NRC, der Prozess beginne in den Kernministerien, beim dortigen Overhead-Personal, und einfachere Regeln sowie weniger Aufgaben könnten später auch die Ausführungsbehörden verkleinern.

Die Koalition hatte 2,4 Milliarden Euro Einsparungen veranschlagt, und in dem Haushaltsdokument Miljoennennota kam in diesem Herbst eine weitere Milliarde hinzu. Van der Burg verteidigte die Entscheidung damit, dass der Haushalt ausgeglichen sein müsse und die gleiche Milliarde sonst anderswo gefunden werden müsste, was ebenfalls schmerze. Die Alternative formulierte er unverblümt:

„Entweder wir lassen alles so, wie es ist, und beschweren uns weiter, dass es nicht funktioniert – oder wir ändern etwas.“

Eric van der Burg, Staatssekretär für Slagvaardige Overheid

Jahre des Wachstums und eine skeptische Sicht

Der Zentralstaat ist gewachsen statt geschrumpft. Die Volkskrant berichtet, dass die Vollzeitstellen von 110.000 im Jahr 2016 auf 160.000 im Jahr 2025 gestiegen sind und dass sich die Personalkosten seit 2017 von 8 auf 15,3 Milliarden Euro jährlich nahezu verdoppelt haben. Die Zeitung bringt das Wachstum mit der Kinderbetreuungsbeihilfe-Affäre, Erdbebenschäden in Groningen, Wohnungsbau, Asyl und der Covid-Pandemie in Verbindung. Externe Einstellungen machen 13,1 Prozent der Personalkosten aus – mehr als die Obergrenze von 10 Prozent, die sich der Staat selbst setzt.

Vollzeitstellen im Zentralstaat 2016 und 2025Vollzeitstellen
2016
110000 Vollzeitstellen
2025
160000 Vollzeitstellen

Daten aus dem Artikeltext

Bernard ter Haar, ein ehemaliger Spitzenbeamter, der im Sozialministerium die soziale Sicherheit leitete, liest den Brief als „viele gute Absichten, aber wenige konkrete Pläne“. Er erinnerte an frühere Kürzungen nach der „Käsehobel-Methode“, bei der jedes Ministerium einen festen Prozentsatz einsparen musste. Ter Haar argumentierte, die Regierung müsse noch entscheiden, welche Aufgaben sie weiterhin wahrnehmen wolle:

„Einfaches Abspecken führt eher zur Lähmung als zu mehr Wirksamkeit.“

Bernard ter Haar

Die Volkskrant berichtet, dass jährlich im Schnitt etwa 6 Prozent der Beschäftigten ausscheiden. Ein vollständiger Einstellungsstopp würde das Ziel von 25.000 binnen drei Jahren erreichen, doch viele Stellen können nicht unbesetzt bleiben, weshalb Zwangskündigungen unsicher bleiben.

KI und der weitere Zeitplan

Das Kabinett soll im ersten Quartal 2027 Ziele und Einsparpläne für den Einsatz von KI vorlegen, und van der Burg will KI breiter in der gesamten Verwaltung einsetzen. Der Plan sieht zudem vor, jährlich 500 unnötige oder übermäßig bürokratische Regeln abzuschaffen und die Abhängigkeit von externen Auftragnehmern zu verringern, mit Vorrang für niederländische und europäische Anbieter. Der Staatssekretär prüft außerdem eine Umkehr der Beweislast nach deutschem Vorbild, bei der jedes Ministerium begründen müsste, warum es eine Regel behalten will. Die Ministerien sollen ihre Vorschläge rund um die Voorjaarsnota, die Frühjahrs-Haushaltsnota, vorlegen. Wie KI in der Praxis eingesetzt würde, ist noch unklar.

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