
Veilig Thuis bittet das Kabinett um zusätzliche Mittel, da Beratungsanfragen und Wartelisten wachsen
Die 25 Organisationen hinter Veilig Thuis erklären, sie hätten die Grenze des Machbaren erreicht. Die gemeldeten Forderungssummen reichen je nach Medium von 70 Millionen bis 210 Millionen Euro.
Ein Ruf nach Geld über drei Jahre
Veilig Thuis, das Netzwerk aus 25 regionalen Organisationen, das Beratung zu häuslicher Gewalt und Kindesmisshandlung anbietet und Meldungen entgegennimmt, bittet das Kabinett um zusätzliches Geld. In einer Erklärung schreiben die Organisationen, „die Grenze dessen, was Veilig Thuis bewältigen kann, ist erreicht“, und erklären, das Geld werde gebraucht, um den akuten Druck und die Wartelisten zu lindern und die Umstellung des Ansatzes zu beschleunigen. Die gemeldeten Summen unterscheiden sich je nach Medium. Trouw berichtet von einer Forderung von insgesamt 210 Millionen Euro über drei Jahre, NRC berichtet von 70 Millionen Euro über drei Jahre, und Het Parool berichtet von 70 Millionen Euro pro Jahr. Trouw berichtet zudem, ein Sprecher habe am Morgen des 13. Oktober gesagt, auch insgesamt 70 Millionen Euro wären gut, und dieser Betrag hätte bessere Aussichten.
Beratungsanfragen und Meldungen steigen weiter
Die Beratungsanfragen stiegen von 122.050 im Jahr 2020 auf 178.925 im Jahr 2025, ein Anstieg um fast 50 Prozent, wie aus Zahlen des Statistischen Zentralamts (CBS) und der Organisation selbst hervorgeht. Die Meldungen von häuslicher Gewalt und Kindesmisshandlung stiegen im selben Zeitraum um 7 Prozent. Trouw berichtet, die 25 regionalen Organisationen hätten im vergangenen Jahr mehr als 130.000 Meldungen erhalten, während NOS die Zahl mit 136.000 angibt, von denen mehr als 90.000 die Familie noch nicht betroffen hätten. In Overijssel meldete Veilig Thuis IJsselland einen Anstieg der Meldungen um 15 Prozent im Jahr 2025 und um weitere 18 Prozent in den ersten drei Quartalen 2026. Ihre Direktorin Liesbeth Kleisen beschrieb den Druck unverblümt.
Der Zustrom ist inzwischen wirklich zu viel.
- 2020
- 122050 Anfragen
- 2025
- 178925 Anfragen
Wartelisten und verzögerte Nachverfolgung
Das Gesetz verlangt, dass eine Meldung innerhalb von fünf Tagen aufgenommen wird, doch laut NOS geschieht dies häufig nicht. In den vergangenen Jahren wurde etwa die Hälfte der Meldungen später aufgenommen, und die Menschen warten inzwischen durchschnittlich etwa zwei Monate, in manchen Fällen länger als ein halbes Jahr. Ida Ouweneel vom Vorstand des Landelijk Netwerk Veilig Thuis sagte, die Aussichten für dieses Jahr böten keine Hoffnung, weil die Warteliste im Sommer normalerweise schrumpfe, in diesem Jahr aber nicht. Sie fügte hinzu, alle Meldungen würden gesichtet, und bei akuter Gefahr gebe es keine Warteliste, die Meldung werde sofort aufgenommen. Die Lage der Organisation brachte sie klar auf den Punkt.
Derzeit können wir nicht garantieren, dass wir alle Signale von Unsicherheit rechtzeitig aufnehmen können.
Die Inspektion für Gesundheitsversorgung und Jugend (IGJ) warnt seit Jahren vor den Wartezeiten. Eine 2024 veröffentlichte Studie ergab, dass die Wartelisten zu Unsicherheit führen, weil viele schwerwiegende Fälle liegen bleiben, obwohl jede Meldung auf akute Situationen hin triagiert wird. Ministerin für Langzeitpflege, Jugend und Sport Mirjam Sterk (CDA) teilt die Sorgen, und ihre Antworten auf parlamentarische Fragen im Juli 2026 zeigen, dass die Sicherheitsbewertung in 40 bis 60 Prozent der Fälle nicht rechtzeitig abgeschlossen wurde. Auch Anwälte warnten, nachdem bekannt wurde, dass ein sechsjähriges Mädchen in Stadskanaal schwer misshandelt worden war. Trotz mehrerer Meldungen an Veilig Thuis konnte die Misshandlung fortgesetzt werden.
Personalmangel und wie es weitergeht
Laut Veilig Thuis führt der Personalmangel zu dem Risiko, dass ihre Mitarbeiter nicht immer für Partnerorganisationen wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft (OM) verfügbar sind. Ein Sprecher sagte gegenüber ANP, Veilig Thuis solle nach drei Jahren überflüssig werden, und verwies auf ein Zukunftsszenario, das das Kabinett 2021 entworfen hatte und in dem die Organisation bei regionalen Sicherheitsteams angesiedelt würde. Die Organisation erklärt, dies könne nicht funktionieren, solange alle von der täglichen Arbeit überwältigt seien. Veilig Thuis erhält bereits jährlich 2,5 Millionen Euro zusätzlich für eine Tag-und-Nacht-Chatfunktion, und auch für diesen Chat wurden ab 2027 zusätzliche Mittel bereitgestellt. Colinda Guiljam, die für Veilig Thuis in Zeeland arbeitet, sieht ebenfalls den Stapel der Meldungen wachsen. Die Tweede Kamer debattiert am Mittwoch, dem 14. Oktober, über den Haushalt des Gesundheitsministeriums.
- Eine Studie stellt fest, dass die Wartelisten zu Unsicherheit führen, viele schwerwiegende Fälle bleiben liegen
- Die Antworten von Ministerin Mirjam Sterk auf parlamentarische Fragen zeigen, dass die Sicherheitsbewertungen in 40 bis 60 Prozent der Fälle nicht rechtzeitig abgeschlossen wurden
- Die 25 Veilig Thuis-Organisationen bitten das Kabinett um zusätzliche Mittel und erklären, die Grenze des Machbaren sei erreicht
- Die Tweede Kamer debattiert über den Haushalt des Gesundheitsministeriums

