Regierung · Jerusalem
Netanyahu warnt, eine von Arabern gestützte Regierung würde Israel zerstören – vor Herzogs Mandatsentscheidung
Benjamin Netanyahu hat erklärt, eine Regierung, die sich auf arabische Parteien stütze, würde Israel von innen zerstören. Am Sonntag, 8. November, will Präsident Isaac Herzog den Mandatsträger benennen.
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Kurz gefasst
Netanyahu sagte, eine Regierung, die sich auf arabische Parteien stütze, die er als Unterstützer des Terrorismus bezeichnete, würde Israel von innen zerstören. Die arabischen Parteien halten 19 Sitze.
Präsident Isaac Herzog wird am Sonntag, 8. November, voraussichtlich bekannt geben, wer nach der Wahl vom 27. Oktober mit der Regierungsbildung beauftragt wird.
In den Konsultationen mit Herzog empfahlen 67 Abgeordnete Gadi Eisenkot und 46 Benjamin Netanyahu.
Netanyahus Koalition hat 53 Sitze, die jüdische Opposition 48 und die arabischen Parteien 19; Eisenkot hat ausgeschlossen, die arabischen Parteien in die Regierung aufzunehmen.
Netanyahu schlug eine Regierung der nationalen Einheit aus Likud, Religiösem Zionismus, Otzma Yehudit und ultraorthodoxen Parteien vor, ohne einen Regierungschef zu nennen.

- 27.10.Parlamentswahl findet statt
- 5.11.Herzog führt Konsultationen mit allen Parteien
- 7.11.Netanyahu lehnt in Videoansprache eine arabisch gestützte Regierung ab
- 8.11.Herzog will den Mandatsträger bekannt geben
Netanyahus Warnung
Benjamin Netanyahu hat in einer am Samstag, 7. November, aufgezeichneten Videoansprache gewarnt, eine Regierung, die von arabischen Parteien abhänge, würde den Staat Israel von innen zerstören. Eine solche Koalition werde das Land zugrunde richten, sagte er, und verglich die Gefahr mit Unruhen in europäischen Ländern – nur schlimmer. Er warf den arabischen Parteien vor, den Terrorismus zu unterstützen und Israel islamisieren zu wollen. Seine Äußerungen folgen einer Rhetorik, die westliche Politiker und rechtsextreme Kommentatoren regelmäßig bemühen, wenn sie ohne jede Grundlage behaupten, Teile Europas lebten unter islamischem Recht.
Netanyahu argumentierte zudem, eine Regierung, die sich auf islamistische Stimmen stütze, werde weder Hamas bekämpfen noch IDF-Soldaten verteidigen, die in Gaza und im Libanon im Einsatz sind. Er verknüpfte den innenpolitischen Streit mit dem Iran und sagte, der radikale Islam bedrohe Israel von außen und von innen. Er beschwor die Aussicht auf einen Bürgerkrieg und warnte, die schweren Ausschreitungen in Europa, die er Islamisten anlastete, würden sich in Israel wiederholen, sollte eine solche Regierung gebildet werden.
Das Rennen um das Mandat
Nach der Wahl vom 27. Oktober wird Präsident Isaac Herzog am Sonntag, 8. November, voraussichtlich bekannt geben, wen er mit der Bildung der nächsten Regierung beauftragt. Am Donnerstag, 5. November, hatte er Konsultationen mit allen Parteien geführt. Berichten zufolge arbeitet er hinter den Kulissen auf eine Regierung der nationalen Einheit hin. Gadi Eisenkot, Vorsitzender der Partei Yashar und früherer Generalstabschef, gilt als Favorit. In den Konsultationen empfahlen ihn 67 Abgeordnete, 46 empfahlen Netanyahu.
Die Zahl der Empfehlungen ist das deutlichste Zeichen für den Rückenwind der Opposition. Eisenkot hat eine Zusammenarbeit mit arabischen Parteien ebenso wenig ausgeschlossen wie mit ultraorthodoxen Parteien, und die arabischen Parteien haben ihn für das Mandat unterstützt.
- Gadi Eisenkot
- 67 Abgeordnete
- Benjamin Netanyahu
- 46 Abgeordnete
Daten aus dem Artikeltext
Sitzarithmetik
Netanyahus Koalition kommt auf 53 Sitze, die jüdischen Oppositionsparteien auf 48 und die arabischen Parteien auf 19. Die arabische Fraktion besteht aus der Vereinigten Liste und Ra'am. Eisenkot hat ausgeschlossen, sie in eine Koalitionsregierung aufzunehmen, was eine Regierungsmehrheit schwer zustande kommen lässt. Keine der beiden Seiten errang bei der Wahl vom 27. Oktober eine Mehrheit – in einem Land, das durch Netanyahus rechtsextreme Regierung und drei Jahre Krieg polarisiert ist.
- Netanyahu-Koalition
- 53 Sitze
- Jüdische Oppositionsparteien
- 48 Sitze
- Arabische Parteien
- 19 Sitze
Daten aus dem Artikeltext
Netanyahus Einheitsvorschlag
Netanyahu forderte eine Regierung der nationalen Einheit, der alle Parteien des nationalen Lagers angehören sollten, alle zionistischen Parteien, die den Staat schützen wollen, Likud, Religiöser Zionismus, Otzma Yehudit und die ultraorthodoxen Parteien. Wer sie führen solle, sagte er nicht. Er bekräftigte zudem seinen Vorschlag einer breiten Regierung unter Likud und seiner eigenen Führung. Sein Aufruf schließt die arabischen Parteien aus, die Eisenkot unterstützen.
Wie es weitergeht
Herzogs Entscheidung am Sonntag, 8. November, eröffnet die nächste Gesprächsrunde, und eine längere Blockade ist nicht ausgeschlossen. Netanyahus Einheitsaufruf und Eisenkots Weigerung, die arabischen Parteien in die Regierung zu holen, lassen die Sitzarithmetik ungelöst. Herzogs Ankündigung entscheidet, welcher Politiker die erste Chance zur Regierungsbildung erhält.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Ειδήσεις - νέα - Το Βήμα OnlineNetanjahu: „Eine Regierung mit arabischen Parteien würde Israel zerstören“Νετανιάχου: "Μια κυβέρνηση με αραβικά κόμματα θα διέλυε το Ισραήλ" · Original auf Griechisch
- NewsITNetanjahu: Heftiger Angriff auf arabische Parteien - „Die Möglichkeit eines Bündnisses mit Islamisten wird Israel zerstören“Νετανιάχου: Σφοδρή επίθεση κατά των αραβικών κομμάτων - "Το ενδεχόμενο συμμαχίας με ισλαμιστές θα διαλύσει το Ισραήλ" · Original auf Griechisch
- H KαθημερινήNetanjahus Angriff auf arabische Parteien - Stunde Null für das RegierungsbildungsmandatΕπίθεση Νετανιάχου στα αραβικά κόμματα - Ωρα μηδέν για την εντολή σχηματισμού κυβέρνησης · Original auf Griechisch
- NEWS 24/7Netanjahu auf heißen Kohlen in Erwartung des Regierungsbildungsmandats - Er greift die arabischen Parteien anΣε αναμμένα κάρβουνα ο Νετανιάχου εν αναμονή της εντολής σχηματισμού κυβέρνησης - Τα βάζει με τα αραβικά κόμματα · Original auf Griechisch
- Benjamin Netanyahu
- Ministerpräsident Israels und Likud-Chef, der vor einer arabisch gestützten Regierung warnte
- Isaac Herzog
- Staatspräsident Israels, der den Mandatsträger für die Regierungsbildung benennen wird
- Gadi Eisenkot
- Vorsitzender der Partei Yashar und Kopf des Oppositionsblocks, gilt als Favorit für das Mandat
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