BerichtParlamentswahl in Israel

Wahlen · Herzliya

Netanyahu strebt breitere Koalition ohne arabische Parteien an, während Israels Opposition Gespräche aufnimmt

Israels Oppositionsführer einigten sich am Dienstag, 3. November, auf die Aufnahme von Koalitionsgesprächen, während Netanyahu jede Regierung ablehnte, die auf arabische Parteien angewiesen ist. Keinem der beiden Blöcke gehören nach der Wahl vom 27. Oktober die nötigen 61 Sitze in der 120 Sitze umfassenden Knesset.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Η Ναυτεμπορική, ΣΚΑΪ, in.gr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Avi Ohayon / Government Press Office of Israel, CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 27.10.Knesset-Wahl abgehalten
  2. 2.11.Likuds Antrag auf Verzögerung der Zertifizierung abgelehnt; Netanyahu befürwortet breitere Regierung ohne arabische Parteien
  3. 3.11.Oppositionsführer treffen sich in Herzliya und vereinbaren die Aufnahme von Koalitionsgesprächen
  4. 4.11.Präsident Herzog beginnt Konsultationen zur Regierungsbildung

Wahlergebnis lässt keinen Block mit Mehrheit zurück

Die Wahl vom 27. Oktober brachte in der 120 Sitze umfassenden Knesset keine Mehrheit. Netanyahus Koalition kam auf 53 Sitze, die von Gadi Eisenkot geführten jüdischen Oppositionsparteien auf 48. Die beiden arabischen Listen, Ra'am und die Vereinigte Liste, kamen zusammen auf 19 Sitze – ein Rekord für die arabischen Parteien nach Berichten von in.gr. Likud blieb mit 27 Sitzen stärkste Einzelpartei, verlor jedoch fast ein Sechstel seiner bisherigen Knesset-Sitze. Um die für das Regieren nötigen 61 Sitze zu erreichen, braucht es entweder Überläufer aus der Opposition oder die Unterstützung der arabischen Parteien; die meisten Oppositionsparteien hatten arabische Koalitionspartner vor der Wahl ausgeschlossen.

Knesset-Sitze nach Blöcken nach der Wahl vom 27. Oktober 2026Sitze
Netanyahus Koalition
53 Sitze
Jüdische Oppositionsparteien
48 Sitze
Arabische Parteien
19 Sitze

Daten aus dem Artikeltext

Netanyahu befürwortet breitere Regierung ohne arabische Parteien

Am 2. November forderte Netanyahu, der scheidende Ministerpräsident, eine breitere Koalition, allerdings ohne arabische Parteien, und beharrte darauf, Ministerpräsident zu bleiben, weil Likud die meisten Sitze gewonnen habe. In einer auf dem offiziellen Telegram-Kanal von Likud veröffentlichten Erklärung erklärte er, er sei offen für einen Dialog mit jeder Partei, die ihn unterstützt und den Terrorismus nicht unterstützt. Er warf den beiden arabischen Allianzen, die zusammen 19 Sitze halten, vor, den Terrorismus zu unterstützen und die Existenz eines jüdischen Staates abzulehnen. Berechnungen zufolge bräuchte Netanyahu mindestens acht Oppositionsabgeordnete oder eine Regierung der nationalen Einheit mit Eisenkot, um 61 Sitze zu erreichen.

Likuds Anfechtung der Auszählung scheitert

Am Montag, 2. November, forderte Likud das Zentrale Wahlkomitee auf, die Zertifizierung der Ergebnisse zu verschieben, bis die Geheimdienste eine Untersuchung mutmaßlicher ausländischer Einflussnahme abgeschlossen hätten. Ilan Bombach, Anwalt von Likud und Mitglied des Komitees, schrieb an den Vorsitzenden des Komitees, Richter Noam Sohlberg, und verlangte eine Dringlichkeitssitzung wegen dessen, was er als schwerwiegende Verdachtsmomente bezeichnete. Sohlberg lehnte ab und erklärte, das Komitee sei nicht befugt, die Zertifizierung zurückzuhalten oder in laufende Ermittlungen einzugreifen. Das Komitee erklärte zudem, eine etwaige Einflussnahme sei nicht bedeutend genug, um das Ergebnis zu ändern, und wies Likuds Behauptung zurück, die Abstimmung sei manipuliert worden. Netanyahus Lager erhebt weiterhin Vorwürfe der Einflussnahme und des Betrugs.

Oppositionsführer treffen sich in Herzliya

Am Dienstag, 3. November, trafen sich Oppositionsführer in Herzliya bei Tel Aviv, um ihr weiteres Vorgehen abzustimmen. Eisenkots Partei Yashar kündigte das Treffen an, das erste Zusammenkommen des Blocks seit der Wahl. Zu den Teilnehmern gehörten die früheren Ministerpräsidenten Yair Lapid und Naftali Bennett, der Vorsitzende der Demokraten, Yair Golan, und Avigdor Liberman von Jisra'el Beitenu. In ihrer gemeinsamen Erklärung versprachen sie, rasch zu handeln, um Netanyahus Regierung durch eine von ihnen so bezeichnete Regierung der nationalen Notlage zu ersetzen, und Eisenkot für das erste Mandat von Präsident Isaac Herzog zu unterstützen. Die Erklärung nennt vier Grundsätze: die Anerkennung Israels als jüdischer und demokratischer Staat, das Bekenntnis zu den Werten der Unabhängigkeitserklärung, die allgemeine Wehrpflicht und die Anerkennung der Hamas als terroristische Organisation, die ihre militärischen Fähigkeiten auflösen und ihre Herrschaft im Gazastreifen beenden müsse. Lapid bezeichnete Netanyahus Vorgehen bei seiner Ankunft als gefährlichen Versuch, die Wahl zu annullieren. Der Vorsitzende der Vereinigten Liste, Yousef Jabarin, sagte gegenüber AFP, die Opposition müsse die politische Realität akzeptieren und mit den arabischen Parteien zusammenarbeiten, wenn sie Netanyahu von der Macht entfernen wolle.

Wie es weitergeht

Präsident Isaac Herzog beginnt am Mittwoch, 4. November, mit seinen Konsultationen und muss entscheiden, ob er das erste Mandat Netanyahu als Chef der größten Partei oder Eisenkot erteilt, der mehr Empfehlungen von Knesset-Abgeordneten sammeln könnte. Daniel Shapiro, ehemaliger US-Botschafter in Israel, erwartet, dass Herzog auf eine Regierung der nationalen Einheit drängen wird, die die beiden Hauptblöcke zusammenführt. Zieht sich der Prozess hin, werden Neuwahlen wahrscheinlich. William Galston von der Brookings Institution weist darauf hin, dass Netanyahu bis zu diesen Wahlen als Chef einer Übergangsregierung im Amt bliebe, da das Amt des Übergangsregierungschefs in Israel vom Amtsinhaber und nicht von einem Ernannten ausgeübt wird. Scheitert die Koalitionsbildung, würde die Knesset aufgelöst und innerhalb von 90 Tagen neu gewählt.

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