Regierung · Moskau und Bonn

Russisches Gericht verurteilt Schanna Nemzowa, Tochter von Boris Nemzow, in Abwesenheit zu vier Jahren Haft

Ein Moskauer Gericht hat Schanna Nemzowa am Donnerstag, dem 5. November, in Abwesenheit wegen einer Stiftung verurteilt, die den Namen ihres ermordeten Vaters trägt und die Russland als unerwünscht eingestuft hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Mediafax.ro, EL PAÍS, Notícias ao Minuto und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: U.S. Department of State from United States, Public domain (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2016
Wie es dazu kam
  1. Februar 2015Boris Nemzow in Moskau erschossen
  2. April 2024Justizministerium setzt die Boris-Nemzow-Stiftung für die Freiheit auf die Liste unerwünschter Organisationen
  3. August 2026Haftbefehl in Abwesenheit erlassen, laut Mediafax
  4. 5.11.Schanna Nemzowa in Abwesenheit zu vier Jahren Haft verurteilt

Das Urteil

Ein Moskauer Gericht hat Schanna Nemzowa am Donnerstag, dem 5. November 2026, in ihrer Abwesenheit zu vier Jahren Haft verurteilt. Verhandelt wurde am Samoskworetschje-Gericht, wo die Richterin Elina Babajanz die Verhandlung leitete, wie EL PAÍS berichtet. Nemzowa ist die Tochter von Boris Nemzow, einem früheren stellvertretenden Ministerpräsidenten und Oppositionspolitiker, der im Februar 2015 in Moskau erschossen wurde. Sie lebt derzeit im Exil; Mediafax nennt unter Berufung auf dpa ihr Alter mit 42 Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann noch in der Berufung angefochten werden.

Der Vorwurf und die Stiftung

Der Vorwurf lautet auf Organisation der Tätigkeit einer ausländischen Organisation, die Russland als unerwünscht eingestuft hat. Nemzowa gründete zum Gedenken an ihren Vater die Boris-Nemzow-Stiftung für die Freiheit, wie Mediafax berichtet; die Stiftung sei 2015 in Bonn gegründet worden. Das Justizministerium setzte die Stiftung im April 2024 auf seine Liste unerwünschter Organisationen. Die Staatsanwaltschaft erklärt, sie wisse genau, dass die Vereinigung in Russland für unerwünscht erklärt worden sei, und handle systematisch darauf hin, deren Tätigkeit zu steuern. Das Untersuchungskomitee ergänzte, sie veröffentliche Aufnahmen, in denen sie ihre Führungsrolle offen betone, organisiere deren Finanzierung und Abläufe und äußere sich negativ über Ereignisse in Russland. EL PAÍS weist darauf hin, dass die Einstufung als unerwünscht auch Greenpeace, Amnesty International und Transparency International trifft.

Beschränkungen und Status

Das Gericht untersagte ihr zudem für mindestens acht Jahre die Verwaltung von Websites, wie Europa Press berichtet; EL PAÍS nennt ebenfalls acht Jahre. Die russischen Behörden haben sie auf eine Fahndungsliste gesetzt. Die Berichte weichen beim Zeitpunkt der Schritte gegen sie voneinander ab. Mediafax zufolge erließ ein russisches Gericht im August 2026 in Abwesenheit einen Haftbefehl, während EL PAÍS die Aufnahme in die Fahndungsliste auf Oktober datiert. Europa Press und Notícias ao Minuto geben an, das Justizministerium habe sie Anfang Oktober 2026 in die Liste der ausländischen Agenten aufgenommen, während EL PAÍS berichtet, der Kreml habe diese Einstufung bereits früher im Jahr 2026 vorgenommen.

Verteidigung und ihre Reaktion

Ihr Anwalt Alexei Zwetkow argumentierte während des Verfahrens, die Staatsanwaltschaft habe ihre Schuld nicht bewiesen, und beantragte einen Freispruch, wie ein im Gericht anwesender Journalist von Mediazona laut EL PAÍS berichtet. Nemzowa wies alle Vorwürfe als politisch motiviert zurück und warf den russischen Behörden vor, ihre Bemühungen zu verstärken, unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen, meldet Mediafax. Sie beschrieb ihre Stiftung als Unterstützerin der unabhängigen russischen Presse im Exil, von Bildungsprojekten und der Rechte jener Russen, die das Land verlassen haben, weil sie den Krieg in der Ukraine und das Putin-Regime ablehnen. EL PAÍS deutet den Vorwurf auch als Angriff auf ihre Kritik an der Invasion in der Ukraine.

Die Ermordung ihres Vaters

Europa Press zufolge wurde Boris Nemzow auf dem Roten Platz in Moskau mehrfach angeschossen, nachdem er Korruption in Tschetschenien und die Entsendung von Truppen in die Ukraine kritisiert hatte. EL PAÍS verortet die Tat etwa 200 Meter vom Kreml entfernt und merkt an, er sei kurz vor der Veröffentlichung einer Untersuchung zur Rolle der russischen Armee im Donbass-Krieg der Jahre 2014 und 2015 erschossen worden. Laut EL PAÍS hat die russische Justiz nie geklärt, wer seinen Mord in Auftrag gab.

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Quellen und Kontext

Moskau, Bonn · Russland, Deutschland

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