Regierung · Moskau
Novaya Gazeta schließt, nachdem russische Behörden sie zum Aufgeben zwingen
Die in Moskau ansässige unabhängige Zeitung, bekannt für ihre Korruptionsrecherchen, will am 9. November ihre Server abschalten und ihr Büro verlassen. Die Redaktion macht russische Behörden und Sicherheitsdienste für die erzwungene Schließung verantwortlich.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Monde.fr, Tgcom24, La Razón und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Redaktion will am 9. November 2026 das Licht in ihrem Gebäude ausschalten, die Server herunterfahren und ausziehen – das Ende einer 1993 gegründeten Zeitung.
Chefredakteur Sergei Sokolow erklärte in einem auf den 28. Oktober datierten Brief, die Mitarbeitenden müssten das Büro in der Potapowski-Gasse im Zentrum Moskaus verlassen, wo die Zeitung rund 29 Jahre lang arbeitete; neue Räumlichkeiten seien nicht gefunden worden.
Das Justizministerium nahm Novaya Gazeta im September 2026 in das Register der ausländischen Agenten auf, nachdem 2022 Einschränkungen verhängt und die Lizenzen von einem Gericht annulliert worden waren.
- 28.10.Chefredakteur Sergei Sokolow teilt den Leserinnen und Lesern in einem Brief mit, dass die Redaktion geräumt wird
- 30.10.Die Redaktion gibt bekannt, dass die Zeitung ihre Tätigkeit einstellt
- 9.11.Geplantes Datum für das Abschalten von Licht und Servern und das Verlassen des Gebäudes
Redaktion kündigt Schließung an
Novaya Gazeta, eine unabhängige russische Zeitung, teilte am Freitag, dem 30. Oktober 2026, mit, dass sie ihre Tätigkeit einstellt. Die Redaktion erklärte, russische Behörden und Sicherheitsdienste hätten die Journalistinnen und Journalisten gezwungen, die Arbeit einzustellen. Am 9. November will die Redaktion in ihrem Moskauer Gebäude das Licht ausschalten, die Server herunterfahren und ausziehen. In den Worten der Zeitung selbst existiert die Zeitung nicht mehr.
„Wir sind getötet worden. Novaya Gazeta beendet ihr Leben. Am 9. November werden wir das Licht in unserem Gebäude ausschalten, in dem wir 30 Jahre lang gelebt haben.“
Räumung und eingefrorene Spenden
Die Redaktion wird aus ihrem Büro in der Potapowski-Gasse im Zentrum Moskaus gedrängt, wo sie rund 29 Jahre lang gearbeitet hat. Chefredakteur Sergei Sokolow informierte die Leserinnen und Leser in einem auf den 28. Oktober datierten Brief über die Räumung und schrieb, es seien keine neuen Räumlichkeiten gefunden worden und die Mitarbeitenden hätten nur wenig Zeit zum Packen gehabt. Das Spendersystem, über das Leserinnen und Leser beitragen konnten, wurde zeitgleich abgeschaltet. Laut Sokolow weigern sich Unternehmen und Banken, Zahlungen an die Zeitung abzuwickeln, und berufen sich dabei auf ihre internen Unternehmensregeln. Das Anna-Politkowskaja-Museum, das am 7. Oktober 2021 in ihrem früheren Büro zum 15. Jahrestag ihrer Ermordung eröffnet wurde, schließt gemeinsam mit der Redaktion.
Jahre des Drucks
Die Zeitung wurde 1993 von Journalistinnen und Journalisten der Komsomolskaja Prawda gegründet, unter ihnen Dmitry Muratov und Sokolow. Muratov, ein früherer Chefredakteur, erhielt 2021 gemeinsam mit anderen den Friedensnobelpreis. Die Redaktion erklärt, er sei angegriffen worden und fast blind zurückgeblieben, und es seien keine strafrechtlichen Ermittlungen eingeleitet worden, obwohl die Ermittler wussten, wer verantwortlich war. Mehrere Journalistinnen und Journalisten der Zeitung wurden im Laufe der Jahre getötet, darunter Anna Politkowskaja, die im Eingang ihres Wohnhauses erschossen wurde. Vor ihrem Tod hatte sie den tschetschenischen Machthaber Ramzan Kadyrow scharf kritisiert und über Kriegsverbrechen in Tschetschenien geschrieben.
Einschränkungen seit 2022
Die Zeitung setzte ihre Arbeit Ende März 2022 nach Warnungen von Roskomnadzor aus und nahm die Veröffentlichung später wieder auf. Im Herbst 2022 annullierte ein Gericht die Lizenzen für ihre Printausgabe und ihre Website, woraufhin die Redaktion neben ihrem Onlineangebot neue Printformate startete. Einige Journalistinnen und Journalisten verließen nach Beginn des Krieges in der Ukraine Russland und gründeten Novaya Gazeta Europe, die russische Behörden später zur unerwünschten Organisation erklärten. Im September 2026 nahm das Justizministerium Novaya Gazeta in das Register der ausländischen Agenten auf.
Wie es weitergeht
Die Schließung ist für den 9. November 2026 angesetzt, wenn Licht, Server und Büro abgeschaltet werden. In dem Brief an die Leserschaft schrieb Sokolow, die Mitarbeitenden würden ohne Lebensgrundlage auf der Straße stehen.
„Mehr als dreißig Jahre gemeinsamen Lebens mit dem Land und seinen Bürgerinnen und Bürgern enden auf der Straße, ohne Lebensunterhalt, unter ständiger Drohung der Repression.“
Die folgende Zeitleiste führt die bislang gemeldeten Daten auf, von der Eröffnung des Museums 2021 bis zur geplanten Abschaltung.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Le Monde.fr„Sie haben uns getötet“: Abschied der Redaktion der „Nowaja Gaseta“, einer unabhängigen russischen Zeitung, die von den Behörden zur Einstellung ihrer Tätigkeit gezwungen wurde" Ils nous ont tués " : les adieux de la rédaction de " Novaïa Gazeta ", journal russe indépendant, contraint par les autorités de cesser son activité · Original auf Französisch
- Tgcom24Russland, „Nowaja Gaseta“ kündigt Schließung an: „Von Behörden und Diensten getötet“Russia, "Novaya Gazeta" annuncia la chiusura: "Uccisi dalle autorità e dai servizi" · Original auf Italienisch
- La RazónNowaja Gaseta schließt endgültig, die letzte unabhängige russische Zeitung: „Sie haben uns getötet“Cierra definitivamente Novaya Gazeta", el último diario ruso independiente: "Nos han matado" · Original auf Spanisch
- Le Monde.frMit der Einstellung der „Nowaja Gaseta“ erlebt die Pressefreiheit in Russland ihren SchwanengesangAvec l'arrêt de " Novaïa Gazeta ", la liberté de la presse en Russie vit son chant du cygne · Original auf Französisch
- Sergei Sokolov
- Chefredakteur von Novaya Gazeta, der die Schließung und die Räumung bekannt gab
- Dmitry Muratov
- Früherer Chefredakteur von Novaya Gazeta und Mitpreisträger des Friedensnobelpreises 2021
- Anna Politkovskaya
- Journalistin von Novaya Gazeta, die im Eingang ihres Wohnhauses erschossen wurde
- Ramzan Kadyrov
- Tschetschenischer Machthaber, den Anna Politkowskaja kritisierte
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