
PiS-Abgeordneter Michał Moskal gerät wegen Ibiza-Treffens mit Chef zusammengebrochener Kryptobörse unter Druck
Der PiS-Abgeordnete Michał Moskal wies Vorwürfe unangemessener Verbindungen zu Zondacrypto zurück, nachdem berichtet wurde, er habe dessen Chef Przemysław Kral auf Ibiza getroffen, bevor er Kryptogesetze vorschlug.
Ibiza-Treffen und Logistik
Der 1994 geborene Abgeordnete Michał Moskal, Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Digitalisierung, Innovation und moderne Technologien, traf am 7. August 2025 den Zondacrypto-Geschäftsführer Przemysław Kral. Das Treffen fand im Fünf-Sterne-Hotel W in Santa Eulària des Riu an der Ostküste Ibizas statt. Der ehemalige Beamte des Zentralen Antikorruptionsbüros (CBA), Artur Chodziński, der mehrere Monate für Kral gearbeitet hatte, koordinierte die Vorkehrungen nach Telefonaten und Textnachrichten. Chodziński zahlte den Flug und die Hotelreservierung im Voraus, während Kral das Abendessen im Hotelrestaurant übernahm. Moskal erklärte, die gesamte Reise habe weniger als 24 Stunden gedauert und er habe Chodziński die Kosten aus privaten Mitteln in bar erstattet. Moskal sagte nicht, ob er die Reise im parlamentarischen Leistungsregister eingetragen habe.
Gesetzgebungsaktivität und Reaktion der Partei
Drei Wochen nach der Ibiza-Reise sandte Moskal ein offizielles Schreiben an den Chef der polnischen Finanzaufsichtsbehörde (KNF), in dem er die Interessen von rund 2.000 polnischen Kryptowährungsunternehmern verteidigte. Im September 2025 kündigten Moskal und Abgeordneter Janusz Kowalski 13 parlamentarische Änderungsanträge zum staatlichen Kryptowährungsgesetz an. Die Bestimmungen entsprachen Empfehlungen, die Kral zuvor über den polnischen Bankenverband an das Finanzministerium weitergeleitet hatte. Moskal bestritt, die Änderungen selbst verfasst zu haben, und erklärte, er habe sie mit Kowalski besprochen. Die beiden Abgeordneten leiteten anschließend ein Panel zu Kryptowährungsmärkten auf einem Parteitag der PiS. PiS-Sprecher Rafał Bochenek erklärte, die Parteiführung habe keine Kenntnis von der Ibiza-Reise gehabt und nie Geschäfte mit Kral getätigt, während PiS-Chef Jarosław Kaczyński im Dezember 2025 erklärte, Kryptowährungen sollten verboten werden.
- Michał Moskal und Artur Chodziński treffen Przemysław Kral in einem Hotel auf Ibiza.
- Moskal sendet einen offiziellen Brief an die KNF, in dem er rund 2.000 Krypto-Unternehmer verteidigt.
- PiS-Abgeordnete reichen 13 Änderungsanträge zum Regierungsentwurf für Kryptowährungen ein.
- PiS-Chef Jarosław Kaczyński erklärt, Kryptowährungen sollten verboten werden.
- Analysen zeigen sinkende Bitcoin-Reserven und Liquiditätsprobleme bei Zondacrypto.
- Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek gibt Fortschritte in der Zondacrypto-Ermittlung bekannt.
- Medienrecherchen veröffentlichen Details zu Moskals Ibiza-Treffen mit Kral im Jahr 2025.
Stiftungs-Compliance und Moskals Verteidigung
Moskal erklärte am Mittwoch, er habe Kral nur einmal für etwa eine Stunde getroffen, um über eine mögliche Sponsoring für eine bevorstehende Technologiekonferenz der Stiftung für die Entwicklung der Wirtschaft und Demokratie (ORGiCD) zu sprechen. Moskal arbeitet unentgeltlich bei der Stiftung und wies darauf hin, dass sein Name nicht in den offiziellen Gerichtsregistern erscheine. Nach dem Gespräch führte die Stiftung eine interne Compliance-Prüfung zu Zondacrypto durch, stellte Unregelmäßigkeiten fest und brach alle Kontakte ab. Die Konferenz verlagerte ihren Schwerpunkt später auf künstliche Intelligenz.
Weder ich noch einer meiner Mitarbeiter noch eine der sozialen Organisationen, in denen ich tätig bin, haben jemals eine Zusammenarbeit mit ihm oder mit ihm verbundenen Unternehmen aufgenommen. Wir haben keinen einzigen Zloty von ihnen angenommen.
Strafrechtliche Ermittlungen und politische Folgen
Zondacrypto brach einige Monate später zusammen, nachdem Finanzanalysen im April 2026 starke Rückgänge seiner Bitcoin-Reserven und Liquidität festgestellt hatten. Am 25. August 2026 gab Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek Fortschritte in den strafrechtlichen Ermittlungen zu Zondacrypto bekannt und überprüfte mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Unternehmensfinanzierung. Kral engagierte die Anwälte Roman Giertych und Jacek Dubois für seine Verteidigung. Moskal wies die Vorwürfe der Unangemessenheit zurück, kritisierte Giertych, der ebenfalls Abgeordneter der Bürgerkoalition ist, und drohte mit rechtlichen Schritten gegen jeden, der formelle Verbindungen zwischen ihm und der zusammengebrochenen Börse behaupte.
Die internen Verfahren der Stiftung, in der ich tätig bin, ergaben ernsthafte Zweifel an Zonda, weshalb wir die Gespräche abbrachen. Wir taten dies zu einer Zeit, als der Staat unter Tusks Herrschaft schlief und Tausende Polen Verluste erlitten.


