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Film & Medien·vor 2 Std.

Marilyn Monroe starb an ärztlicher Fahrlässigkeit, nicht durch Selbstmord oder Mord, behauptet neue Biografie zu ihrem 100. Geburtstag

An dem Tag, der ihr 100. Geburtstag gewesen wäre, zeigt ein neu entdecktes Rezept, dass Marilyn Monroes Arzt log, als er behauptete, das Schlafmittel, das sie tötete, nicht verschrieben zu haben – ein Hinweis auf ärztliche Fahrlässigkeit statt auf Selbstmord oder Verschwörung.

Ein Jahrhundert später: neues Licht auf eine Hollywood-Tragödie

Heute, am 1. Juni 2026, wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden. Die Ikone, geboren als Norma Jeane Mortenson in Los Angeles, starb am 4. August 1962 im Alter von 36 Jahren. Offizielle Berichte werteten ihren Tod als wahrscheinlichen Selbstmord durch eine Überdosis Chloralhydrat und des Barbiturats Nembutal. Doch jahrzehntelang überschatteten Verschwörungstheorien – die sie oft mit John F. Kennedy oder der Mafia in Verbindung brachten – die Darstellung. Nun präsentiert eine neue Biografie des britischen Schriftstellers Andrew Wilson, I Wanna Be Loved By You: Marilyn Monroe, A Life in 100 Takes, eine andere Version: Monroe war das Opfer eines tragischen medizinischen Irrtums.

Wie schreibt man eine Lebensgeschichte? Die Wahrheit kommt selten ans Licht, meist kursieren Falschheiten. Aber es ist schwer zu wissen, wo man anfangen soll, wenn man nicht mit der Wahrheit beginnt.

Das Rezept, das die Geschichte verändert

Im Mittelpunkt von Wilsons Behauptung steht ein Rezept für Chloralhydrat vom Juni 1962, unterzeichnet von Dr. Hyman Engelberg, Monroes Hausarzt. Engelberg, der 2005 starb, hatte stets bestritten, der Schauspielerin dieses Medikament verschrieben zu haben. In einer Aussage gegenüber der Polizei von Los Angeles von 1982 beharrte er: „Ich wusste nichts über Chloralhydrat. Ich habe es nie verwendet. Nembutal war das einzige Mittel, das ich ihr verschrieb.“ Doch das Dokument, das 2011 versteigert wurde, trägt seine Unterschrift. Wilson, der fünf Jahre für die Recherche zu dem Buch aufwandte, argumentiert, Engelbergs Leugnung sei eine Vertuschung gewesen.

Wenn man nichts zu verbergen hat, warum leugnet man es dann so kategorisch?

Fahrlässigkeit eines Arztes und eine verletzliche Patientin

Wilson vermutet, Engelberg sei durch eine schwierige Trennung von seiner Frau Esther abgelenkt gewesen und habe nach Monroes Tod „Panik“ bekommen. In ihren letzten Monaten befand sich Monroe in einer Krise: Sie war vom Film Something's Got to Give gefeuert worden und litt unter schweren Depressionen. Wilsons Recherchen zeigen, dass Monroe in den letzten zwei Monaten ihres Lebens Rezepte für über 830 Dosen Medikamente erhielt – „genug, um mehrere Menschen zu töten“, wie er anmerkte. Die Kombination von Chloralhydrat und Nembutal, die beide gegen Schlaflosigkeit verschrieben wurden, war bekanntermaßen tödlich, wenn sie zusammen eingenommen wurden.

Schlüsseldaten der Untersuchung von Marilyn Monroes Tod
  1. Marilyn Monroe wird als Norma Jeane Mortenson in Los Angeles geboren.
  2. Dr. Engelberg unterzeichnet ein Rezept für Chloralhydrat für Monroe.
  3. Monroe wird tot aufgefunden; die offizielle Ursache wird als wahrscheinlicher Selbstmord durch Überdosis Drogen erklärt.
  4. Engelberg sagt der Polizei von Los Angeles, er habe nie Chloralhydrat verschrieben.
  5. Dr. Engelberg stirbt im Alter von 92 Jahren.
  6. Das Rezept vom Juni 1962 wird versteigert.
  7. Die Biografie von Andrew Wilson enthüllt das Rezept und behauptet ärztliche Fahrlässigkeit.

Die Nacht des 4. August 1962

Am Abend ihres Todes schloss sich Monroe in ihrem Schlafzimmer ein. Ihre Haushälterin Eunice Murray rief ihren Psychiater Dr. Ralph Greenson an, der durch ein Fenster einbrach und sie leblos im Bett vorfand. Engelberg wurde gerufen und stellte ihren Tod fest. Wilson behauptet, es habe eine Verzögerung von etwa einer Stunde gegeben, bevor die Polizei gerufen wurde, und dass Engelberg den Ermittlern sagte, sie habe Selbstmord begangen – eine Version, die Wilson heute als „katastrophalen Fehler“ bezeichnet.

Es war ein Unfall, aber auch ein katastrophaler Fehler.

Parallelen zu einer weiteren Promi-Überdosis

Wilson zieht eine Parallele zum Tod des Schauspielers Matthew Perry im Jahr 2023, der im Alter von 54 Jahren an einer Überdosis Drogen starb. In beiden Fällen, so sagt er, sei eine verletzliche Patientin von einem vertrauenswürdigen Arzt übermäßig viele Medikamente verschrieben bekommen. Engelberg wurde zwar nie angeklagt, aber Wilson glaubt, dass er nach heutigen Maßstäben wegen fahrlässiger Tötung hätte angeklagt werden können. Die Biografie, die anlässlich Monroes 100. Geburtstag veröffentlicht wurde, zielt darauf ab, die Mythen zu entlarven und sie nicht als Opfer, sondern als Überlebende darzustellen.

Los Angeles

7 Quellen

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