Argentinische Spieler entrollen nach Halbfinalsieg gegen England Banner mit der Aufschrift 'Las Malvinas son argentinas'
Giovani Lo Celso und Lisandro Martínez hielten nach dem 2:1-Sieg ein weißes Blatt mit der Aufschrift 'Las Malvinas son argentinas' hoch und zogen damit die Aufmerksamkeit der FIFA auf sich.
Das Spiel und das Banner
Argentinien besiegte England im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 mit 2:1 und sicherte sich damit einen Platz im Finale gegen Spanien. Nach dem Schlusspfiff ergriff eine Gruppe von Spielern, darunter Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso und Verteidiger Lisandro Martínez, ein weißes Banner von den Fans und hielten es auf dem Spielfeld hoch. Das Banner trug in schwarzen Großbuchstaben die Aufschrift: "Las Malvinas son argentinas" ("Die Malvinas sind argentinisch"). Der Slogan war bereits während des Spiels auf den Tribünen zu sehen.
Uns war bewusst, was dieses Spiel für unser Land bedeutete. Wir versuchten, unser Land und all jene zu repräsentieren, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte durchlebt haben, damit sie sich mit uns identifizieren und wir ein positives Bild vermitteln konnten.
Historischer Hintergrund
Das Banner bezieht sich auf die Falklandinseln, die in Argentinien als Islas Malvinas bekannt sind. Argentinien und das Vereinigte Königreich führten 1982 einen Krieg um das Territorium. Der Konflikt dauerte 74 Tage und forderte rund 1.000 Soldatenleben, etwa zwei Drittel davon Argentinier. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet, ein Status, den das Vereinigte Königreich weiterhin nicht verhandeln will. Die diplomatischen Beziehungen wurden erst 1989 wieder aufgenommen.
- Argentinien marschiert in britisches Überseegebiet ein; 74-tägiger Krieg fordert rund 1.000 Soldaten.
- Villarruel twittert: 'Wir spielen gegen die usurpierenden Piraten.'
- Nach dem 2:1-Sieg halten Lo Celso und Martínez ein Banner mit der Aufschrift 'Las Malvinas son argentinas' hoch.
- Präsident Milei sagt, Fußball dürfe nicht mit dem Falkland-Konflikt vermischt werden und betont Diplomatie.
Polarisierende Reaktionen
Schon vor dem Anpfiff hatte die argentinische Vizepräsidentin Victoria Villarruel die Spannungen angeheizt, indem sie auf X postete: "Wir spielen gegen die usurpierenden Piraten. Das ist kein Spiel wie jedes andere." Sie fügte hinzu, sie werde nicht "politisch korrekt" sein, und sagte, es gehe darum, "sich den Invasoren entgegenzustellen". Nach dem Spiel schlug Präsident Javier Milei einen anderen Ton an und sagte gegenüber Radio Mitre: "Fußball und der Falkland-Konflikt dürfen nicht vermischt werden. Die Inseln werden durch kluge Diplomatie gewonnen, nicht durch billige patriotische Gesten." Milei behauptete, die UNO sei überzeugt worden, Großbritannien zu Gesprächen zu zwingen. Trainer Lionel Scaloni hatte ebenfalls davor gewarnt, Sport und Politik zu vermischen, und gesagt, der Krieg sei Geschichte: "Was haben die Spieler damit zu tun?"
Fußball und der Falkland-Konflikt dürfen nicht vermischt werden. Die Inseln werden durch kluge Diplomatie gewonnen, nicht durch billige patriotische Gesten.
FIFA-Regeln und mögliche Sanktionen
Die FIFA verbietet es Spielern und Offiziellen, politische Botschaften zu zeigen. Die US-Behörden hatten das Halbfinale als Hochrisiko-Ereignis eingestuft und über 1.600 Sicherheitskräfte eingesetzt. Das argentinische Team könnte nun mit Disziplinarmaßnahmen von einer Geldstrafe bis hin zu einem Spielverbot belegt werden. Der Weltverband hat sich noch nicht öffentlich geäußert.
Was als Nächstes kommt
Argentinien trifft im Finale auf Spanien. Die politische Geste hat bereits die sportliche Leistung überschattet und eine territoriale Wunde wieder aufgerissen, die in Argentinien noch immer schmerzt. Victoria Villarruels Vater kämpfte im Krieg von 1982, und ihre Beiträge machten deutlich, dass das Spiel für viele über den Platz hinaus Bedeutung hatte. Leandro Paredes sagte, die Spieler hätten versucht, den vom Konflikt Betroffenen ein "positives Bild" zu vermitteln.


