Regierung · Berlin
Merz' Geduld mit der SPD wegen blockiertem Infrastrukturgesetz „am Ende" – Koalition bemüht sich um Schadensbegrenzung
Bundeskanzler Friedrich Merz warf der SPD vor, ein Gesetz zur beschleunigten Umsetzung großer Bauprojekte zu blockieren. In einer nichtöffentlichen Unionsfraktionssitzung sagte er, seine Geduld mit den Sozialdemokraten sei „am Ende". Die Koalitionsspitze bemühte sich umgehend um Schadensbegrenzung.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Spiegel Online, Der Tagesspiegel, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Kanzler erklärte den CDU/CSU-Abgeordneten, seine Geduld mit der SPD sei wegen der Verzögerungen beim Infrastrukturzukunftsgesetz „am Ende". Er sagte, das Gesetz liege seit sechs Monaten im Bundestag.
Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Isabel Cademartori, erklärte, der Gesetzentwurf sei seit etwa drei Monaten im Parlament, nicht sechs, und die Arbeit laufe seit Mitte März intensiv.
Die SPD will das Infrastrukturgesetz mit einem separaten Gesetz zur natürlichen Infrastruktur verknüpfen, was nach Ansicht des CDU-geführten Verkehrsministeriums den Beschleunigungseffekt untergraben würde.
Parlamentarischer Geschäftsführer Steffen Bilger sagte, Merz' Äußerungen seien keine grundsätzliche Kritik an der Koalition gewesen, und kritisierte die Weitergabe interner Fraktionsdiskussionen.
- 10.06.SPD weist die Sechs-Monats-Behauptung zurück, das Gesetz sei vor etwa drei Monaten eingebracht worden. Unions-Parlamentsgeschäftsführer Bilger versucht Schadensbegrenzung.
- 10.06.Koalitionsspitzen treffen sich im Kanzleramt mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Reformdialog.
- 1.07.Ziel: Merz fordert die Verabschiedung des Gesetzes vor der parlamentarischen Sommerpause.
Der Ausbruch hinter verschlossenen Türen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die SPD am Dienstag scharf während einer Fraktionssitzung der Union. Er beschuldigte den kleineren Koalitionspartner, das Infrastrukturzukunftsgesetz zu blockieren. Das Gesetz soll Planung und Genehmigung für große Bauprojekte beschleunigen, damit Gelder aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen schneller fließen können. Wie die Rheinische Post, die als erstes unter Berufung auf Teilnehmer berichtete, erklärte Merz, der Gesetzentwurf liege seit sechs Monaten im Bundestag.
„Und ich muss jetzt sagen: Meine Geduld ist jetzt auch am Ende, auch mit den Sozialdemokraten am Ende.“
Merz bestand darauf, dass das Gesetz noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Bundesgesetzblatt verkündet werden müsse. Mehrere Medien, darunter der Spiegel und die Frankfurter Allgemeine, bestätigten die Äußerungen mit Sitzungsteilnehmern.
Der Kern des Streits: Die Verknüpfung zweier Gesetze
Der zentrale Streitpunkt ist das Beharren der SPD auf einer Kopplung des Infrastrukturgesetzes mit dem Naturschutzflächenbedarfsgesetz. Merz nannte diese Verknüpfung inakzeptabel. Das vom Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) ausgearbeitete Infrastrukturgesetz würde viele Verkehrsprojekte als von überragendem öffentlichem Interesse einstufen, ihnen Vorrang vor dem Naturschutz geben und ermöglichen, ökologische Schäden durch Ausgleichszahlungen zu kompensieren.
„Dieses Gesetz muss noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Bundesgesetzblatt verkündet werden, damit wir in Deutschland wirklich mit dem Bauen beginnen können.“
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) möchte mit seinem eigenen Gesetzentwurf die Details dieser Ausgleichszahlungen regeln und die sogenannte grüne Infrastruktur – wie wiedervernässte Moore – ebenfalls unter den Status des überragenden öffentlichen Interesses stellen. Das Verkehrsministerium lehnt dies ab, da es befürchtet, dass dies den Beschleunigungseffekt seines eigenen Gesetzes zunichtemachen würde. Die Ressortabstimmung ist daher ins Stocken geraten.
SPD widerspricht dem Zeitplan
Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Isabel Cademartori, wies Merz' Behauptung zurück, der Gesetzentwurf liege seit sechs Monaten im Parlament. Sie erklärte, er sei vor etwa drei Monaten eingebracht worden, und die Fraktionen arbeiteten seit Mitte März intensiv daran. Sie sagte, der Prozess liege im Zeitplan und befinde sich in der Schlussberatung, mit dem klaren Ziel, den Abschluss vor der Sommerpause zu erreichen.
„Wenn die Bundesregierung bei ihren Projekten mit der gleichen Verlässlichkeit arbeiten würde wie die Fachpolitiker im Parlament, wären wir wahrscheinlich schon einen Schritt weiter.“
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese, bestätigte, dass sich Merz' Kritik ausschließlich auf das Infrastrukturgesetz und nicht auf die Koalition als Ganzes bezog. Er merkte an, dass ergänzende Informationen von Verkehrsminister Schnieder die Abgeordneten erst kürzlich erreicht hätten und geprüft werden müssten – ein normaler parlamentarischer Vorgang. Wiese hält eine Verabschiedung vor der Sommerpause weiterhin für möglich.
Schadensbegrenzung aus der CDU
Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Steffen Bilger (CDU), bemühte sich am Mittwoch, den Schaden zu begrenzen. Er sagte dem Sender Welt TV, die Äußerungen des Kanzlers seien keine grundsätzliche Kritik am Koalitionspartner gewesen, sondern hätten sich ausschließlich auf das Infrastrukturgesetz bezogen. Er kritisierte die Weitergabe von Zitaten aus nichtöffentlichen Fraktionssitzungen und erklärte, er wolle die Sache „gerade rücken". Insgesamt zeigte sich die Union optimistisch, eine Einigung mit der SPD zu erzielen.
Breitere Reformgespräche im Kanzleramt
Am Mittwoch treffen sich die Koalitionsspitzen im Kanzleramt mit Arbeitgebern und Gewerkschaften, um über Deutschlands Reformbedarf zu sprechen. Im Fokus stehen der Arbeitsmarkt, Sozialreformen, Steuern und Bürokratieabbau. Merz sagte in der Fraktionssitzung, er habe keine hohen Erwartungen, halte den Dialog aber für wichtig.
„Es ist ein Gespräch, ein Austausch von Meinungen; es wird keine Ergebnisse geben, keine Beschlusspapiere. Aber ich hoffe, zumindest einen gewissen Einblick zu gewinnen, was wir eigentlich gemeinsam haben.“
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Quellen und Kontext
- Spiegel OnlineAngebliche Gesetzesblockade: SPD überrascht über Merz' harsche Kritik
- Der Tagesspiegel"Meine Geduld mit den Sozialdemokraten ist am Ende": Merz fordert von SPD Einlenken beim Streit über Baugesetz
- DIE WELTSchwarz-Rot: Nach Kanzler-Schelte für die SPD - Bilger fordert "mehr Gelassenheit"
- FocusMerz sieht seine "Geduld am Ende": SPD reagiert sportlich
- Friedrich Merz
- Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender, der der SPD vorwarf, das Infrastrukturzukunftsgesetz zu blockieren.
- Isabel Cademartori
- Verkehrspolitische Sprecherin der SPD, die Merz' Behauptung zu den sechs Monaten zurückwies.
- Steffen Bilger
- Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der versuchte, die Folgen von Merz' Äußerungen zu begrenzen.
- Dirk Wiese
- Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, der bestätigte, dass sich Merz' Kritik auf das Infrastrukturgesetz beschränkte.
- Patrick Schnieder
- Bundesverkehrsminister (CDU), dessen Ministerium das Infrastrukturzukunftsgesetz ausgearbeitet hat.
- Carsten Schneider
- Bundesumweltminister (SPD), dessen Gesetz zur natürlichen Infrastruktur im Zentrum des Koalitionsstreits steht.
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