
Modi bietet 'verirrten' Jugendprotestierenden Vergebung an, während Expertenbericht Verletzungen durch Schrotflinten in Indien bestätigt
Narendra Modi erklärte, er wolle den jungen Protestierenden vergeben, die ihn und seine verstorbene Mutter beschimpft hatten, während eine BBC-Analyse den Einsatz von Schrotflinten gegen Demonstranten bei der Razzia am 20. Juli bestätigte, die zum Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan führte.
Ursprünge der Kakerlakenbewegung
Abhijeet Dipke, ein 30-jähriger Student, der in Boston einen Masterabschluss in Public Relations absolviert, startete die satirische Online-Kampagne, nachdem er eine Äußerung von Oberster Richter Surya Kant gelesen hatte, der junge Arbeitslose mit Kakerlaken verglich. Was mit Memes und einer Website begann, die mit KI riesige Insekten generierte, entwickelte sich zur Cockroach Janta Party, einer Bewegung, die Millionen frustrierter Jugendlicher anzog. Dipke kehrte nach Indien zurück und startete einen Sitzstreik am Jantar Mantar in Delhi. Innerhalb weniger Wochen wurden die Proteste gegen einen durchgesickerten Prüfungsbogen zur größten Herausforderung für Narendra Modis Regierung seit Jahren und zwangen Bildungsminister Dharmendra Pradhan zum Rücktritt.
- Oberster Richter Surya Kant vergleicht arbeitslose Jugendliche mit Kakerlaken und inspiriert Abhijeet Dipkes Online-Satire.
- Dipke kehrt nach Indien zurück und startet einen Sitzstreik am Jantar Mantar, wodurch die Online-Kampagne in eine physische Bewegung umgewandelt wird.
- Polizei-Razzia während des Marsches zum Parlament; Schrotflintenverletzungen gemeldet.
- Bildungsminister Dharmendra Pradhan tritt nach anhaltendem Druck zurück.
- Modi veröffentlicht auf Instagram ein Vergebungsvideo und bezeichnet die Protestierenden als 'verirrte Kinder'.
Reaktion der Regierung und Vergebung
Am 31. Juli veröffentlichte Modi ein Video auf Instagram, in dem er die Protestierenden als „verirrte Kinder“ bezeichnete und sagte, er wolle ihnen vergeben. „Einige unartige Kinder haben sehr schmutzige Beschimpfungen verwendet... Beschimpfungen richteten sich gegen mich und auch gegen meine verstorbene Mutter“, sagte Modi. Er argumentierte, dass Bestrafung oder die Durchführung von Gerichtsverfahren nicht die Antwort sei. Am selben Tag ging bei der Polizei ein Bericht über ein virales Video einer Frau ein, die angeblich beleidigende Sprache gegen den Premierminister verwendet hatte; sie entschuldigte sich später und sagte, sie sei unter den Einfluss anderer geraten. In der Zwischenzeit versprach die Regierung, die Verfahren gegen die meisten Protestierenden einzustellen, fügte jedoch eine Bedingung hinzu, dass Personen mit früheren Straftaten nicht abgedeckt würden. CJP-Aktivisten bezeichneten dies als Schlupfloch für selektive Strafverfolgung.
Das sind verirrte Kinder, und es ist unsere Pflicht, ihnen den Weg zu zeigen.
Razzia und Verletzungen durch Schrotflinten
Am 20. Juli versuchten Zehntausende Protestierende, auf das Parlament im Zentrum Delhis zu marschieren. Polizei und paramilitärische Kräfte setzten Schlagstöcke, Tränengas und nach Angaben unabhängiger Experten Schrotflinten ein. Die Polizei von Delhi gab an, dass 60 Protestierende und 118 ihrer Einsatzkräfte verletzt wurden; die CJP behauptete weit höhere Verletztenzahlen unter den Protestierenden. Die BBC überprüfte medizinische Beweise von mindestens vier Männern mit Verletzungen, die mit Vogelschrot aus 12-Kaliber-Schrotflinten vereinbar sind. Der britische forensische Wissenschaftler Philip Boyce sagte der BBC, die Verletzungen seien „eindeutig von einer Schrotflinte“ und solche Wunden könnten selbst auf 100 Fuß Entfernung verheerend sein. Der Direktor von Armament Research Services, NR Jenzen-Jones, sagte, Fotos der Verletzungen seien „stark konsistent mit der Verwendung von Vogelschrot.“ Die Regierung hat den Einsatz von Schrotflinten nicht offiziell bestätigt.
Diese Schrotverletzungen können tatsächlich ziemlich verheerend sein, besonders auf kurze Distanz. Die Verletzungen, die ich sehe, sind nicht auf kurze Distanz, sie sind mindestens 50 Fuß entfernt. Aber sie können selbst aus 100 Fuß Entfernung noch verheerend und potenziell lebensbedrohlich sein.
Rechtliche Unsicherheit und politische Folgen
Trotz der verbalen Zusicherungen der Regierung bezweifelten Anwälte und Oppositionspolitiker, ob die Strafverfahren tatsächlich eingestellt würden. Der Oppositionsabgeordnete Kapil Sibal, der 91.000 Euro aus seinem Privatvermögen an einen Rechtshilfefonds spendete, sagte, die Feier von Pradhans Rücktritt durch seine politischen Verbündeten zeige, dass „die Regierung nichts aus dem gelernt hat, was die Studierenden mit den Protesten zu vermitteln versuchten.“ Die Anwältin Rebecca Mammen John betonte, dass nur die Justiz Verfahren einstellen könne, nicht ein ministerielles Versprechen. Die Polizei hat etwa 2.800 Protestierende identifiziert, denen Strafverfahren drohen, und Aktivisten befürchten selektive Strafverfolgung. Die CJP, die innerhalb weniger Wochen von 0 auf über 26 Millionen Instagram-Follower wuchs (die 9,6 Millionen der BJP übertreffend), erklärte einen gewissen Sieg, aber die zugrundeliegenden Probleme mit Arbeitslosigkeit und Prüfungsgerechtigkeit bleiben bestehen.
Die Art und Weise, wie der ehemalige Bildungsminister Dharmendra Pradhan nach seinem Rücktritt von seinen politischen Verbündeten gefeiert wurde, zeigt, dass die Regierung nichts aus dem gelernt hat, was die Studierenden mit den Protesten zu vermitteln versuchten.
- BJP
- 9.6 Millionen Follower
- CJP
- 26 Millionen Follower


