
Belgien verhaftet kanadische SHAPE-Praktikantin unter Spionageverdacht für einen Drittstaat
Eine Kanadierin chinesischer Herkunft, Praktikantin am NATO-Hauptquartier SHAPE in Mons, wurde am Freitag unter dem Verdacht der Spionage für einen Drittstaat und der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung festgenommen.
Festnahme am NATO-Hauptquartier
Eine Kanadierin chinesischer Abstammung, die kürzlich ein Praktikum am NATO-Hauptquartier Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) in Mons, Belgien, begonnen hatte, wurde am Freitag, den 24. Juli, in Gewahrsam genommen. Die belgische Bundesanwaltschaft gab die Festnahme am Samstag, den 25. Juli, bekannt und erklärte, die Verdächtige werde der Spionage für einen Drittstaat und der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung beschuldigt. SHAPE befindet sich im Ortsteil Casteau nahe Mons und ist das wichtigste strategische Militärkommandozentrum des Bündnisses, in dem die europäischen NATO-Operationen geplant und geleitet werden.
Der Sicherheitsalarm
Der Fall begann, als die internen Sicherheitsdienste von SHAPE verdächtiges Verhalten der Praktikantin bemerkten und den belgischen Militärnachrichtendienst, den Allgemeinen Nachrichten- und Sicherheitsdienst (SGRS, auch bekannt als ADIV), informierten. Da der Vorwurf Spionage betraf, wurde die Angelegenheit umgehend an die Bundesanwaltschaft übergeben, die für solche Straftaten landesweit zuständig ist. Die Staatsanwaltschaft beauftragte die Bundespolizei in Charleroi mit den Ermittlungen, und ein Ermittlungsrichter am Gericht von Hennegau in der Abteilung Mons wurde mit der Leitung der gerichtlichen Untersuchung betraut.
Polizeidurchsuchungen und gerichtliche Entscheidung
Am Donnerstag, den 23. Juli, führte die Polizei zeitgleiche Razzien in der Wohnung der Verdächtigen und auf dem SHAPE-Gelände durch. An der Operation waren Beamte der Bundespolizei aus Charleroi, der Computer Crime Unit sowie forensische Spezialisten aus Charleroi und Mons beteiligt. Am darauffolgenden Tag, Freitag, den 24. Juli, entschied der Ermittlungsrichter, einen Haftbefehl zu erlassen, und erhob formell Anklage gegen die Verdächtige wegen Spionage zugunsten eines Drittstaats und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, so die Erklärung der Bundesanwaltschaft.
- Polizei durchsucht Wohnung der Verdächtigen und den Arbeitsplatz am SHAPE-Hauptquartier mit Unterstützung der Computer Crime Unit.
- Ermittlungsrichter erlässt Haftbefehl gegen die Verdächtige wegen Spionage und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung.
## Informationssperre
Bislang wurden keine Angaben zur Identität der Verdächtigen, zu den konkreten Informationen, auf die sie möglicherweise zugegriffen hat, oder zu dem Staat, für den sie angeblich gearbeitet hat, veröffentlicht. Die Bundesanwaltschaft verwies auf die laufenden Ermittlungen als Grund für die Zurückhaltung von Details.
Angesichts der Fortsetzung der Ermittlungen und im Interesse dieser Ermittlungen wird die Bundesanwaltschaft von jeder weiteren Kommunikation absehen.
Die Rolle von SHAPE
SHAPE, das Supreme Headquarters Allied Powers Europe, ist einer der beiden strategischen Militärkommandos der NATO, das für die Einsatzplanung und Truppenführung auf dem gesamten Kontinent verantwortlich ist. Die Einrichtung in Mons ist seit langem ein Ziel der Spionage durch ausländische Mächte. Die belgischen Behörden bezeichneten die Festnahmeoperation als Ergebnis einer effektiven Zusammenarbeit zwischen dem SGRS, SHAPE und der Bundespolizei. Die Verdächtige bleibt in Untersuchungshaft, während der Ermittlungsrichter die Untersuchung fortsetzt; ein Prozesstermin wurde noch nicht festgelegt.


