Regierung · Berlin

Merkel fordert eine Bundespräsidentin und kritisiert den wirtschaftspolitischen Kurs der CDU

In einem Interview bei MagentaTV mit Johannes B. Kerner hat sich die frühere Kanzlerin Angela Merkel dafür ausgesprochen, dass Deutschland eine Frau zur Bundespräsidentin wählt. Die Bundesversammlung stimmt am 30. Januar über die Nachfolge Steinmeiers ab.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von DIE WELT, N-tv, RP Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Armin Linnartz, CC BY-SA 3.0 de (Wikimedia Commons, Ausschnitt)

Eine Frau für das Präsidentenamt

Angela Merkel, 72, sagte Johannes B. Kerner in der Talkshow „Bestbesetzung“, die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier solle eine Frau antreten. Auf die Frage, ob sie sich eine Frau in diesem Amt vorstellen könne, sagte sie, sie wünsche es sich. Merkel nannte die aktuelle Debatte seltsam und beklagte einen schlechten Unterton; es gebe bereits geborene Frauen, die das Amt ausfüllen könnten, sagte sie, ohne eine zu nennen.

„Es gibt 77 Jahre Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, und es hat noch nie eine Frau als Bundespräsidentin gegeben.“

Angela Merkel, Ehemalige deutsche Kanzlerin und CDU-Politikerin

Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar über die Nachfolge. Spiegel Online berichtet, dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD in dem Gremium eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen hat. Markus Söder hat sich seit Monaten für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner ausgesprochen, während innerhalb der CDU auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien, die frühere Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein genannt werden.

Kritik am Kurs der eigenen Partei

Merkel kritisierte die aktuelle Ausrichtung ihrer eigenen Partei und sagte, reine CDU-Politik habe immer bedeutet, Brücken durch die Gesellschaft zu bauen, und das müsse wieder in den Vordergrund rücken. Sie fügte hinzu, reine CDU sei keine Wirtschaftspolitik.

„Reine CDU hieß immer, Brücken in alle Richtungen durch die Gesellschaft zu bauen, und das muss wieder in den Vordergrund gerückt werden.“

Angela Merkel, Ehemalige deutsche Kanzlerin und CDU-Politikerin

Merkel unterstützte die Beschlüsse der CDU, die eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linken ausschließen, unterschied aber zwischen beiden. Bei der Linken verwies sie auf ein großes Antisemitismusproblem im Berliner Landesverband und sagte, die Grundpositionen der Partei hätten oft wenig mit der CDU gemein. Die Weigerung der Linken, sich mit der NATO zu befassen, nannte sie in heutiger Zeit völlig inakzeptabel.

„Dass sie mit der NATO nichts zu tun haben will, finde ich in heutigen Zeiten völlig inakzeptabel.“

Angela Merkel, Ehemalige deutsche Kanzlerin und CDU-Politikerin

Ihr Einwand gegen die AfD ging weiter. Merkel sagte, die Partei versuche, die Gesellschaft zu spalten und die Würde mancher Menschen infrage zu stellen, was eine Nichtzusammenarbeit für sie zu einer grundsätzlicheren Frage mache. Sie argumentierte zudem, die CDU benenne ihr Kernanliegen nicht klar genug, weil die Debatte immer wieder um die AfD kreise, und dasselbe Problem habe die SPD.

Das Zittern von 2019

Merkel zitterte 2019 bei militärischen Ehren sichtbar, unter anderem beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyy. Damals sagte sie, sie sei arbeitsfähig und habe schlicht zu wenig Wasser getrunken, doch nach dem dritten solchen Anfall glaubten die Menschen ihr nicht mehr ganz. Heute bringt sie die Zitteranfälle mit innerer Anspannung in Verbindung, vermutlich mit dem Tod ihrer Mutter und dem Wissen, dass sie das Amt verlassen würde. Kerner fragte, ob sie sich zu wenig Zeit zum Trauern um ihre Mutter genommen habe, und sie antwortete, das sei wohl so gewesen, und fügte hinzu, der Körper habe ein Signal zum Anhalten gesendet. Danach habe sie beschlossen, militärische Veranstaltungen nur noch im Sitzen zu besuchen, was sich beim ersten Mal seltsam angefühlt habe, aber alle hätten sich daran gewöhnt.

Das Leben nach dem Amt

Fünf Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt beschrieb Merkel ihr Leben teils als das einer Rentnerin, wobei sie anmerkte, es sei kein ganz normales, weil sie ein Büro und Verpflichtungen habe. Sie könne weitgehend selbst entscheiden, was sie tue und wann. Zwei Dinge hätten ihren Abschied von der Macht geprägt: Wladimir Putins Angriff auf die Ukraine im Februar 2022, der sie noch immer tief bewege, und das Schreiben ihrer Memoiren mit ihrer langjährigen Vertrauten Beate Baumann. Diese Arbeit habe sie erstmals seit 1990 zurück in ihre Kindheit und ihre Zeit in der DDR geführt. Merkel sagte, Passanten erkennten sie noch immer, und die Reaktionen seien fast immer freundlich.

Das Interview wurde im Berliner Bode-Museum aufgezeichnet, wo ihr offizielles Kanzlerporträt hängt. Die Episode „Angela Merkel - Das Interview“ ist ab Freitag, 30. Oktober, 18:00 Uhr, auf MagentaTV und ohne Abo auf magenta.tv und in der MagentaTV-App verfügbar.

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