
Griechische Polizei nimmt zwei Männer auf Kreta fest – rumänische Frau meldet Menschenhandelsring
Die Behörden in Heraklion haben zwei Männer festgenommen und suchen nach zwei weiteren, nachdem eine 28-jährige Rumänin gemeldet hatte, in Hotels auf Kreta zur Prostitution gezwungen worden zu sein.
Anzeige und Vorwürfe
Ende September 2026 leitete die griechische Polizei in Heraklion auf Kreta ein Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels, häuslicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs ein, nachdem eine 28-jährige Rumänin auf einer Polizeiwache der Region um Schutz gebeten hatte. Die Frau, die in einem Hotel westlich von Heraklion untergebracht war, gab an, ihr rumänischer Partner im Alter von 31 oder 32 Jahren habe sie gegen ihren Willen festgehalten und von Anfang 2025 bis August 2026 zur Prostitution gezwungen. Ihre Aussage schilderte regelmäßige körperliche Misshandlungen, nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen und die Beschlagnahme ihrer Einnahmen aus sexuellen Dienstleistungen, die sie in mehreren Hotels auf Kreta und im Ausland erbracht habe. Nach ihrer förmlichen Aussage am 30. September 2026 brachten die Beamten sie in Zusammenarbeit mit dem Verband der Mitglieder von Frauenvereinen in einer sicheren Unterkunft unter. Die von den Behörden angelegte Verfahrensakte umfasst Vorwürfe des Menschenhandels, der Zuhälterei, der Vergewaltigung in der Partnerschaft, der Körperverletzung, der Bedrohung und der widerrechtlichen Zueignung von Eigentum.
Übergabe und der Streit um die Ausweispapiere
Die Ermittlungen weiteten sich auf mutmaßlichen grenzüberschreitenden Menschenhandel aus, nachdem das Opfer berichtet hatte, ihr Partner habe ihren Personalausweis an sich genommen. Am Morgen des 29. September 2026 rief der Partner sie zweimal telefonisch an, um Drohungen auszusprechen und zu bestätigen, dass er ihre amtlichen Papiere besitze. Nachdem die Polizei ihn unter Beobachtung gestellt hatte, stellte sich der 31 oder 32 Jahre alte Verdächtige am 30. September 2026 um 21:00 Uhr bei der Kriminalpolizei-Unterdirektion von Heraklion und übergab den Ausweis des Opfers. Bei der Vernehmung behauptete er, er habe die Reise der Frau nach Griechenland über einen 48-jährigen rumänischen Transportunternehmer organisiert, der Buslinien zwischen Rumänien, Griechenland und anderen Ländern betreibe. Der Verdächtige gab an, der Fahrer habe den Ausweis als Sicherheit für nicht bezahlte Reisekosten einbehalten, und er habe 250 Euro an die Mutter des Fahrers gezahlt, um ihn zurückzuerhalten, während er seinen eigenen Ausweis als vorübergehende Sicherheit hinterlassen habe.
- Partner spricht telefonisch Drohungen aus und behauptet, im Besitz des Ausweises des Opfers zu sein
- Partner stellt sich bei der Polizei-Unterdirektion von Heraklion und gibt den Ausweis zurück
- Polizei bestätigt zwei Festnahmen und setzt die Suche nach zwei rumänischen Transportverdächtigen fort
Hausdurchsuchung und erste Festnahmen
Nach der Vernehmung des Partners vollstreckten Beamte der griechischen Polizei in Anwesenheit eines Justizvertreters einen Durchsuchungsbeschluss in der Wohnung der 70-jährigen Mutter des Transportunternehmers und ihres 72 oder 73 Jahre alten Ehemanns in Heraklion. In dem Anwesen fanden die Ermittler den Ausweis des Partners, zwei Mobiltelefone, handschriftliche Notizen, persönliche Dokumente und 120 Euro, die in Papier eingewickelt waren. Die Beamten nahmen den Partner wegen Zuhälterei, häuslicher Gewalt und Bedrohung fest, ebenso den 72 oder 73 Jahre alten Ehemann, der bei der Durchsuchung als einziger Bewohner anwesend war. Der 48-jährige Inhaber des Transportunternehmens und seine 70-jährige Mutter waren nicht vor Ort und bleiben Gegenstand einer laufenden Fahndung.
Ermittlungen zu einem größeren Menschenhandelsnetz
Die Kriminalpolizei-Unterdirektion von Heraklion prüft, ob der Fall Teil eines größeren Netzwerks ist, das Frauen von Rumänien nach Griechenland schleust. Die Polizei wertet beschlagnahmte Finanznotizen, Kommunikationsaufzeichnungen und Fahrpläne aus, um festzustellen, ob kommerzielle Buslinien systematisch genutzt wurden, um Opfer in Schuldknechtschaft zu bringen. Die Ermittler arbeiten daran, mögliche weitere Opfer zu identifizieren, die unter ähnlichen Schuldenvereinbarungen in Privatwohnungen oder lokalen Hotels festgehalten worden sein könnten. Die Justizbehörden auf Kreta treiben das Verfahren gegen alle vier namentlich genannten Personen voran, während die Strafverfolgungsbehörden die Suche nach den beiden flüchtigen Verdächtigen koordinieren.


